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Simone Peter: "Keine Gentech-Landwirtschaft im Saarland."

Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald

Saarbrücken. Die Agro-Gentechnik, also der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und ihre Nutzung im Lebensmittelsektor, ist eine „gigantische Lüge“. Darüber waren sich am Samstag in Saarbrücken die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum 40. Geburtstag des BUND Saarland einig. Das Saarland sollte hier ein deutliches Zeichen setzen und sich als gentechnikfreie Region ausweisen, wie Umweltministerin Simone Peter (Grüne) forderte. Dazu müssten die Politik, Berufsverbände, Naturschutzorganisationen und Bürger an einem Strang ziehen, sagte Peter.

Im globalen Wettbewerb hätten es kleine Landwirtschaftsbetriebe schwer mit ökologischen oder konventionellen Produkten am Markt zu bestehen, wie Bauernverbandspräsident Klaus Fontaine erklärte. Der Agro-Gentechnik erteilte er eine klare Absage. „Bis 2020 ist das ohnehin im Saarland kein Thema“, sagte er. Es gibt ein Abkommen, was den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft betrifft, das den Abstand zum Nachbarfeld bis 2020 klar regelt. „Wir haben im Saarland nur Kleinparzellen, eine Einhaltung der Abstände wäre hier nicht möglich“, sagte Fontaine. Dennoch müssten die Weichen für die Zeit danach gestellt werden, so die Umweltministerin. „Ich freue mich, dass die Landwirtschaft das Thema kritisch sieht“, sagte Peter. Gemeinsam sollten alle Beteiligten eine Erklärung unterschreiben, um der Agro-Gentechnik keine Tür zu öffnen. Das Saarland habe die Chance, die 59.  europäische Region zu werden, die gentechnikfrei bliebe.



Einen genmanipulierten Anbau zuzulassen, bedeute, damit rechnen zu müssen, dass die gesamte Landwirtschaft kontaminiert werde, meinte Hubert Weigner, BUND-Bundeschef. Der Samen der Pflanzen mache nicht vor Grundstücksgrenzen halt. „Es gibt keine Co-Existenz, die Agro-Gentechnik ist eine gigantische Lüge“, sagte Weigner. Auch die Aussage „mit Agro-Gentechnik ließen sich die Welternährungs- und die Klimaprobleme lösen“, wie es US-Konzerne propagierten, sei gelogen. „Mit dieser Keule lassen sich diese Probleme nicht lösen“, so Weigner. Wenngleich sich alle Teilnehmer des Podiums, das BUND-Saar-Vize Michael Grittmann leitete, sich gegen die Agro-Gentechnik aussprachen, forderte Fontaine „Null-Toleranz“ bei allen Gen-Lebensmitteln und eine klare Deklaration auf allen Produkten.
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