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Skrupellose Tierbesitzer sorgen für Kaninchen-Überschuss im Tierheim

  Nun hat nach langen Kämpfen im Bertha-Bruch-Heim der Bau des lange ersehnten neuen Kleintierhauses begonnen. Und schon verschärfen skrupellose Kaninchenbesitzer den Platzmangel im Baustellen-Provisorium. „Die meisten unserer Kleintiere sind notdürftig in Bauwagen untergebracht“, sagt Tierschützerin Barbara Best. Da ist jeder willkommen, der etwas Arbeit und Zeit investiert, um einem Kaninchen oder Meerschweinchen ein artgerechtes Zuhause zu bieten. Gefragt sind Menschen, die Lebewesen achten und sich ihrer nicht einfach entledigen.

Passiert ist das zum Beispiel dem Rex-Kaninchen Bart. Ihn und mehrere Artgenossen verschenkte sein Vorbesitzer auf offener Straße einfach an ein Kind, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie der Junge damit zurechtkommt. Das sagte der Vater des Kindes, als er die Kaninchen Ende April im Tierheim abgab. Bart, auf dem kleinen Bild mit Vanessa Heinrich zu sehen, kam etwa zu Jahresbeginn auf die Welt. Seine Schneidezähne stehen nicht ganz richtig. Leider haben sich Hoffnungen zerschlagen, das könne sich noch auswachsen. Jetzt sieht es eher so aus, als müsse Bart künftig regelmäßig für eine Zahnkorrektur zum Tierarzt.

Sonst ist dieses liebenswürdige Kerlchen aber fit und damit startklar für ein Leben bei neuen Leuten.

Kommen wir zu Markus, einem traurigen Beispiel für Tierquälerei. Er kam Anfang Juli ins Heim, nachdem er mitten in der Nacht auf einer Saarbrücker Hauptstraße eingefangen worden war. Da liegt der Verdacht nahe, dass ihn irgendjemand ausgesetzt hat. Jetzt soll das zutrauliche Kerlchen ein besseres Zuhause finden.

Romina, die rechts unten mit Christoph Waterbör zu sehen ist, verdankt ihr Leben einer tierlieben Postbotin. Ihr fiel das umherirrende Tier Anfang August auf, und sie fing es ein. Rominas Alter lässt sich nicht sicher bestimmen. Dagegen steht fest, dass die zutrauliche Kaninchendame sehr gern mit Menschen zusammen ist.

Barbara Best wüsste gern mehr über Romina. Aber dafür hätte der Vorbesitzer sorgen und Romina ins Heim bringen müssen, statt sie auszusetzen.

Weitere Informationen über die Kaninchen gibt es täglich von 14 bis 17 Uhr (außer montags) unter Telefon (06 81) 5 35 30.

 

Ausgesetzte Tiere bleiben länger im Heim

Erst gekauft, dann verstoßen. Wer ein Kleintier aussetzt, nimmt dessen Tod in Kauf. Die Überlebenden haben es deutlich schwerer, jemals wieder ein gutes Zuhause zu finden. Das sagt Kleintierkennerin Eva Fell. Die Schicksale ihrer Schützlinge und die Gedankenlosigkeit der Vorbesitzer verschlagen ihr ein ums andere Mal die Sprache.

Die Zahl der ausgesetzten Kleintiere macht den Helfern schwer zu schaffen. Doch nur wer Glück im Unglück hat, landet überhaupt in der Obhut der Tierschützer . Denn viele Vorbesitzer lassen den letzten Funken Anstand vermissen und verurteilen ein Lebewesen, das ihnen anvertraut war, zu einem elenden Ende.

Expertin Eva Fell kann nicht fassen, was sich in und um Saarbrücken abspielt. „Leider ,entsorgen' immer mehr verantwortungslose Tierhalter ihre Kleintiere an Orten, wo sie nicht unbedingt schnell gefunden werden oder lassen sie gar im Wald oder auf einer Wiese einfach laufen. Das ist oft das Todesurteil.“ Viele verenden schon in diesen Herbsttagen draußen, weil sie nach dem Leben in der Wohnung keine Fell-Unterwolle gegen die Kälte schützt. Da ist die Lungenentzündung nur eine Frage der Zeit. Zu jeder Jahreszeit holen Füchse und Marder sich die Kerlchen, weil die oft kein Versteck finden, um dem Gefressenwerden zu entrinnen. Hunde und Autos sind für ausgesetzte Kleintiere kaum weniger gefährlich. Wer es dennoch ins Heim schafft, hat schlechtere Aussichten, noch mal rauszukommen. „Bei Kaninchen und Nagern ist das Alter nicht so gut zu schätzen wie bei Hunden oder Katzen“, sagt Fell. Das erschwert die Vermittlung, wenn jemand ein Heimtier will, dessen Alter zu bereits vorhandenen Hausgenossen passt.

Fells Fazit: „Insgesamt haben Fundtiere deutlich schlechtere Chancen auf eine Vermittlung und sitzen meist länger im Heim als Abgabetiere.“ Wer einem ihm anvertrauten Geschöpf all das antut, dem wünscht Eva Fell einen deftigen Denkzettel. Auf das Aussetzen von Tieren stehen Geldbußen bis zu 25 000 Euro.
   
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