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Skandal um Quierschieder Tafel weitet sich aus



Die Aufregung um die Quierschieder Tafel geht weiter. Vorgestern wurde bekannt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft gegen drei Tafel-Bosse wegen des Verdachts der Unterschlagung von Spenden ermittelt.

Auch der Bundesverband der Tafeln in Deutschland wurde eingeschaltet und Konsequenzen. Bernd Neizert, Tafel-Ländervertreter für Rheinland-Pfalz und das Saarland im Bundesvorstand der Tafeln:, erklärte gestern gegenüber unserer Zeitung: „Der Bundesvorstand in Berlin hat beschlossen, dem Quierschieder Verein die Rechte zur Nutzung des Namens Tafel abzuerkennen.“ Ein entsprechendes Schreiben sei per Einschreiben unterwegs. Sollte es nicht per Post zugestellt werden können – wie angeblich schon andere Schreiben des Verbandes – werde kurzfristig ein Gerichtsvollzieher beauftragt, den Brief zu übergeben. Neizert wirft den Quierschieder Vereins-Verantwortlichen vor, dem guten Projekt Tafel zu schaden. Neizert: „Das darf nicht sein. Die Spender geben uns Lebensmittel, weil sie davon ausgehen, dass alles direkt und komplett bei Hilfsbedürftigen ankommt.“

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Nach Angaben von Neizert habe die Quierschieder Tafel trotz wiederholter Aufforderung gegenüber dem Bundesverband nicht nachgewiesen, dass sie als gemeinnützig anerkannt ist. Dies sei der Hauptgrund für die Aberkennung der Namensrechte. Neizert: „Die können sich Gänseblümchen nennen, aber nicht mehr Tafel.“ Ex-Tafel-Helfer in Quierschied hatten beklagt, dass dort Vorstände gespendete Lebensmittel für eigene Zwecke abgezweigt und dem Ortsverein der Linkspartei logistische Unterstützung geleistet haben. Die Betroffenen bestreiten dies. Die Namensrechte haben wir.“ Ein neuer Verein, der in Quierschied die Rechtsnachfolge der „Tafel“ antreten soll, sei bereits in Gründung. Im Gespräch ist offenbar eine Zusammenarbeit mit der Saarbrücker „Tafel“. Neizert bestätigte, dass sich andere „Tafeln“ im Saarland in der Vergangenheit über die Methoden des Quierschieder Vereins beschwert hätten.

Gleichzeitig kommen immer mehr pikante Details zu den Machenschaften der Quierschieder Tafel-Bosse ans Tageslicht. Im Frühjahr 2006 soll sich ein Vorstandsmitglied mit 3000 Euro aus der Vereinskasse einen Gebrauchtwagen finanziert haben. Das Darlehn sei zinslos gewesen. Weiter war zu erfahren, dass wohl auch die Steuerfahndung ermittelt.

Heftige Kritik an der Rolle der Linkspartei in der Affäre übte gestern die Saar-CDU. Generalsekretär Stephan Toscani (41) sprach von „linken Gierhälsen“. Toscani: „Die Menschen, die für die Tafeln spenden, wollen Bedürftigen helfen und nicht Funktionäre der Linken durchfüttern.“
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