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So spürt die Saar-Polizei Terroristen auf



Der Überstundenberg bei den Staatsschützern im Landeskriminalamt (LKA) Saar wächst. Seit weit über einem Jahr haben die Fahnder terrorverdächtige Islamisten im Visier. Brennpunkt im Saarland ist in erster Linie der Raum Neunkirchen agieren. Auf etwa ein Dutzend Köpfe wird diese Szene eingeschätzt. Einer der Hauptakteure, der zum Islam konvertierte Daniel S. (22), war am 4. September 2007 mit zwei Komplizen in Medebach-Oberschlehdorn (Nordrhein-Westfalen) verhaftet worden. Das Trio, die so genannte Sauerland-Gruppe, war gerade dabei, Bomben zu bauen, die bei einem Attentat zum Einsatz kommen sollten.

Seitdem sitzt Daniel S. als mutmaßliches Mitglied einer terroristischen Vereinigung im hessischen Schwalmstadt in seiner Einzelzelle. Zu seinen Plänen und Motiven schweigt er. Die Verhaftungen des Saarländers und seiner Komplizen bucht die länderübergreifende Ermittlungsgruppe (EG) Zeit als Erfolg. Im Vorfeld eines geplanten Anschlages konnte zugeschlagen werden. An der EG Zeit war und ist die Abteilung von Staatsschutzchef Harald Schnur maßgeblich beteiligt, verantwortlich für den Ermittlungsabschnitt Saarland. Zwischenzeitlich hat Schnur mit seinen Leuten eine weitere Ermittlungsgruppe installiert. Die EG Gefährder ist seit April tätig. Gefährder sind Personen, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie schwere Straftaten begehen werden.
Zu diesem Kreis zählen die Fahnder auch drei Saarländer aus dem Raum Neunkirchen. Der Deutsch-Türke Zafer S. (23), der staatenlose Libanese Houssain al M. (23) und der Konvertit Eric B. (20), der sich zuletzt in Saarbrücken-Herrensohr mit Daniel S. eine Wohnung geteilt hatte. Alle drei haben, da sind sich die Ermittler sicher, zwischenzeitlich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ein Terror-Ausbildungslager der Islamischen Dschiad-Union (IJU) absolviert. Nach Eric B. und Houssain al M. wird gefahndet. Eric B. hat kürzlich als Abdul Ghafar al-Almani durch mehrere Aufrufe zum Dschihad (Heiligen Krieg) im Internet auf sich aufmerksam gemacht. Staatsschutzchef Schnur vermutet, dass einer aus dem Trio zurück nach Deutschland kommt. Schnur: „Wir wissen, dass die Al- Qaida und ihre Ableger Deutschland und Europa als Ziel im Auge haben.“

Zudem sei nicht ausgeschlossen, dass bislang unbekannte Akteure radikalisiert wurden. Deshalb beobachten die Fahnder das Deshalb beobachten die Fahnder das Umfeld und die Kontakte des möglichen Heimkehrers: Wer kümmert sich um ihn? Wer besorgt Wohnung und Geld? Wer organisiert, wer lenkt, wer unterstützt? Denn richtige Hierarchieebenen seien nicht zu erkennen. Jeder Spur müsse wie in einem Puzzlespiel nachgegangen werden. Schnur: „Der islamistische Terrorismus internationalisiert.“ Darauf haben die Sicherheitsbehörden längst reagiert, sich von Lokalkolorit und Kirchturmdenken verabschiedet. Schnur: „Wir reden von einer Bedrohungslage.“ Sieben Tage die Woche, rund um die Uhr, werden Erkenntnisse und Erfahrungen über das Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ) in Berlin ausgetauscht. Dort sitzen alle Landeskriminalämter, Bundeskriminalamt sowie Verfassungsschützer und Nachrichtendienste an einem Tisch. Schnur: „Regionale Ereignisse können internationale Wirkung haben!“ szn/dög 
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