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Seit 1. November Babyklappe für kranke Igel in Großrosseln

Von SZ-Redakteurin Ute Klockner

Großrosseln-Nassweiler. Ein Igel ist kaum zu überhören: Er schnauft und schmatzt, raschelt und hustet – und durchforstet Erde und Laubhaufen nach Futter, um sich ein dickes Polster für den Winterschlaf anzufressen. Sind die Stachelbälle noch bei Frost aktiv, ist das ein Zeichen auf Mangelernährung oder einen Parasiten. Ein torkelnder Gang wie im Vollrausch, eingefallene Augen und fehlendes Fluchtverhalten sind weitere Anzeichen dafür, dass das Tier Hilfe braucht. Doch kaum ein Laie weiß, was in diesen Fällen zu tun ist.

Seit zwei Jahren pflegen die Mitglieder des Vereins „Haus der Hoffnung“ in einer speziell eingerichteten Außenstation kranke und verletzte Igel. „Wir machen das ehrenamtlich neben unseren eigentlichen Berufen. Da kann es schon passieren, dass Leute mit einem kranken Tier vorbeikommen und wir sind nicht da“, sagt Christina Maas. Es sei in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass sich ein verletztes Tier selbst überlassen worden war, da niemand erreicht wurde.
 
Damit sich das nicht wiederholt, hatten sie, ihr Mann Marco sowie Vereinsmitglied Christine Funk die Idee mit der Igelklappe, die seit November vor ihrem Haus in der St. Nikolauserstraße 26 in Großrosseln-Naßweiler steht. Als Vorbild diente ihnen die Babyklappe von Krankenhäusern. „Wir haben einen Kaninchenstall so umgebaut, dass er einen isolierten Schlafbereich hat sowie einen Bereich mit Futter und Wasser“, beschreibt Maas die „Klappe“. Für die kalte Zeit liegt ein Heizkissen bereit, das sich nach dem Entpacken selbstständig auflädt, denn Igel mögen es warm. Hierein kann der Finder den hilfsbedürftigen Igel legen und dann den Kasten verschließen, denn in die Klappe darf nur ein Tier: „Sonst gäbe es Mord und Totschlag.“ An der Klappe hängt ein Zettel mit ausführlichen Informationen und Notfallnummern. „Wichtig ist, dass der Finder die Fundmeldung ausfüllt und dort unter anderem angibt, wo er den Igel gefunden hat. Das hilft uns später beim Auswildern“, sagt Maas; „aber auch, wenn ein Weibchen noch Milch produziert, können wir sie schnell zurück zu ihren Jungen bringen.“

Den Verein „Haus der Hoffnung“ gibt es erst seit zwei Jahren. „Im Umkreis gibt es sonst niemanden, der sich um Wildtiere kümmert, höchstens Einzelpersonen“, sagt Christina Maas, die mit ihrem Mann gemeinsam ein Piercing- und Tattoostudio betreibt. Den Umgang mit den Igeln, Elstern, Krähen und Eichhörnchen haben sie von anderen Tierschützern erlernt. In diesem Sommer haben sich die Aktiven erstmals um hilfsbedürftige Jungigel gekümmert. 24 Igelwaisen haben sie mit der Flasche mit Welpenmilch aufgepäppelt, denn eine spezielle Aufzuchtmilch für Igel gibt es nicht zu kaufen. Bis die Tiere kräftig genug zum Auswildern sind, kostet die Versorgung für drei Stück 50 Euro – Geld, das die Mitglieder meistens aus der eigenen Tasche zahlen, nur zehn Prozent kommen durch Spenden. „An zehn Plätzen im Warndt wildern wir die Igel aus, nie alle am gleichen Ort, denn die Tiere sind Einzelgänger“, erklärt Maas. Bis zu zwei Wochen sehen die Tierschützer nach, ob der Igel dann alleine klar kommt und selbstständig Nacktschnecken, Käfer, Würmer und sonstige Insekten erlegen kann. „Der erste Winter ist der härteste“, sagt Christina Maas und hofft, dass ihre kleinen Zöglinge vom Sommer durchhalten.

Kontakt: Christina und Marco Maas (06809) 702858, www.haus-der-hoffnung.org


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