A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Wallerfangen Unfall, Ausfahrt gesperrt, Stau zu erwarten (19:31)

A620

Priorität: Dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Sichere Jobs im Saarland sind die Hauptsache

Saarbrücken. In der Tarifrunde 2010 bleibt – zumindest im Saarland – der Kanonendonner aus. Die Tarifpartner bevorzugen die leisen Töne. Lediglich die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) will für den Hotel- und Gaststättenbereich an der Saar „einen hohen Abschluss erzielen“, macht Tarifmann Roman Peifer deutlich. „Die Hotels profitieren durch die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent. Das soll sich auch im Geldbeutel der Mitarbeiter niederschlagen“, sagt er. Ihm schwebt vor, „dass rund ein Drittel dieser Kostenersparnis in höhere Tarifeinkommen fließen soll“. Kündigungstermin für den Vertrag war Ende 2009, noch im Januar soll die erste Gesprächsrunde stattfinden.

Ende Februar sind die Brauereien in der Region an der Reihe. Hier setzt Peifer darauf, dass „die Beschäftigung gesichert wird“. Bei den Brauern „gibt es noch kein Verhandlungsangebot“, sagt Wolfgang Thum (Karlsberg-Brauerei), der die Arbeitgeber vertritt.

Große Brocken sind in diesem Jahr neben der Metall- und Elektroindustrie die Chemie. Ralf Sikorski, Bezirksleiter Rheinland-Pfalz-Saarland der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), rückt auch hier die Beschäftigungssicherung in den Mittelpunkt, pocht aber auch darauf „dass die Zahl der Ausbildungsplätze noch wächst“. Außerdem soll es nicht zu einem Lohnverzicht kommen. Die Konjunktur ist in der Branche gespalten. „Den Pharma-Unternehmen und einigen Firmen in der Chemie-Industrie geht es richtig gut“, sagt er. Sorgenkinder seien die Automobil-Zulieferer wie Saargummi oder die Reifenhersteller. In der chemischen Industrie des Saarlandes läuft der Tarifvertrag Ende Mai aus.

Bei der Metall- und Elektroindustrie, wo am 30. April bundesweit Kündigungstermin ist, gibt sich die Gewerkschaft vorsichtig. Für die „Sicherung von Realeinkommen und Beschäftigung“ spricht sich Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Völklingen, aus. Über die Ausgestaltung der Forderung „entscheidet allerdings die Tarifkommission“, nimmt er sich zurück. Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Metall- und Elektroindustrie an der Saar (ME Saar), wird hier deutlicher. „Unsere Unternehmen brauchen mehr Entlastungen als Belastungen“, betont er. „Eine Lohnerhöhung können viele Firmen überhaupt nicht verkraften.“ Malter will am liebsten den künftigen Tarifvertrag so gestalten, dass man stärker auf die jeweilige wirtschaftliche Situation der Unternehmen eingehen kann. Auch über Beschäftigungssicherung „lassen wir mit uns reden“. Sie dürfe allerdings nicht teurer werden, „als es eine Lohn- und Gehaltsrunde sein würde“. Außerdem dürften die Firmen nicht durch zu strenge Arbeitsplatz-Zusagen daran gehindert werden, „ihre Strukturen dem Markt anzupassen“.

Bereits angelaufen ist die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst für den Bund und die Kommunen. Außerdem läuft der Bankentarifvertrag am 30. April aus. „Im Zuge der Finanzkrise werden das schwierige Verhandlungen“, sagt Alfred Staudt, Bezirksleiter Saar der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. In weiter Ferne sind die Kündigungstermine für die Saar-Stahlindustrie (30. November) und den Steinkohle-Bergbau (31. Dezember). Kleinere Tarifrunden finden in der Region unter anderem im Erwerbsgartenbau (ab 31. März) und im Kfz-Gewerbe (ab 30. April) statt.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein