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So umgehen Saarbrücker die Handy-Kostenfalle

Saarbrücken. Wer in der Caritasklinik auf dem Rastpfuhl mit dem Handy telefoniert, dem kann es passieren, dass er am Monatsende eine böse Überraschung erlebt. Auf der Rechnung kann dann plötzlich ein französischer Netzanbieter auftauchen, der hohe, so genannte Roaminggebühren verlangt. Und dass, obwohl man die Grenze zum französischen Nachbarn gar nicht überschritten hat.



Heimische Handynetze überlappen mit den französischen

Wegen der Grenzlage Saarbrückens gibt es in der Stadt vereinzelt Orte, wo sich das Handy ungewollt ins französische Netz einwählen kann. Denn Mobilfunkwellen machen nicht genau an den Landesgrenzen halt, sondern sie reichen manchmal einige Kilometer über die Grenzen hinaus. Dann kann es passieren, dass sich heimische Handynetze mit den französischen überlappen. Da Mobilfunkgeräte immer das beste Signal nutzen, um Akkuleistung zu sparen, können sich diese eben auch mal einen französischen Anbieter wählen, wenn das Signal des eigenen Netzanbieters durch Bebauung oder Wettereinflüsse abgeschwächt würde, sagt der Pressesprecher des Mobilfunkanbieters O2, Markus Gröbel. Nach seiner Kenntnis gibt es dieses Risiko aber „nur im besonders grenznahen Bereich im Süden Saarbrückens, wie an der Südseite des Winterbergs“.

Dass Mobilfunkanbietern bis zu einer gewissen Reichweite „rüberstrahlen“ dürfen, bestätigt Martin Reinicke, Sprecher von E-Plus: „Die maximale Reichweite, mit der ein Netzbetreiber in ein Nachbarland senden darf, ist in einem geregelten Rahmen statthaft.“ Viele Menschen würden sich so ein Mobilfunknetz sehr statisch vorstellen. Stattdessen müsse solch ein Netz permanent angepasst und optimiert werden. Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob viele oder wenige Menschen gerade in einem Bereich telefonieren.

Jahreszeit beeinflusst die Reichweite der Strahlen

Auch die Jahreszeit beeinflusst die Reichweite der Strahlen. Wenn im Sommer die Bäume voll belaubt sind, dann sei ein höherer Energieaufwand nötig, um die Reichweite zu halten, sagt Reinicke.

Damit Verbraucher keine horrenden Handyrechnungen mehr bekommen, hat die Europäische Union den hohen Gebühren seit vergangenem Jahr einen Riegel vorgeschoben. Sie beschloss, dass Handy-Telefonate aus dem Ausland seit Juli 2010 maximal 39 Cent pro Minute (plus Mehrwertsteuer) kosten dürfen. Wenn man im Ausland angerufen wird, kostet das höchstens 15 Cent pro Minute (plus Mehrwertsteuer). Ab dem 1. Juli dieses Jahres sollen diese Gebühren noch einmal gesenkt werden.

Damit Saarbrückern trotzdem keine Mehrkosten entstehen, wenn ihr Handy unbemerkt den Anbieter wechselt, sollten sie in ihren Handys oder Smartphones die Funktion „manuelle Netzwahl“ einstellen und den jeweiligen Mobilfunkanbieter selbst auswählen. Dann kann sich das Telefon nicht mehr automatisch in ein fremdes Netz einwählen.



Hintergrund

Seit Juli 2010 gilt für Handy-Telefonate aus dem europäischen Ausland eine Obergrenze von 39 Cent plus Mehrwertsteuer, das sind maximal 46 Cent. Wer im Ausland angerufen wird, den kostet das höchstens 15 Cent plus Mehrwertsteuer (maximal 18 Cent).

Der Versand von Kurznachrichten aus dem Ausland kostet maximal 13 Cent.

Ab 1. Juli 2011 kosten abgehende Telefonate 35 Cent pro Minute (plus Mehrwertsteuer), eingehende Anrufe sollen 11 Cent pro Minute (plus Mehrwertsteuer) kosten. fab

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