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Skatecrew „Dshild“ fängt Saarbrückens Atmosphäre Stadt ein



Saarbrücken. Sie tragen Mützen über zotteligen Haaren, verbringen viel Zeit auf ihren Boards, und sie träumen von Berlin: Marvin Rausch, 17, und Nils Zoican, 18, sind Mitglieder der Skatecrew „Dshild“. Diese haben sie selbst gegründet, denn Spontaneität und Eigeninitiative zeichnen die Saarbrücker Skater ebenso aus, wie ihr ganz eigener Sprachstil. „Pushen“, „Underground“ oder „Spots“ sind viel verwendete Begriffe. Der Name der Crew ist ein Fantasie- Wort, das englisch klingen soll. Fast jeden Nachmittag versammeln sich die acht Crewmitglieder am Hauptbahnhof. An warmen Tagen bleiben sie dort selten allein. „Im Sommer gibt’s 30 bis 40 Skater, die sich regelmäßig am Hauptbahnhof in Saarbrücken treffen“, berichtet Marvin.

Doch damit geben sich die Jungs von „Dshild“ absolut nicht zufrieden. „Eigentlich geht in Saarbrücken seit sechs, sieben Jahren gar nichts mehr“, meint Nils. Also wollen sie die Skateszene hier „pushen“ und gerade die kleinen Skatekids motivieren. Zur Verbreitung ihres Lebensgefühls nutzen sie das Internet: „Dshild“ veröffentlichen regelmäßig selbst gedrehte Kurzvideos auf ihrer Facebookseite. Darin zeigen sie, was sie fahrtechnisch draufhaben und fangen gleichzeitig die Atmosphäre Saarbrückens ein. Ihres Saarbrückens, als Skater hat man einen ganz eigenen Blick auf die Stadt: „Man nimmt die Architektur ganz anders war“, erklärt Nils, „man sieht überall Spots“. Spots sind für ihn Orte, die sich fürs Skateboardfahren anbieten. Mit einem ihrer Clips haben die acht Jungs von „Dshild“ im Sommer den AdidasBroBQWettbewerb gewonnen, einen deutschlandweiten Wettbewerb, der vom Sportausrüster Adidas gesponsert wurde.

Daraufhin besuchten die Skateprofis vom deutschen Adidas- Team „Dshild“. Für die acht Crewmitglieder war das wohl der erste Schritt zum Erfolg, denn durch den Wettbewerb wurde Adidas auf sie aufmerksam und rüstete sie unter anderem mit neuen Schuhen aus. Auch eine Skateboardfirma bemerkte so die talentierten Jugendlichen und bot Marvin an, Teile seiner Ausrüstung zu bezahlen. In Saarbrücken sind sie mittlerweile in der Szene zu Berühmtheiten geworden. Für sie ist das ein besonderer Erfolg, da gerade Erwachsene den Lebensstil und die Leistungen der Jugendlichen oft nicht anerkennen. Wie sie sagen, hat ein leidenschaftlicher Skater in Saarbrücken fast jeden Tag mit der Polizei zu tun. Auf den meisten öffentlichen Plätzen, wie auf dem Platz vor der Congresshalle, ist das Fahren auf Rollbrettern nämlich verboten. „Wir bleiben einfach dort, bis die Wachleute kommen und einen kicken“, erzählt Nils.

Auch der ungewöhnliche Kleidungsstil der Jugendlichen wird oft missverstanden: „Viele Leute vergleichen Skater mit Pennern, weil wir halt so ’nen Style haben, die Schuhe sind zum Beispiel immer kaputt.“ In Berlin sei das anders. Dort gebe es Zeiten, zu denen öffentliche Plätze zum Skaten freigegeben sind. Die Toleranz sei in der Großstadt einfach größer. „Seit wir 12 oder 13 sind, träumen wir davon, nach Berlin zu ziehn“, schwärmt Marvin. Und die Jungs sind sich sicher, das werden sie auch – sobald sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Im Herbst dieses Jahres wollen Nils, Marvin und die anderen Crewmitglieder noch einen Schritt weitergehen: Sie wollen einen einstündigen Skatefilm veröffentlichen. Mit den Aufnahmen haben sie schon vergangenes Jahr im Sommer begonnen. Die Premiere wollen die Macher in der Skatehalle in Wiebelskirchen feiern.
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