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So wirkt sich Schlafmangel auf die Gefäße aus

Schlafmangel und Cholesterin

Eine Gruppe von Wissenschaftlern untersuchte die Auswirkung von kurzfristigem Schlafmangel auf die Blutfette, insbesondere auf Cholesterin. Cholesterin kommt in verschiedenen Formen im Blut vor. Vereinfachend wird von "gutem" (HDL =high-density-lipoprotein) und "schlechtem" Cholesterin (LDL=low-density-lipoprotein). Eine hohe Konzentration von HDL gilt als Schutz für die Gefäße, während viel LDL als Risiko für Gefäßverkalkung zählt.

Für die Studie wurden 21 gesunde Teilnehmer fünf Nächte lang im Schlaflabor überwacht, während ihnen lediglich vier Stunden Schlaf zugestanden wurde. Für jede Testperson wurden die Blutwerte vor und nach dem Experiment ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass trotz normaler Ernährung der Wert für HDL abgesunken war. Diesem Ergebnis gingen die Forscher weiter nach und werteten über 2700 Blutbilder aus. Dabei ließ sich erneut feststellen, dass Kurzschläfer eine niedrigere HDL-Konzentration aufwiesen.

Eine Genanalyse konnte schließlich Hinweise darauf geben, warum die Blutfette durch Schlafmangel ungünstig beeinflusst werden: Bei Kurzschläfern waren weniger der Gene aktiv, die den Transport von Cholesterin steuerten. Das LDL-Cholesterin sammelte sich im Blut an und der HDL-Spiegel sank ab.

Eine weitere Studie konnte zudem bereits nachweisen, dass Schlafmangel den Appetit steigerte. Die Testpersonen wählten bevorzugt ungesündere Speisen und nahmen somit durchschnittlich 542 kcal mehr auf.

Schlafmangel und Bluthochdruck

Eine Studie amerikanischer und chinesischer Wissenschaftler untersuchte die Auswirkungen Schlafmangels auf den Blutdruck. Über 300 Personen nahmen an dem Experiment teil, wobei Teilnehmer bereits seit sechs Monaten unter Schlafstörungen litten und 96 einen gesunden Schlaf aufwiesen. Alle Teilnehmer wurden für eine Nacht und den Tag darauf im Schlaflabor beobachtet. Per MSLT (Multipler-Schlaf-Latenz-Test) wurde die zum Einschlafen für den Nachtschlaf sowie einem Nickerchen vormittags und nachmittags gemessen.

Die Hälfte der Teilnehmer benötigte weniger als 14 Minuten zum Einschlafen. Diejenigen die länger benötigten, zeigten ein vierfach erhöhtes Risiko für Bluthochdruck. Eine Einschlafzeit über 17 Minuten war sogar mit einem fünffach erhöhten Risiko verbunden. Andere Studien beobachteten ähnliches – es zeigten sich Veränderungen der Gefäße nach etwa einer Woche mit vier bzw. fünf Stunden Schlaf.

Demnach passen sich die Gefäße bei einem gesteigerten Blutfluss weniger gut an, wenn Teilnehmer wenig Schlaf bekommen hatten. Hatten Testpersonen ausreichend lange geschlafen, dehnten und verengten sich die Gefäße entsprechend nach Blutfluss. Blutgefäße, die starr bleiben, zeigen mehr entzündliche Vorgänge und ein höheres Risiko für Schädigungen der Gefäßwände.

Blutfette und Bluthochdruck schuld an Gefäßverkalkung

Bluthochdruck belastet die Blutgefäße und unterhält entzündliche Vorgänge. Ungünstige Blutfette führen zu Fettablagerungen an vorgeschädigten Gefäßwänden. Der Körper versucht, seine Gefäße sauber zu halten, sodass Fresszellen das LDL vertilgen. In der Folge werden diese Fresszellen zu sogenannten Schaumzellen, die sich unter der obersten Wandschicht ansammeln und schließlich einen Plaque bilden. Wenn dieser Plaque aufbricht, wird die Blutgerinnung in Gang gesetzt. Das Gerinnsel verengt das Gefäß und kann es sogar komplett verstopfen. So kann es unter anderem zu Herzinfarkten und Schlaganfällen kommen.

Schlafmangel und gesunder Schlaf

Wie viele Stunden Schlaf ein Mensch benötigt ist grundsätzlich individuell verschieden. Dabei spielt z.B. das Alter eine wichtige Rolle: Kinder benötigen deutlich mehr Schlaf als Erwachsene, junge Erwachsene sollten länger schlafen als Menschen im höheren Lebensalter. Als Durchschnittswert wird eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden pro Nacht angenommen.

Schlafstörungen können nach drei Gesichtspunkten eingeteilt werden: Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie frühes Erwachen. Folge der Schlafstörungen ist ein Schlafmangel, der sich schädlich auf den ganzen Körper auswirkt. Studien konnten zeigen, dass Schlafmangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Sterblichkeit erhöhte. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass fünf Nächte mit je zehn Stunden Schlaf bereits zu messbaren Verbesserungen der Blutgefäße und der Atmung führen.

Um einen erholsamen Schlaf zu fördern, lassen sich einige Maßnahmen einfach in den Tag einbauen: Gleichbleibende Bettgeh- und Aufwachzeit Geringer Koffeinkonsum  regelmäßige Ruhepausen Sport (bis zu sechs Stunden vor dem Schlafengehen) Keine schweren Mahlzeit vor der Nachtruhe Kein Alkohol vier bis sechs Stunden vor der Nachtruhe Schlafzimmer nur als Ort des Schlafens (nicht für Hobbys) nutzen Schlafzimmer dunkel und kühl halten. Zur Unterstützung der Nachtruhe können auch pflanzliche Extrakte verwendet werden. Empfohlen werden zum Beispiel Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume und Lavendel. Wenn natürliche Maßnahmen nicht gegen Schlafstörungen helfen, kann mit dem Hausarzt eine medikamentöse Behandlung erwogen werden. Zur Anwendung können "Z-Substanzen" (Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon), bestimmte Antidepressiva (Mirtazapin, Trimipramin), niedrigpotente Antipsychotika (Levomepromazin) und Melperon (bei Demenzen und Morbus Alzheimer) kommen.
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