A1 Trier Richtung Saarbrücken Zwischen AS Nonnweiler-Braunshausen und Parkplatz Kastel Gefahr durch defektes Fahrzeug, linker Fahrstreifen blockiert (05:59)

A1

Priorität: Sehr dringend

1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Sicherheit: Muss Wohnheim D dicht machen?

Trotz schlechtem Zustand sind die Wartelisten für das Wohnheim D auf dem Saarbrücker Uni-Campus lang. In dem zentral gelegenen Gebäude wohnen vor allem Studenten aus dem Ausland, die die niedrigen Mietpreise schätzen.

Trotz schlechtem Zustand sind die Wartelisten für das Wohnheim D auf dem Saarbrücker Uni-Campus lang. In dem zentral gelegenen Gebäude wohnen vor allem Studenten aus dem Ausland, die die niedrigen Mietpreise schätzen.

Saarbrücken. Gemeinschaftsräume, die bei einem Brand zur Falle werden können, Schimmelprobleme und eine marode Bausubstanz: Die Situation im Wohnheim D der Saar-Uni wird immer brenzliger. Der Bau ist bereits seit Jahren sanierungsbedürftig. Nach der jüngsten Begehung durch den Sicherheitsingenieur des Studentenwerks, der erneut Mängel feststellte, wurde die Diskussion um eine Komplettsanierung des Wohnheims offenbar unumgänglich. „Hier muss etwas geschehen, eine Sanierung ist sehr, sehr dringend“, sagt Anne-Marie Oswald, Geschäftsführerin des saarländischen Studentenwerks, das die Wohnheime auf dem Uni-Campus betreibt.

Wohnheim D  in der Prioritätenliste weit oben

Eigentümer ist die Universität, die eine Sanierung auch finanzieren muss. Das Wohnheim D ist allerdings nicht das einzige sanierungsbedürftige Gebäude auf dem Saarbrücker und Homburger Campus. Welche Bauten auf eine Sanierung hoffen können, soll im Universitätsentwicklungsplan festgeschrieben werden, über den der Universitätsrat heute abstimmt.

Das Wohnheim D steht dabei in der Prioritätenliste weit oben, verrät Uni-Präsident Volker Linneweber. Eine Sanierung sei geplant, allerdings erst ab 2013 – vorausgesetzt, die Finanzierung aus Landesgeldern ist gesichert. Die Uni habe dafür keinen eigenen Etat, so Linneweber. „Wir schreiben eine Liste mit Gebäuden, die saniert werden müssen, geben die bei der Landesregierung ab und die entscheidet dann, was als Erstes gemacht wird.

“ Noch gibt es keine genauen Zahlen, wie viel eine Renovierung kosten könnte, Linneweber geht aber von einem deutlich siebenstelligen Millionen-Betrag aus.

Gemeinschaftsräume im Keller bis auf Weiteres geschlossen

Bis das Land grünes Licht für die Sanierung gegeben hat, müssen sich die Bewohner des Wohnheims ein Ausweichquartier für gemeinsame Fernsehabende suchen – die Gemeinschaftsräume im Keller, die keine separaten Fluchtwege haben, bleiben bis auf Weiteres geschlossen. „Ursprünglich waren sie auch gar nicht für diesen Zweck vorgesehen“, sagt Linneweber. Die von den Studenten umfunktionierten Räume sollten eigentlich als ganz normale Kellerräume genutzt werden.

Das 50 Jahre alte Gebäude ist trotz Mängeln bei seinen rund 250 Bewohnern sehr beliebt. Auch wenn die nur elf Quadratmeter großen Einzelzimmer kein eigenes Bad haben und das Alter des Gebäudes offensichtlich ist, wissen die Studenten ihr Zuhause zu schätzen. Für sie ist neben der internationalen Atmosphäre und dem geselligen Miteinander in den Gemeinschaftsküchen vor allem der Preis ausschlaggebend: 168 Euro kostet ein Einzelzimmer, 220 Euro ein Einzelappartement.

Modernere Zimmer - steigende Mietpreise?

Die Studenten wissen um den maroden Zustand des Wohnheimes, zeigten sich aber bei einer Umfrage der Saarbrücker Zeitung unter 93 Bewohnern eher schweigsam. Grund dafür sei Angst, dass mit moderneren Zimmern auch die Mietpreise steigen, erklärt Johannes Webel, Student der Materialwissenschaften. Er fürchtet sogar, dass bei fehlender Finanzierung das Wohnheim ganz geschlossen werden könnte. „Schön wäre es, wenn alles so bleiben könnte, wie es ist – nur moderner und für das gleiche Geld“, sagt er. Der Uni-Präsident gibt hier Entwarnung. Er sagt, dass sich nach einer Sanierung auch ausländische Studenten aus ärmeren Ländern das Wohnen in Saarbrücken noch leisten können sollen. Gerade deren Namen stehen auf den Wartelisten des Studentenwerks für das Wohnheim.

Auch wenn die Finanzierung noch ungeklärt ist, hat sich bereits eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Asta, des Studentenwerks und der Universität gebildet, die überlegt, wie eine Sanierung des Wohnheims aussehen könnte. So sollen etwa neben einer Renovierung der Räume auch ein Badezimmer eingebaut werden.

Während einer Sanierung müssen die Bewohner nicht um ihre Unterkunft fürchten, sagt Oswald. Sie sollen dann auf andere Heime verteilt werden. Das ginge dann allerdings auf Kosten der Studenten auf den Wohnheim-Wartelisten.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein