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Sicherheits-Auflagen blockieren Baubeginn des Redener Hochseil-Kletterparks

Einer der Anziehungspunkte im Reden: Das Stahlskelett der alten Kohleverladehalle. Hier sollten bereits im Frühjahr Kletterer i
hren Spaß haben.

Einer der Anziehungspunkte im Reden: Das Stahlskelett der alten Kohleverladehalle. Hier sollten bereits im Frühjahr Kletterer i hren Spaß haben.

Geld ist da, Engagement sowieso, schließlich will die Illinger Firma ProWin ihren rund 3000 Vertriebspartnern aus ganz Deutschland, die jährlich in ihre Weiterbildungakademie nach Reden kommen, sogenannte „Incentives“ – Anreize – bieten. Dazu wäre ein Hochseilkletter-Park, der in unmittelbarer Nähe der Akademie liegt, glänzend geeignet. Vor allem, weil er etwas Besonderes wäre, Abenteuer zwar unter freiem Himmel bieten würde, aber nicht im Grünen, sondern in einer Industriekulisse. Ein 1200 Quadratmeter großes Plateau der früheren, von der Landesgesellschaft IKS sanierten Kohleverladehalle sollte dafür hergerichtet werden. Das entkernte Stahl-Skelett thront als Aussichtsplattform über den Wassergärten, auch Spaziergänger nutzten sie gerne. Doch seit dem Frühsommer ist das Gelände abgesperrt. Baustelle? Eben nicht.

„Wir können aktuell nicht bauen“, sagt Benjamin Kiehn, der das Kletterpark-Projekt bei ProWin betreut. Das Areal sei vom Eigentümer, der landeseigenen Strukturholding Saar, nicht mehr freigegeben. Es gebe Sicherheitsbedenken der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA). „Die UBA hat Genehmigungsmängel festgestellt“, sagt Kiehn. Die seien erst jetzt bei der Bauvoranfrage von ProWin aufgetaucht, beträfen aber nicht etwa das Kletterpark-Vorhaben an sich. „Unsere Pläne waren nicht das Problem, sie waren mit dem Denkmalamt abgestimmt“, sagt Kiehn. Die UBA habe vier Mängel benannt, die unabhängig vom Bauvorhaben bereits in der Vergangenheit bestanden hätten: ein extrem glatter Boden, mangelhafte Fluchtwege, statische Unsicherheiten und ein zu scharfkantiges Geländer.

Diese Darstellung bestätigt SHS-Geschäftsführer Bernd Therre . „Wir mussten auf die Hinweise, dass die Verkehrssicherheit nicht gegeben ist, mit Sperrung reagieren.“ Heißt das, dass die Spaziergänger in der Vergangenheit gefährdet waren? Therre verneint. Die Boden-Problematik sei bekannt gewesen. Doch erst jetzt habe sich herausgestellt, dass die Glättegefahr offensichtlich mit den Jahren zunehme: „Es wurde immer glitschiger.“ Nun müsse die SHS für Abhilfe sorgen. „Als Eigentümer werden wir die Infrastruktur nachbessern, damit wir an ProWin verpachten können“. Ein Vorvertrag mit ProWin laufe, das Kletterpark-Projekt sei nicht gefährdet. SHS und ProWin haben sich laut Therre darauf verständigt, die zweite Bauanfrage gemeinsam zu formulieren. „Wenn das bis Ende des Jahres passiert, könnte der Park 2017 fertig sein“, meint Therre.

Bei ProWin nimmt man die Bauverzögerung gelassen. Die Firma habe genügend Ausweichmöglichkeiten, sagt Kiehn, fahre beispielsweise nach Merzig in den Kletterpark. Kiehn: „Das Projekt ruht, bis alles geklärt ist. Wir sehen das als positiven Prozess. Altlasten werden aufgearbeitet.“

Gemeint sind damit, wie sich durch Rückfrage bei Therre ergibt, Versäumnisse der IKS.

Ein „Nutzungskonzept“ für die Fläche sei bei der UBA nicht eingereicht beziehungsweise ein gestopptes Genehmigungsverfahren nicht bis zu Ende durchgezogen worden. Alles auf Anfang? Laut Kiehn wird es auf jeden Fall „ein neuerliche Durchrechnen mit spitzem Bleistift“ geben, sollten sich andere Auflagen ergeben. 180 000 Euro wollte die Firma investieren, nicht nur ins eigene Vergnügen. Der Park war und ist zwar nicht als öffentliche Einrichtung gedacht, soll aber für private Gruppen und Firmen anmietbar sein.

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