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So viel geben die Bürger auf ihren Weihnachtsmärkten aus

 Bundesbürger geben im Jahr auf Weihnachtsmärkten IFoto: Weihnachtsmarkt Saarlouis) Schätzungen zufolge rund fünf Milliarden Euro aus.

Bundesbürger geben im Jahr auf Weihnachtsmärkten IFoto: Weihnachtsmarkt Saarlouis) Schätzungen zufolge rund fünf Milliarden Euro aus.

Weihnachtsmärkte sind aus saarländischen Städten und Gemeinden nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Menschen lassen sich anstecken von der Stimmung, die sie verströmen – mit ihren urigen Verkaufsständen, dem Glühweinduft, dem Klang der Weihnachtslieder und den erwartungsfrohen Kinderaugen. Weihnachtsmärkte sind aber auch ein Geschäft. In Markterhebungen wird der Umsatz, der bundesweit in den Adventswochen dort erzielt wird, auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt. Im vergangenen Jahr strömten rund 85 Millionen Menschen auf die Weihnachtsmärkte.
Im Saarland haben inzwischen vor allem die Märkte in Saarbrücken, Saarlouis und St. Wendel eine große Strahlkraft entwickelt.

Wolfgang Zeyer, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft „In St. Wendel tut sich was“, schätzt, dass täglich mehr als 400 Busse mit Besuchern die Kreisstadt ansteuern. „Davon profitiert in hohem Maße auch der örtliche Handel“, weiß er aus Gesprächen. Dieser Effekt sei umso stärker, „je mehr sich die Geschäftsinhaber einbringen und eigene Aktionen starten“.
Während der St. Wendeler Weihnachtsmarkt von der Stadt gestemmt wird, sorgen in Saarbrücken und Saarlouis alteingesessene Schausteller-Familien für die nötige Professionalität. „Einen Zeitraum von vier Wochen kann man nur vernünftig abdecken, wenn Organisation und Logistik stimmen“, sagt Thomas Sonnier, Vorsitzender des Saar-Verbandes der Schausteller.

Er betreibt mit seiner Familie am Saarbrücker Christkindl Markt mehrere Stände – auch die Weihnachtspyramide gegenüber der Europagalerie. „Mildes Licht“ „Für die Schausteller sind die Märkte zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihres Geschäfts geworden“, sagt Sonnier. „Ohne diese Einnahmen könnten viele von uns nicht mehr existieren.“ Die Bedeutung der Volksfeste im Sommer nehme ab. Bundesweiten Angaben zufolge erwirtschaften die Schausteller inzwischen fast ein Drittel ihres Jahresumsatzes auf Weihnachtsmärkten – gut eine Milliarde Euro.

Geschäftszahlen will Sonnier nur ungern preisgeben. „Wir verdienen natürlich Geld.“ Jedoch seien auch die Kosten – wie etwa die Standmieten – hoch. Zudem müsse regelmäßig investiert werden, um den Markt attraktiv zu halten. So habe etwa seine Weihnachtspyramide – „original aus dem Erzgebirge“ – rund 140 000 Euro gekostet.

Ohne finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft geht es nicht mehr, sagen die Experten. Hauptsponsor des Saarbrücker Markts ist der Energieversorger Energie Saar-Lor-Lux. Für Marketingchef Stefan Eichacker „ist es der größte Einzelposten in meinem Etat“. Konkret messbar sei der Marketing-Erfolg zwar nicht. Doch: „Wir steigern unseren Bekanntheitsgrad – und das in einem positiven Umfeld.“
Auch auf das Stadtmarketing „werfen die Weihnachtsmärkte ein mildes Licht“, sagt Thomas Jacob, oberster Wirtschaftsförderer in Saarlouis. „Die Besucher kommen von überall her und fahren mit einem guten Gefühl nach Hause.“

Kleinere Betriebe oder Abteilungen von Firmen und Behörden nutzen die Märkte inzwischen für Weihnachtsfeiern in zwangloser Atmosphäre. So auch in der Almhütte, die Schausteller- Familie Spangenberger auf dem Saarlouiser Weihnachtsmarkt betreibt. „Die Zahl der Terminanfragen wächst jährlich“, sagt Christof Spangenberger. „Das läuft richtig gut.“


Hintergrund
Weihnachtsmärkte sind „für ein positives Städtemarketing unverzichtbar“, sagt Wolfgang Haensch, Kölner Büroleiter der Beratungsfirma Cima, die sich auf Fragen der Innenstadtentwicklung spezialisiert hat. Für erfolgreiche Weihnachtsmärkte müssten einige Grundregeln beachtet werden: zum Beispiel die Einbindung des örtlichen Handels, eine Bühne mit Unterhaltungsprogramm, ein einheitliches Bild der Verkaufsbuden, ein gut organisiertes Parkleit-System und ein breites Sortiment – Essen und Trinken dürften 30 Prozent des Angebots nicht überschreiten. „Weihnachtsmärkte funktionieren nur noch, wenn sie professionell organisiert sind“, sagt Haensch. low
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