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Silvesterlauf: Trier im "Haile“-Fieber

Trier. Der laufende Weltstar hatte sein Ja-Wort kaum gegeben, purzelten bereits die ersten Rekorde. Mit der Verpflichtung von Haile Gebrselassie ist den Organisatoren des Trierer Silvesterlaufes ein großer Coup gelungen, der die älteste Stadt Deutschlands in ein „Haile“-Fieber versetzt hat. „Wir haben einen echten Haile-Effekt“, sagt Organisationschef Berthold Mertes, der am letzten Jahrestag mit der Rekordzahl von über 20000 Zuschauern rund um den Hauptmarkt rechnet. Nach mehreren Anfragen war es bei der Leichtathletik-WM in Berlin und später dort beim Marathon gelungen, den 27-fachen Weltrekordler, zweimaligen Olympiasieger und vierfachen Bahn-Weltmeister für den 20. Jubiläumslauf über 8000 Meter durch die Trierer Innenstadt zu verpflichten.

Damit musste aber auch der Etat mächtig erhöht werden - von zuvor 100000 Euro auf geschätzte 160000 Euro. „Dies ist allerdings nicht nur in der Gebrselassie-Verpflichtung begründet, sondern auch in unserer großen Geburtstags-Gala“, sagte Mertes, der auf einen weiteren „Haile-Effekt“ verweist: „Alle Läufe, auch der Lauf der Asse, in dem Gebrselassie startet, waren frühzeitig ausgebucht. Jeder wollte vor, mit oder nach Haile rennen.“

Für den Äthiopier ist Trier erst die zweite Station eines Straßenlaufs in Deutschland nach vier Siegen beim Berlin-Marathon (2006 bis 2009). Dort gelang ihm 2008 in 2:03,59 Stunden auch der aktuelle Weltrekord. Diese Bestleistung will der 36-Jährige am 22. Januar 2010 in Dubai erneut verbessern und sich in Trier auf die Rekordjagd vorbereiten. „Acht Kilometer sind eine schöne Abwechslung zu all den langen Distanzen, die ich laufe. Es ist sehr gut, vor einem Marathon ein oder zwei schnelle Wettkämpfe zu absolvieren“, sagte Gebrselassie in einem Interview mit dem „Trierischen Volksfreund“.

Dass jeder von ihm in Trier die Verbesserung des zwölf Jahre alten Streckenrekords von 22:21 Minuten erwartet, ist für den Äthiopier nicht Last, sondern Motivation: „Das wird keine leichte Aufgabe. Die Strecke ist für mich eigentlich ein bisschen zu kurz, und viel hängt vom Wetter ab. Diese Zeit ist für mich eine große Herausforderung, aber ich mag solche Herausforderungen.“ Der Afrikaner stand zuletzt in einer für ihn untypischen Sportart weltweit im Rampenlicht er war „Glücksfee“ bei der Auslosung zur Fußball-WM 2010 in Kapstadt und bescherte der deutschen Mannschaft Serbien als Gegner.

Seine Popularität nutzt der Äthiopier immer wieder, um sich für sein Heimatland und Afrika einzusetzen. „Ich will immer helfen und ein Vorbild sein“, sagte er. Neben dem Sport hat sich Gebrselassie ein Standbein als Unternehmer geschaffen, ist Chef mehrere Firmen und von 400 Angestellten in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. „An einem normalen Arbeitstag arbeite ich acht Stunden für meine Firmen. Es ist schwer, Training und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Daher trainiere ich morgens um sechs Uhr und abends um achtzehn Uhr und zwischendurch arbeite ich eben“, sagte der vierfache Familienvater.

An der Mosel wird Gebrselassie, der fast eine Dekade auf der 10 000-Meter-Distanz auf der Bahn ungeschlagen war und seit 2001 vorwiegend Marathon läuft, auch den Jahreswechsel feiern und getreu seiner sozialen Ader sein Lauftrikot für einen wohltätigen Zweck versteigern. Sein Ziel für 2010 und darüber hinaus: „Ich will in meinem Leben dreißig Weltrekorde aufstellen, aber es gibt einen großen Gegner mein Alter. Deswegen muss ich mich beeilen.“

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