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So hilft die Saarbrücker Polizei den Opfern von Einbrechern

Einbrecher suchen immer den schnellen Weg ins Haus. Die Polizei zeigt Bürgern, wie sie ihr Eigentum schützen können.

Einbrecher suchen immer den schnellen Weg ins Haus. Die Polizei zeigt Bürgern, wie sie ihr Eigentum schützen können.

Saarbrücken/Auersmacher. Es ist ein Fall wie aus den Warnbroschüren der Polizei. Kategorie: Tageswohnungseinbruch. Tatzeit: Montag, 15. Oktober, zwischen 17.30 Uhr und 18.25 Uhr. Tatort: ein Haus in der Auersmacher Vogesenstraße. Schaden: mehrere tausend Euro. Die Bewohner sind nur kurz raus. Das nutzen die Täter eiskalt. Sie brechen eine Terrassentür auf und gehen rein. Sie durchsuchen Zimmer, und als die Bewohner zurückkehren, machen sie sich unerkannt davon – womöglich in einem weißen Auto, wie erste Ermittlungen der Polizei ergeben.

Gut 15 Kilometer weiter, in der Landeshauptstadt, kennen Michael Gottesleben und Thomas Rehlinger solche Tatorte nur zu gut. Sie sind Kontaktpolizisten in St. Johann und haben jede Woche mehrfach mit Opfern von Einbrüchen zu tun.

138-mal drangen Verbrecher 2011 allein in St. Johann in die Wohnungen und das Privatleben ihrer Opfer ein. „Die massive Verletzung der Privatsphäre ist für viele Opfer das Schlimmste“, sagt Gottesleben. Nicht selten geben Betroffene sogar ihre Wohnung auf.

Gottesleben, Rehlinger und ihre Kollegen versuchen, das zu verhindern. „Nach einem Einbruch sind ja die Schwachstellen bekannt und lassen sich beheben. Wer aber umzieht, muss meist wieder bei null anfangen.“ Was zeigt: Die Kontaktpolizisten sind für die Opfer da, weisen sie auf Hilfe hin, die ihnen zusteht, schauen, wie eine Wohnung einbruchssicher zu machen ist. Wie die Kontaktpolizisten sogar ein Weihnachtsfest retteten, bewies der Fall einer verzweifelten Rentnerin. „Ein Einbrecher hatte 500 Euro ihrer 600-Euro-Rente gestohlen. Die Frau hätte nicht mal mehr Geld für ihre Einkäufe gehabt.“ Der gute Draht der Kontaktpolizei zur Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“ half. Schnell hatte die Bestohlene wieder Geld zum Fest. Genau für solche Fälle sind die Polizisten geschult. Und dafür, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

Ein wirksamer Schutz gegen Einbrecher reiche von fast kostenlosen Maßnahmen wie dem Einsatz von Licht und Akustik, damit ein Haus bewohnt aussieht, bis hin zu besseren Schlössern. „Eines sollte jeder beherzigen“, fügte Rehlinger hinzu, „ein gekipptes Fenster steht für einen Einbrecher praktisch schon ganz offen.“ Der typische Täter entscheide spontan, wenn er eine gute Gelegenheit sieht, und gehe dann rein, wie Kommissar Gottesleben aus vielen Ermittlungen weiß. „So einer will nicht auffallen. Er trägt normale Kleidung. Für sein Werkzeug ist meist im Ärmel Platz.“

Dazu passt, wie Inspektionssprecher Klaus Ruffing ergänzt, dass Drogensüchtige heute viel seltener das schnelle Geld mit Einbrüchen machen. „Bei Beschaffungskriminalität spielen Autoaufbrüche wegen der Navis eine größere Rolle.“ Gefragt, ob organisierte Banden eine Rolle spielen, sagte Ruffing: „Bei Banden gab es 2010 und 2011 keine Auffälligkeiten.“ Aber ob nun Berufsverbrecher oder Gelegenheitstäter hinter einem Einbruch stecken, für Rehlinger zählt: „Wir sind für die Opfer da. Beratung ist uns wichtig. Und wir haben dafür die Kontakte.“

AUF EINEN BLICK

Das Polizei-Bürgertelefon (0681) 9 62 35 35, nimmt Anfragen zu Beratungsterminen entgegen. Gratisberatungen sind bei der Polizei, in den Häusern und Wohnungen sowie bei Firmen möglich. Tipps auch im Internet. ole  Hinweise auf die Einbrecher von Auersmacher, Tel. (06 81) 9 87 20.
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