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Sexueller Missbrauch: Vater und Stiefbruder frei

Saarbrücken. Mit einem Freispruch vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs ist jetzt vor dem Landgericht der Strafprozess gegen einen 40-jährigen Familienvater und dessen Stiefsohn (19) zuende gegangen. Den beiden Männern war vorgeworfen worden, 2008 ein damals 13 Jahre altes Mädchen aus der eigenen Familie mehrfach missbraucht zu haben.

Das Mädchen ist die leibliche Tochter des 40-jährigen Angeklagten und die Stiefschwester des 19-Jährigen. Beide Männer hatten die Vorwürfe der Anklage von Anfang an zurückgewiesen. Der jüngere Beschuldigte hatte lediglich zugegeben, dass „da etwas mit der Stiefschwester gewesen“ sei, als er betrunken war.

Das mutmaßliche Opfer hatte seine Erlebnisse vor Gericht Mitte Mai berichtet. Demnach soll der Vater sie regelmäßig sexuell bedrängt haben, wenn sie alle 14 Tage über die Wochenden bei ihm übernachtete. Sie habe sich von ihm waschen lassen und bei ihm im Bett schlafen müssen. Im Bett habe er sie dann regelmäßig sexuell bedrängt, bis hin zum Geschlechtsverkehr. Irgendwann habe ihr Stiefbruder von diesen Übergriffen erfahren und habe sie nachts bei ihr zu Hause ebenfalls bedrängt.

Viele offene Fragen

Schon während dieser Aussage waren bei den Richtern Zweifel daran aufgetaucht, ob es die geschilderte Vielzahl der Übergriffe so auch tatsächlich gegeben hat.  Die junge Frau habe bei ihrer Schilderung teilweise fabuliert wie ein Kind, so der Eindruck.

Insgesamt drei Prozesstage versuchten die Richter anschließend, die Wahrheit herauszufinden.  Am Ende beantragte der Staatsanwalt Freispruch für den Vater und eine Geldstrafe für den Sohn. Die Verteidiger forderten Freispruch für beide Angeklagten. Das Gericht folgte dem Antrag auf Freispruch.

Dazu stellte der Vorsitzende Richter fest: „Wir können nicht ganz sicher sein, dass es so gewesen ist, wie die Zeugin sagt.“ Es gebe Zweifel an ihren Schilderungen. Zu viele Fragen seien offen geblieben: Waren es 50 Übergriffe oder doch nur einer? Wie schwer waren die Übergriffe? Gab es tatsächlich Geschlechtsverkehr, obwohl das Mädchen noch Jungfrau ist? Und was ist mit den vielen anderen Widersprüchen? Vor diesem Hintergrund, erklärten die Richter, seien die Angeklagten freizusprechen.

Der Nachweis ihrer Schuld sei nicht gelungen. Am Ende bleibe lediglich ein unbestimmter Verdacht. Der Nachweis, dass es so gewesen ist, wie es in der Anklage steht, sei nicht möglich. Deshalb hätten die Angeklagten freigesprochen werden müssen. wi

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