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Sibirische Temperaturen kündigen sich im Saarland an

Saarbrücken. „Zieh dich warm an!“, eine Redewendung, die Unangenehmes ankündigt, darf man in den kommenden Tagen ruhig wörtlich nehmen. Denn Väterchen Frost schleicht sich aus Nordrussland an. Seine Vorboten sind derzeit schon zu spüren und laut Deutschem Wetterdienst ist das nur ein kleiner Vorgeschmack. Mit Temperaturen von bis zu zwölf Grad minus in der Nacht und frostigen minus sieben Grad am Tag ist zu rechnen. Wenig tröstend, wenn dabei tagsüber die Sonne scheint, denn die gefühlten Temperaturen werden dank des Windes noch heftiger werden, wie die Meteorologin Dorothea Paetzold erklärt.

Im Saarland wird die eisige Kältewelle spätestens Freitagfrüh ankommen, teilt die Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes mit. Zwischen zehn bis zwölf Grad minus in der Nacht seien vorhergesagt, im Tagesverlauf soll das Thermometer auf lediglich minus sieben bis fünf Grad ansteigen. Die Kältewelle hielte auch die nächste Woche noch an. „Dabei sind leichte Schneefälle möglich“, erklärt Paetzold. Mäßiger Wind aus nördlichen Richtungen sorge für gefühlte Temperaturen bis minus 20 Grad, wie am Donnerstagabend zum Beispiel. „Nicht leichtsinnig sein, es drohen Erfrierungen“, warnt die Meteorologin.

Um der Kälte entgegenzuwirken, rät Dr. Joachim Meiser nicht auf Mütze oder Hut sowie einen warmen Schal und Handschuhe zu verzichten. Hände, Füße und das Gesicht seien am empfindlichsten und die gelte es besonders zu schützen, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland. Bei der Kleidung gelte das Zwiebelschalenprinzip. Danach werden mehrere Kleidungsstücke übereinandergetragen, die es zulassen, dass Wärme gespeichert, zugleich aber auch der Schweiß abtransportiert wird. Von innen wärmen können zudem Gewürze, wie Pfeffer oder Ingwer. „Sie regen die Durchblutung an und bewirken einen wärmenden Effekt“, erklärt Meiser.

Warme Kleidung alleine dürfte Obdachlosen nicht ausreichen. Die Anlaufstellen für Wohnungslosen rechnen in den kommenden Tagen mit einem stärkeren Zulauf und haben sich entsprechend gerüstet. Die Bahnhofsmission am Hauptbahnhof von Saarbrücken öffnet morgens um acht Uhr. Kaffee, Tee, ein Marmeladenbrötchen und die Möglichkeit, sich in der Stube kurz aufzuwärmen, stehen dort im Angebot. Viele Wohnungslose verschlägt es jedoch in den „Treffpunkt Wurzellos“, die Wärmestube in der Trierer Straße. Sie ist von November bis April für gewöhnlich jeden Wochentag von neun bis 16 Uhr geöffnet, außer mittwochs. Mit bis zu 80 Besuchern täglich zur Mittagszeit rechnet jetzt der Initiativkreis Wärmestube als Träger der Einrichtung. „Diese Zahl planen wir ein und die verkraften wir auch“, sagt der Vorsitzende Georg Diening. Sollte die Kältewelle anhalten und sich tagsüber Temperaturen bis minus fünf Grad halten, öffnet die Wärmestube auch am kommenden Mittwoch.

Die Oase Saarlouis, eine Einrichtung der Caritas Saar-Hochwald, öffnet tagsüber von 9.30 bis 13 Uhr und dann nochmals abends ab 20 Uhr. „Wenn es sehr kalt ist, abends auch schon mal eine Stunde früher“, erklärt die Leiterin Stefanie Durst. Die Zeit zwischen 13 und 20 Uhr müssen die Obdachlosen überbrücken, würden jedoch oft von ehemaligen Wohnungslosen mit nach Hause genommen. „Die Hilfsbereitschaft untereinander ist groß“, sagt Durst. Die Oase bietet nachts Schlafgelegenheiten für zwölf Männer und sechs Frauen. Momentan seien noch einige wenige Plätze frei. Durst geht jedoch davon aus, dass sich das in den kommenden Tagen ändern wird.
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