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Sepa-Zahlungssystem: Firmen und Vereine müssen sich jetzt kümmern

Sparkassen und Genossenschaftsbanken warnen Unternehmen und Vereine davor, die Umstellung auf das neue Zahlungssystem Sepa auf die leichte Schulter zu nehmen. Gerade einmal ein Viertel der Unternehmen und Vereine in Deutschland hätten bisher bei der Bundesbank eine so genannte Gläubiger-ID beantragt, sagt Horst Kessel, Vorstandsmitglied im Genossenschaftsverband. Diese ist nötig, um in Zukunft per Lastschrift Forderungen einziehen zu können. „Das zeigt, wie niedrig der Stellenwert der Umstellung aktuell in den Unternehmen ist.“

Hoher Umstellungsaufwand

„Der Umstellungsaufwand darf nicht unterschätzt werden“, sekundiert Franz Josef Schumann, Präsident des Sparkassenverbands Saar. „Es wird nicht reichen, sich erst im Januar mit dem Thema zu beschäftigen.“ Und Heike Cloß, Justiziarin bei der Industrie und Handelskammer (IHK) in Saarbrücken, bringt die Bedeutung des Themas klar auf den Punkt: „Wer sich jetzt nicht kümmert, riskiert die Insolvenz.“

Hintergrund der Appelle ist die Umstellung des gesamten Europäischen Zahlungssystems ab dem 1. Februar 2014. Ab dann löst das EU-Zahlungsverfahren Sepa (Single Euro Payments Area) die bisherigen nationalen Verfahren ab. Statt der bisher gültigen Kontonummern und Bankleitzahlen wird es dann die internationale Bankkontonummer Iban sowie die internationale Bankleitzahl Bic geben. Während für Privatkunden noch eine Übergangsfrist bis 2016 eingeräumt wird, müssen Unternehmen und Vereine bis Februar auf das neue Zahlungssystem umgestellt haben.

Und dieser Umstellungsaufwand ist weit höher als angenommen, warnt Kessel. „Es geht nicht nur darum, eine Kontonummer zu ändern.“ Die Umstellungen betreffen die gesamten Geschäftspapiere, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs), aber auch die gesamte Buchhaltung und die IT-Systeme. „Das beginnt schon damit, dass in vielen Software-Programmen die Felder für die Kontonummern neu angepasst werden müssen“, sagt Kessel. Und für eine solche IT-Umstellung sei ein ausreichendes Zeitfenster nötig.

Keine Übergangsfristen

Zu einem Engpass könnte aber auch die Vergabe der Gläubiger-IDs durch die Bundesbank werden. Derzeit käme der Rücklauf innerhalb weniger Tage, sagt Christian Molitor vom Sparkassenverband. Doch wenn im Januar der Andrang besonders groß wird, drohe auch dort eine Verzögerung. Schumann geht davon aus, dass nur ein Drittel der Firmenkunden und ein kleiner Teil der Vereine auf die Umstellung vorbereitet sind. „Viele denken immer noch, dass Sepa nur den Auslandsverkehr betrifft. Das ist falsch“, sagt Schumann. Viele würden aber auch davon ausgehen, dass es für die Umstellung nach dem Februar noch Übergangsfristen gibt. „Auch das ist falsch“, sagt Schumann. Vielmehr sei es so, dass Unternehmen, die nicht rechtzeitig umstellen, ab Februar einen massiven Liquiditätsengpass riskieren. „Deshalb lautet unser dringender Appell: Sie müssen jetzt handeln!“ Bei Vereinen sieht Molitor auch die Problematik, dass vielfach die Abrechnung noch manuell gemacht wird. „Künftig wird es nötig sein, einen online-fähigen Computer zu haben, da Sepa-Lastschriften nur noch online eingereicht werden können“, sagt er. Und auch dort kann nicht einfach nur auf neue Kontonummern umgestellt werden. „Zwar behalten bestehende Einzugsermächtigungen ihre Gültigkeit, aber jedes Vereinsmitglied muss benachrichtigt werden, dass der Bankeinzug in Zukunft über das Sepa-System stattfindet“, sagt Sparkassen-Experte Molitor.

Dass das Sepa-System wegen der langen Nummern-Kombinationen mehr Fehlerrisiko birgt als bisher, sieht Molitor nicht: „Erstens ist im Inland nur die Iban nötig, die nicht viel länger ist als Kontonummer und Bankleitzahl bisher. Außerdem gibt es eine Prüfziffer, die bei Zahlendrehern oder Schreibfehlern sofort den Fehler erkennt.“ Außerdem, sagt Schumann, sei das Sepa-System in mehreren europäischen Ländern bereits sehr gut angelaufen.
 

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