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So kommen Saarbrücker Obdachlose auf den Hund

Saarbrücken. Dem Hund geht’s gut. Er liegt entspannt auf dem Rücken und lässt sich massieren. Und seinem Besitzer geht’s gut. Der hat gerade viel über seinen vierbeinigen Freund gelernt.

Vor allem für Zeiten, in denen es dem Gefährten nicht so gut geht. Möglich gemacht hat diesen Lernerfolg ein Hunde- Projekt für obdachlose Jugendliche und ihre Hunde in der Jugendhilfe-Einrichtung SOS-Kinderdorf Saarbrücken. Dort zeigt die Hundephysiotherapeutin Sabrina Thiel aus Wallerfangen-Ittersdorf vier jungen Leuten, worauf sie bei ihren Tieren achten müssen.

Christel Kohls, pädagogische Mitarbeiterin des SOS-Kinderdorfs Saarbrücken, sagt, wozu das gut ist: „Es geht darum, das Gespür der Hundehalter für ihre Schützlinge zu schärfen. Sie sollen erkennen, ob ihr Tier Schmerzen hat und ihm Massagen oder Wärmebehandlungen gut tun.“ Kohls lernte Thiel bei einem Seminar kennen, und diese war spontan bereit, kostenlos für die jugendlichen Hundehalter, mit denen der Jugenddienst arbeitet, einen Kurs anzubieten.

Der dauerte drei Stunden und gab erst mal Antworten auf die Frage, wann was mit einem Tier nicht stimmt: Etwa dann, wenn es sich auffällig anders bewegt als sonst, wenn es sich ständig an einer bestimmten Stelle kratzt, leckt oder beißt. Oder dann, wenn es nicht mehr spielt, wenn es Treppensteigen meidet und sich den Sprung aufs Sofa verkneift. Und nicht zuletzt, wenn es teilnahmslos, scheu, unruhig, aggressiv wirkt oder sich verkriecht.

Thiel riet zur sachgerechten Hundemassage, demonstrierte verschiedene Massagetechniken und sagte natürlich auch, wann sie das Richtige für den Hund sind und wann nicht.

Die Expertin zeigte den Jugendlichen zunächst an einem Vorführhund, wie man es richtig macht. Dann probierten alle am eigenen Tier das Gesehene aus. Weiteres Thema waren die Wärmebehandlung, die Krankheiten, gegen die sie hilft, und natürlich, wie so eine Wärmebehandlung geht. Dafür bekam jeder Teilnehmer ein Handtuch, das er richtig wickeln und mit heißem Wasser begießen musste. Als das Handtuch eine angenehme Temperatur hatte, ging die Massage los. Thiel ließ keinen aus den Augen, griff hier ein, gab dort Tipps.

Kohls’ Fazit? „Die drei Stunden vergingen wie im Flug. Alle machten mit. Die Hunde hielten erstaunlich lange aus, ebenso ihre jungen Besitzer. Alle waren mit Eifer dabei. Vor allem als die Massagetechniken ausprobiert wurden, waren sie sehr interessiert und probierten diese gerne am eigenen Hund aus. Die älteren Hunde genossen die Massage sichtlich.“ In den Genuss dieser Treffen für Hund und Mensch sollen noch mehr junge Obdachlose und ihre Tiere kommen, wie Kohls ankündigt: „Der Kurs fand so viel Anklang, dass weitere Termine stattfinden. Die Jugendlichen möchten unbedingt weitermachen und freuen sich schon auf das nächste Treffen.“

Weitere Auskünfte über das Projekt gibt Christel Kohls, Telefon (06 81) 3 04 69.

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