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„Skulptura Beckingen 2010“: Standort-Werbung mit Stein, Stahl und Holz

Laura Danzi greift auf dem Gemeindebauhof Beckingen im Vorfeld der »Skulptura 2010 Beckingen« zur Kettensäge, um Eichenholzstämme in Köpfe zu verwandeln. Dabei wird eine von Personen begehbare Installation von 15 Elementen entstehen, die während der »Skulptura« im Saargarten zu sehen sein wird.

Laura Danzi greift auf dem Gemeindebauhof Beckingen im Vorfeld der »Skulptura 2010 Beckingen« zur Kettensäge, um Eichenholzstämme in Köpfe zu verwandeln. Dabei wird eine von Personen begehbare Installation von 15 Elementen entstehen, die während der »Skulptura« im Saargarten zu sehen sein wird.

Beckingen. Neu bei der zweiten Auflage der „Skulptura“ ist ein Symposion. Dazu hat Kurator Helmut Kopp fünf Bildhauerinnen und Bildhauer aus dem Kreis der zehn ausgewählt, die sich auf die Ausschreibung beworben hatten. Die Themen „Miteinander“ und „Reisen/Ankommen“ sind Programm: Schleifer und Kettensäge kreischen auf Stein, Stahl und Holz – auf der Wiese, neben der Wege entlangführen für Fahrradfahrer, Spaziergänger und Familien, die zum nahen Spielplatz unterwegs sind.

Ansiedlungen voranbringen

Das Gegenteil von Abschottung ist denn auch das erklärte Ziel der „Skulptura“, so ihr Kurator: Man will sich den Menschen zeigen und zugleich den Standort Beckingen im heute allen Städte und Gemeinden auferlegten Wettbewerb um Ansiedlungen voranbringen. Dafür nutzt die „Stiftung Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen“ ein gängiges, leicht zu Großspurigkeit verführendes Mittel: Kultur. Beckingen macht es jedoch mit der Skulpturenschau „Skulptura“ richtig, weil Anspruch und Umsetzung hier in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Das heißt für die Auswahl der Künstler „in der Mitte nach oben, aber nicht die Spitze“, wie Bürgermeister Erhard Seeger das Prinzip umschreibt. Zu sehen sind Skulpturen aus Stein, Holz und Metall, gefertigt von Bildhauern, die ihr Handwerk beherrschen und auch für den ungeübten Betrachter Nachvollziehbares schaffen.

2008 hatte das Projekt hier Premiere mit einer Ausstellung, die einer unter ihrer Materialfülle ächzenden Leistungsschau glich. Doch lernte man dazu, baute Schwachstellen ab. So hat die Präsentation an Übersichtlichkeit gewonnen. Die 16 Positionen sind handwerklich wie technisch ausgezeichnet und klar erkennbar. Die Bandbreite unter den elf Ausstellern im Bahnhof und Sägewerk ist groß, reicht von den dekorativen Wurzelköpfen der Luxemburgerin Marie-José Kerschen zur konstruktiven Strenge bei der Belgierin Anne-Marie Klenes. Dabei gibt sich das Programm angenehm frei von Dünkel gegenüber Handwerk und Kunst.

Charakterköpfe mit der  Kettensäge

Da schneidet beim Symposion Laura Danzi, Schülerin von Stephan Balkenhol an der Kunstakademie Karlsruhe, mit ihrer Kettensäge Charakterköpfe und der Trierer Alfons Peters, Schmied und Absolvent der Werkkunstschule Trier, stellt verschroben-surreale hölzerne Rundformen aus. Dazu gesellt sich das Duo Livia Kubach & Michael Kropp mit exzellenten Klangsteinen und sorgt für einen abwechslungsreichen Parcours, den die Ergebnisse eines Schülerwettbewerbs und eine Präsentation geologischer Funde publikumswirksam ergänzen.

Zu sehen ist dies an einer einzigartigen Stätte. Das Ensemble mit dem gerade zu einem Info- und Seminarzentrum des Zweckverbands Naturschutzgebiet Wolferskopf umgebauten Bahnhofs von 1858, mit der Güterhalle und dem alten Sägewerk Speiser ist das große Plus der „Skulptura“. Dies verdankt sich nicht allein dem Ort, sondern auch dem Umstand, dass hier an der Bahnstrecke Trier-Saarbrücken noch reger Verkehr ist. So ist man hier gewissermaßen mittendrin im Leben und in der Kunst. Das zeichnet diese „Skulptura“ aus, die hält, was sie verspricht.

Bis 12. September (täglich: 11 bis 18 Uhr). Katalog: 5 Euro.

Weitere Infos unter :: www.skulptura-beckingen.com

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