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Sicherheit: Damit der Kaminabend kein böses Ende nimmt

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt, noch dazu werden die Energiekosten immer höher. Was gibt es also gemütlicheres, als mit Holz zu heizen. Das brennende Holz knistert, die Flamme gibt ein angenehmes Licht. Soweit die Idealvorstellung. Vorsicht aber vor Kaminbränden. Wie solchen Bränden vorgebeugt werden kann und was zu tun ist, wenn der Kamin in Flammen steht, darüber sprachen wir mit Harald Becken und Heinz Detlef Puff von der saarländischen Schornsteinfegerinnung und dem Wehrführer der Feuerwehr St. Ingbert, Timo Meyer. „Die Auswahl des Brennmaterials ist enorm wichtig“, betont Harald Becken direkt zu Beginn. Die Fachmänner erklären, dass Glanzruß entstehen kann, wenn zu feuchtes Holz verbrannt wird. Brennholz sollte eine Feuchte von unter 20 Prozent haben. „Dieser Glanzruß wiederum ist leicht brennbar“, erklärt Harald Becken. Die Bildung von Glanzruß kann ausgelöst werden, indem mit zu wenig Sauerstoff verbrannt wird. Deshalb, da sind sich die drei Fachleute einig, sollte nur mit trocken gelagertem Holz geheizt werden und es sollte für eine ordnungsgemäße Verbrennung gesorgt werden.

„Wichtig ist vor allem auch, dass der Ofen ordnungsgemäß in Betrieb genommen wird. Er sollte regelmäßig durch den Schornsteinfeger gewartet werden“, betont Landesinnungsmeister Becken. Auch ist wichtig, dass nur die Materialien verbrannt werden, für die der Ofen auch zugelassen ist. „Nicht in jedem Ofen kann jedes Material verbrannt werden“, erklärt Heinz Detlef Puff.

„Wenn es trotz aller Vorkehrungen dennoch zum Kaminbrand kommt, merken das eher die Nachbarn als der Heizende selbst“, weiß Wehrführer Timo Meyer. Denn ein Zeichen für einen solchen Brand sind Funken, die aus dem Kamin sprühen. „Man kann einen Kaminbrand auch daran erkennen, dass dichter Rauch stoßweise aus dem Schornstein quillt“, so Meyer weiter. Wichtig sei vor allem, dass jemand, der auch nur im geringsten befürchtet, dass er einen Kaminbrand hat, sich bei der Feuerwehr meldet.

„Wenn die Feuerwehr wegen eines Brandes ausrückt, kostet das den Bürger auch nichts“, beruhigt Meyer all die, die solch einen Anruf vielleicht wegen etwaiger Kosten scheuen. Vor allem sei auch wichtig, einen Brand niemals mit Wasser zu löschen. Meyer erklärt: „Das würde sofort zu einer Explosion führen.“ Die Feuerwehr reinigt bei einem Kaminbrand den Kamin. Danach müssen die Schornsteinfeger prüfen, ob der Kamin wieder in Betrieb genommen werden kann.

Landesinnungsmeister Harald Becken gibt zudem zu Bedenken, dass für einen Brand, der von einem Kaminofen ausgeht, der nicht durch einen Schornsteinfeger abgenommen wurde, kein Versicherungsschutz besteht. Teilweise, warnt er, zählten Brandschäden nicht zu den Leistungen einer Gebäudeversicherung. Abschließend stellen die Fachleute fest, dass wenn alle wichtigen Punkte beachtet werden, der Kaminbrand „eigentlich gut beherrschbar“ sei.

HINTERGRUND

Wenn aus einem Kaminbrand ein Wohnungsbrand wird, sind dabei nicht nur die Flammen lebensbedrohend. Zum einen besteht durch die im Rauch enthaltenen Brandgase Erstickungsgefahr und zum anderen entstehen gefährliche Luftschadstoffe. Aus ursprünglich unbedenklichen Stoffen kann durch chemische Reaktionen eine Vielzahl von Gefahrstoffen entstehen. Diese können sich über die Luft verbreiten, wenn sie mit dem Rauch von der Brandstelle ausgetragen werden. Sobald der Brandrauch abkühlt, beginnt die Schadstoffabscheidung: Die Gase kondensieren an kälteren Oberflächen und es bilden sich dort Tröpfchen. Ascherückstände, Rußpartikel und Schadstoffe lagern sich ab.

Fachleute betonen die Wichtigkeit von Rauchmeldern. ywi

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