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Sitzenbleiben im Saarland bald passé?

Saarbrücken. Angesichts der neuen Bildungsstudie zu den Kosten des Sitzenbleibens hat die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Barbara Spaniol, angekündigt, eine Initiative für eine „Schule ohne Sitzenbleiben“ im neuen Landtag einzubringen. Spaniol erklärte gestern, viele Kinder erlebten das Sitzenbleiben als massiven Misserfolg. Die Linke fordere daher, Diagnosekompetenzen der Lehrkräfte durch eine bessere Aus- und Fortbildung zu verbessern, um Probleme bei Schülern früh zu erkennen. Zudem müssten spezielle Förderkonzepte mit einer Lernberatung und Intensivkursen in kleineren Gruppen entwickelt werden. Man dürfe die Schüler dabei nicht nur auf private Nachhilfe verweisen.

Das Sitzenbleiben von Schülern kostet laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung jährlich rund 931 Millionen Euro und bringt kaum eine Verbesserung bei den schulischen Leistungen. Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Klaus Kessler, sagte dazu, auch seine Partei sei dafür, das zwangsweise Wiederholen einer Klasse durch den Ausbau von Fördermaßnahmen zu ersetzen. Das werde nicht auf einen Ruck in allen Klassenstufen umsetzbar sein, da Fördermaßnahmen „richtig viel Geld“ kosteten, wohl aber für die Klassenstufen 1 bis 7. Die Abschaffung des Sitzenbleibens sei „einzubetten“ in einen Ausbau verbindlicher Ganztagsschulen.

Das Wiederholen von Klassen soll nach dem Willen der Grünen nur noch dann möglich sein, wenn der Schüler und die Eltern dies ausdrücklich wünschen. Die CDU-Bildungsexpertin Gisela Rink sagte, sie würde statt von „abschaffen“ lieber davon sprechen, Sitzenbleiben zu „vermeiden“. Und zwar durch Förderkonzepte nicht nur in den Grundschulen, sondern neuerdings auch in weiterführenden Schulen einschließlich der Möglichkeit von Nachprüfungen. Bevor man hier die Rechtslage ändere, sollte man erst einmal abwarten, wie sich die neuen Förderkonzepte auswirken. 
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