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So finden Nachtschwärmer den neuen Nachtbus

Das Nachtbus-Projekt ist erfolgreich gestartet.

Das Nachtbus-Projekt ist erfolgreich gestartet.

Saarbrücken/Neunkirchen. An der Bushaltestelle am Saarbrücker Rathaus wartet eine Menschenmenge, wie im tiefsten nachmittäglichem Berufsverkehr. Müde sind sie, diese Wartenden. Aber nicht vom Bürostress, sondern vom Feiern. Statt Telefonklingeln pocht ihnen Discomusik in den Ohren: Es ist Freitagnacht, kurz vor drei Uhr. An die 70 junge Leute stehen hier mit Freunden und Liebsten, um nach ihrer Disconacht in den Bus zu steigen. Seit diesem Wochenende können die Nachtschwärmer mit sieben landesweiten Nachtbuslinien nach Hause fahren.



Mit Zug und Taxi nach Neunkirchen

Gut gelaunt sind die Freundinnen Désirée Monak und Fiona Kreie im Nachtbus N3. Wenn nur die Füße nicht wären. „Die tun so weh vom Tanzen“, sagt Désirée und streift die Schuhe kurz ab. Fiona seufzt zustimmend, mit zwei, drei Bissen von ihrem Döner im Mund. In der Disco lief diese Nacht ihr Lieblingssong, „Freaky like me“, norwegischer Hip-Hop. Draußen ist die Nacht pechschwarz, die noch vom Tanzen erhitzten Gesichter der Nachtschwärmer spiegeln sich den Glasscheiben. Fast jedes Wochenende gehen die beiden 18-Jährigen aus. Bevor die Nachtbusse landesweit fuhren, sind sie mit Zug und Taxi nach Neunkirchen gefahren. Daheim waren sie dann gegen halb sechs Uhr morgens. „Sauspät“, wie Fiona findet.

Weiter vorne im Bus sitzt Nicole Bayer, die mit ihrer Freundin auch in das Nachtwerk aus gegangen war und nun über den Abend schwatzt: gute Musik, eine überfüllte Tanzfläche.

Wie die 17-jährige Nicole die neuen Nachtbusse findet? „Saugudd“, sagt die Schülerin. Ihre Mutter muss sie nun nicht mehr mitten in der Nacht aus Saarbrücken abholen. Im Bus ist es mittlerweile stiller geworden. Ein wenig Blaulicht flackert durch die Fensterscheiben hinein, als der Bus an der Kufa-Disco vorbeifährt. Die Haltestelle muss nicht bedient werden, die Party scheint schon länger vorbei. In Neunkirchen steigen die vier Mädchen nacheinander aus.

Fazit: Billig, bessere Abfahrtszeiten

Noch im Bus unterwegs ist Gisbert Hurth, Geschäftsführer von Saar-Bus. Weil es die erste Fahrt ist, will er sich ein Bild machen, wie die Preise und die Linie angenommen werden. Weitere Partygänger warten um vier Uhr am ZOB in St. Wendel, alles Gäste aus dem Flash, wo diese Nacht House und Hip-Hop aufgelegt wurden. Der Busfahrer öffnet die Türen. Ein Jugendlicher aus der rund dreißigköpfigen Traube ruft fragend in den Bus. „Marpingen?“, „Nein, Neunkirchen“, sagt der Fahrer. „Marpingen??“, schreit er diesmal ein bisschen lauter. „Neunkirchen“, ruft der Busfahrer hinaus in die Nacht. „Marpingen???“, nun klingt es ein wenig verzweifelt. Aber die Buslinien sind ja auch noch neu. Gisbert Hurth erklärt der Nachtschwärmermeute an der Bustür, dass der Bus nach Marpingen noch komme, es hier nach Neunkirchen gehe. Alle haben es verstanden, bis auf einen: „Ich regele das“, sagt der leicht angeschlagen und tätschelt Hurth auf die Schulter, „Sie können wieder einsteigen.“ Hurth nimmt es gelassen.

Mit einem hellwachen „Morje“ auf den Lippen sind derweil die Berufsschüler Marc Walter, 17, und Carsten Schultheis, 18, eingestiegen. „Manche Taxiheimfahrt nach Merchweiler kostet für einen 22 Euro“, erzählt Carsten. Ihr Fazit über den Nachtbus: billig, bessere Abfahrtszeiten.

Als der Bus in Saarbrücken einfährt, ist Hurth mit der Fahrt zufrieden. Er steigt aus dem Bus und stellt fest: „Wir hatten ein ganz anderes Ausgehverhalten, wir sind um acht los und waren um eins daheim.“
 

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