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Siersburger Mode- Guru

Vom Lehrling in einem Feinkosthaus zum Modemessen-Veranstalter. Karl-Heinz Müller hat Berlin mit seiner Messe „Bread & Butter“ zur Modeweltstadt gemacht. Die Offiziellen sind begeistert.

Berlin. Mit Sicherheit hat sich der 1957 in Siersburg im Saarland geborene Karl-Heinz Müller nicht träumen lassen, einmal Modemessen zu revolutionieren und zum Impulsgeber der Mode-Industrie zu werden. Sein Berufsweg: Einzelhandelslehre in einem Feinkosthaus in Dillingen, dann Filialleiter in einer Supermarktkette in Kaiserslautern. Mit 25 Jahren geriet Müller eher zufällig in die Textilbranche, wo er für verschiedene Jeanslabels tätig war. Im Jahr 1999 macht er sich selbstständig und eröffnete in Köln einen Jeansladen.

Während sein Shop erfolgreich lief, fand er die damals weltweit bedeutende Herren-Mode-Woche Köln nicht mehr zeitgemäß und entschloss sich 2001, selbst eine Messe zu veranstalten. Ein neues Konzept musste her, das den Erfordernissen der dynamischen Jeans-Branche entsprach. Und ein attraktiver Name. Ein Freund brachte zum Meeting „ein tolles Brot und Butter“ mit – schon war der Name „Bread & Butter“ geboren, außergewöhnlich für eine Modemesse wie alles andere, was sich Müller ausdachte, der nie „Messe machen“ gelernt hatte.

Als „Messe-Halle“ wählte er eine Industriebrache in der Nähe des offiziellen Messegeländes. Er startete 2001 mit 50 Marken, auf offenen Ständen präsentiert. Die Branche war begeistert, die offiziellen Messemacher weniger. Statt Kooperation erfuhr Müller Messe-Mobbing.

Genervt ging er nach Berlin, wo man ihm alte Industriegebäude anbot. Die ehemaligen Siemens Kabelwerke wurden zu „Messehallen“. Alle Dimensionen und Vorstellungen von einer Modemesse wurden gesprengt. Die Aussteller- und Besucherzahlen explodierten, doch das Gelände liegt in einem Spandauer Wohngebiet. Anreise und Parken wurden zum Problem.

Ausweg: Ein zweiter Event wurde in Barcelona gestartet. Da dort die Besucherzahlen drastisch stiegen, in Berlin aber fielen, ging die Bread & Butter ganz in die katalanische Hauptstadt. Die Bread & Butter wurde zur Leitmesse weltweit, Barcelona brachte zum Schluss 100.000 Fach-Besucher, eine bis dahin unerreichte Zahl für eine Modemesse.

Dennoch ist Müller in diesem Jahr nach Berlin zurückgekehrt, nachdem sich durch Stilllegung des Flughafens Tempelhof die Chance für eine Anmietung ergeben hatte. „Ich sehe Berlin als den besten Standort für jene Bekleidung an, die immer bedeutender werden wird: Streetwear. Nicht die konventionelle Kleidung ist die Zukunft, sondern die alltägliche Mode wie Jeans und Sportswear. Selbst der Sakko ist schon casualisiert“.

Der Start in Tempelhof löste im Juli bei den Fachbesuchern aus aller Welt schiere Begeisterung aus. Im Windschatten der B&B starteten weitere Messen. Müller hat Berlin zu einer wichtigen Modemetropole gemacht. Die Offiziellen: „Die Bread & Butter ist ein absoluter Glücksfall für die Hauptstadt“.








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