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So soll der neue Ludwigspark aussehen

Seit Mai haben sie den Zuschlag. „Direkt danach haben wir die Planungen mit unseren Saarbrücker Auftraggebern vertieft“, erklärt Christian Hoffmann im Saarbrücker Rathaus. In einem Raum unter dem Dach sitzt er – und mit etwas Mühe sieht er bereits aus dem Fenster die Flutlichtmasten des Ludwigsparkstadions. „Sie sind in einem guten Zustand – und werden stehen bleiben“, sagt Hoffmann, der Gesellschafter von Gerkan Marg und Partner (GMP) ist. Ein Architekturbüro mit Sitz in Aachen und Hamburg, das im Mai den Zuschlag bekommen hat, den Umbau des 1953 gebauten Saarbrücker Ludwigsparkstadions zu planen.

16 Millionen Euro stellen die Auftraggeber Stadt und Land für den Umbau zur Verfügung. Ein „sportliches Budget“, das „aber eingehalten werden kann“, sagt Hoffmann und wirft seine Vorabskizzen via Beamer an die Wand. Diese habe sein Büro „auf Grundlage der Vorplanungen der Stadt erstellt. Wir mussten nicht bei null anfangen. Im Gegenteil: Wir hatten eine gute Basis.“

Was er nicht dabei hatte, waren knallige Fotos von Plänen. „Soweit sind wir noch nicht. Das machen wir am Schluss, wenn wir in die Ausschreibung für die Gewerke gehen“, erklärte Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer. Letztlich – und davon schien sie überzeugt – werde das Stadion „ein Kosten sparendes, intelligente und ästhetisches sein“.

Und „ein Referenzobjekt für uns“, sagt Hoffmann. Bisher habe sein Büro nahezu ausschließlich dicke und schicke Stadien gebaut. Madrid, Köln, Berlin, Bukarest, Kiew – die Liste der Referenzen ist lang und milliardenschwer. Nun will GMP in den Markt mit kleinen Stadien einsteigen. Wohl auch, weil nahezu jede Großstadt seinen neuen Fußballtempel bereits hat. Daher scheint es nicht unklug, dass GMP hier etwas Besonderes schaffen will. „Wir wollen zeigen, dass wir auch kleine Stadien können“, sagt Hoffmann.

Im Oktober will die Stadt die Baugenehmigung beantragen und in die Ausschreibung für die Gewerke gehen. Bis dahin werden die GMP-Pläne fertig sein müssen. „Ob wir nun die Gewerke einzeln vergeben oder europaweit nach einem Generalunternehmer suchen, wird sich entscheiden, wenn die Pläne fertig sind“, sagt Jürgen Schäfer von der Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU). Sie koordiniert den Umbau des Parkes.

Dass die Flutlichtmasten stehen bleiben, ist bereits auf den Vorabplänen zu sehen. Teile der Tribüne wären so im Schatten, „aber diese Stellen leuchten wir von den Tribünendächern aus“, erklärt Hoffmann. Auch zu sehen ist, dass die Tribünen maximal zehn und minimal 8,5 Metern vom Spielfeldrand entfernt sind. Dazu sieht der Plan vor, den Unterrang der Victor's-Tribüne neu zu bauen, damit er näher ans Spielfeld kann (Stichwort: Sichtlinien).

Markant in den Plänen ist auch, dass es auf 7,50 Meter Höhe einen so genannten Rundlauf durchs Stadion geben wird. Das Dach der Victor's bleibt auf 22 Meter Höhe. Die Dächer der drei neuen Tribünen werden auf gleicher Höhe (15 Meter hoch) und mit weißen Membranen bespannt sein. „Wir wollen eine heitere Atmosphäre im Stadion“, sagt Hoffmann: Dazu hätten Blechdächer nicht gepasst. 17 500 Zuschauer werden Platz finden, darunter 645 Businessplätze und zehn Logen. „Wir planen so, dass ein Ausbau möglich sein wird“, sagt Hoffmann. Wichtig sei auch, dass das Stadion Identität stifte. Daher sei geplant, die alte Anzeigetafel ins neue Stadion einzubinden. Auch die Fans sollen in die Planung eingebunden werden.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Erd- und Abrissarbeiten zeitgleich im Januar 2016 starten, dazu hofft Schäfer auf einen milden Winter. Fertig soll das Projekt im Sommer 2017 sein. Daher können beide Saarbrücker Regionalligisten „noch bis Ende 2015 im Park bleiben“, sagt Harald Schindel, Sportdezernent der Stadt. Auch Saar 05, das in der Hinrunde seine Rot- und Gelbspiele daher nicht wie geplant in Homburg, sondern im Ludwigspark spielen wird. „Genau wie der FCS zahlt Saar 05 eine Miete pro Spiel. So kann auch der FCS ohne den Verlust einer ganzen Saisonmiete früher nach Elversberg wechseln“, erklärt Schindel. Gleiches gelte auch für die Footballer der Saarland Hurricanes.

 

Meinung:
 

Zeit, dass es losgeht

Von Michael Kipp

Die Vorstellung der Vorabpläne des Planungsbüros GMP ist eine gute, da die Skizzen bereits jetzt sehr realistisch und durchdacht daherkommen. Gut, GMP plant keinen Fußball-Tempel – sie konzipieren aber auch keinen Zweckbau. Der Park wird eines der billigsten Stadien der Republik sein – trotzdem wird es keines von der Stange sein. Es wird seine Einzigartigkeit bewahren.

Dennoch: Es wird Menschen geben, die sagen: 16 Millionen für zwei Regionalligisten, ein paar Footballer und ein, zwei Konzerte pro Jahr? Nö, viel zu teuer. Unnötig. Denen sei gesagt: Alleine der Unterhalt des alten Stadions kostet die Stadt eine Million Euro pro Jahr. Im neuen Stadion wird sie billiger wegkommen, wird gar Miete kassieren können. Darüber hinaus ist ein Stadion ein Investment in die Zukunft. Das alte Stadion stand 62 Jahre. Es hat Länderspiele, Bundesliga und auch Oberliga gesehen. Inzwischen ist es nichtmal mehr vollumfänglich drittliga-tauglich und ein Kostenfresser. Es wird Zeit, dass es losgeht.  
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