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Seltene Haustier-Rassen sollen in den Naturpark Kallenborn

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Obersalbach. Seit 1973 ist der Naturpark Kallenborn mit Fasanerie, Damwild-, Ziegengehege, Fischweiher, Haus Kallenborn, Kinderspielplatz und Wassertretanlage ein Ausflugsziel für jung und alt. Jetzt will der Förderverein Kallenborn den Naturpark in einen „Arche- Park“ umwandeln. Rolf Loes, der Vorsitzende des Fördervereins, stellte dem Umwelt- und Naturausschuss des Heusweiler Gemeinderates das Projekt vor. „Ein Arche- Park hat eine Sonderstellung in Deutschland. Es geht darum, vom Aussterben bedrohte Nutztierrasen anzusiedeln, zu züchten und zu vermarkten“, so Loes. Um mindestens fünf Tierrassen will der Förderverein seinen Bestand erweitern. „Die vorhandenen Tiere bleiben natürlich hier. Zusätzlich ansiedeln wollen wir Hühner, Kaninchen, Rinder und Schweine. Eine bedrohte Nutztierrasse, die Thüringer Waldziege, ist schon da“, so Loes weiter. Zudem sei daran gedacht, das Meisner Kaninchen, das Schwäbisch- Hällische Schwein, das Hinterwälder Rind sowie das Deutsche Lachshuhn, das Vorwerkhuhn, das Deutsche Reichshuhn und die Sundheimer Brakel (eine Hühnerart) anzusiedeln.

Kaninchen und Hühner sollen in der Fasanerie untergebracht werden. Für die Schweine wird gegenüber des Ziegengeheges ein neues Areal mit Freilauf, Suhlen und Unterstand errichtet. Die Rinder sollen mit dem Damwild auf den Weideflächen gehalten werden. Im Winter bekommen sie einen eigenen Unterstand.

Wege, Brücken, Gehege und Ställe müssen neu hergerichtet werden. Saniert wird derzeit auch die Toilettenanlage, die dann ganztägig der Öffentlichkeit zugänglich ist. Probleme gibt es mit den Parkplätzen: „Die Parkplätze in der Dorfmitte werden nicht angenommen, der Parkplatz Weiherwaldstraße ist zu klein. Wir haben ein Konzept entwickelt, um zusätzliche Parkplätze zu schaffen“, sagte Loes, der deutlich machte: „Ohne Lösung der Parkplatzproblematik wird es keinen Arche-Park geben. Denn es ist mit sehr vielen Besuchern zu rechnen.“

Der Förderverein, der sich bisher mit der Gemeindeverwaltung um den Naturpark gekümmert hat und dies auch in Zukunft ehrenamtlich tun wird, braucht beim Arche-Park zusätzliches Personal. Wie Bürgermeister Thomas Redelberger sagte, wird die ABG Heusweiler-Riegelsberg hier Unterstützung leisten.

Große Zustimmung herrschte im Ausschuss für das Konzept. „Ein Arche-Park wäre nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal für die Gemeinde, sondern auch für den Regionalverband und sogar für das Saarland“, so Peter Paulus, der Umweltbeauftragte der Gemeinde. Ulrich Steinrücken (NÖL) warnte jedoch: „Die Entwicklung des Naturparkes Kallenborn zu einem Arche- Park halte ich für ideal. Es ist aber ein Haufen Arbeit“, so ein Projekt sei auf 30, 40 Jahre ausgelegt, ob das für den Förderverein nicht „eine Nummer zu groß“ sei? Hans-Georg Müller (SPD) sah es anders: „Wir sollten doch nicht anfangen, im Kaffeesatz zu lesen und zu überlegen, was in 30, 40 Jahren ist.“ Jörg Schwindling (CDU) betonte: „Wir sollten dem Verein die Bürokratie aus dem Weg räumen. Lasst uns beginnen und das Projekt unterstützen.“

Bürgermeister Thomas Redelberger erklärte: „Eine Entscheidung wird heute nicht getroffen. Wichtig ist es nur, zu wissen, dass der Förderverein ein Konzept hat und wir die Richtung kennen, in die er gehen will. Wir können dann überlegen, ob und wie wir das unterstützen.“

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