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So wollen Polizei und Arbeitgeber Fußballfans entgegenkommen

Riskantes Ritual: Auch den Einzug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ins WM-Halbfinale feierten Fans mit einem Autokorso durch die Saarbrücker Innenstadt.

Riskantes Ritual: Auch den Einzug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ins WM-Halbfinale feierten Fans mit einem Autokorso durch die Saarbrücker Innenstadt.

Am Sonntag wird's für Fußballfans ernst. Ob zu Hause, in der Kneipe, im Betrieb oder beim Public Viewing: Ein möglicher deutscher WM-Sieg könnte eine lange Nacht nach sich ziehen. Auch für die Polizei. Die Verkehrssicherheit nach WM-Spielen ist ihr zufolge durch Autokorsos gefährdet. Beim Finale am Sonntag sind deshalb mehr Beamte im Einsatz als üblich. Doch was ist bei den Jubelfahrten erlaubt und was nicht? „Die Straßenverkehrsordnung ahndet normalerweise unnötiges Hin- und Herfahren und unnötiges Hupen. Da drücken wir zurzeit beide Augen zu“, erklärt Polizeisprecher Stephan Laßotta. Aber es gebe eine Gefahrengrenze, die nicht überschritten werden dürfe. „Wer sich selbst oder andere in Gefahr bringt, muss damit rechnen, dass wir ihn aufgreifen.“

Dazu zählt laut Polizei etwa, wenn sich ein Fußballfan betrunken hinters Steuer setzt, sich Mitfahrer in Autos mit offenem Dach stellen, auf Fahrzeuge setzen oder übergroße Fahnen schwenken. Nach den vergangenen Spielen des deutschen Teams gab es allerdings auch waghalsige Szenen, bei denen Beamte nicht einschritten – etwa in der Saarbrücker Innenstadt, wo Fans ihre Oberkörper aus dem Seitenfenster streckten oder ihre Beine aus dem Kofferraum baumeln ließen.

Das Finale, der mögliche Jubel und eine lange Nacht: Was bedeutet das für Berufstätige? Und wie steht's um den Schulunterricht am Montagmorgen? Jürgen Renner, Sprecher des Bildungsministeriums, erklärt: „Es wird nicht etwa einen verspäteten Unterrichtsbeginn geben.“ Das Ministerium sehe sich vor einem Abgrenzungsproblem. „Diskriminiert man damit nicht andere Sport-Großereignisse wie die Olympischen Spiele oder die Handball-WM?“, rätselt Renner. „Und wie würden wir uns verhalten, wenn bei der EM 2016 die Türkei im Finale steht und Deutschland nicht? Sollten wir dann allen türkischen Kindern Schonung gewähren?“ Zudem müsse man eine Schülerbetreuung gewährleisten, speziell für berufstätige Eltern. Keine Ausnahmeregelung für Schüler also. Doch wie viele Eltern sich dafür entscheiden, ihr Kind später zur Schule zu schicken oder wie mit vermeintlichen Krankheitsfällen umgegangen wird, bleibt offen.

Mehrere große Industriebetriebe, in denen am Sonntag produziert wird, wollen ihren fußballbegeisterten Mitarbeitern entgegenkommen. Die Arbeiter bei Bosch in Homburg könnten ihre Spät- in eine Frühschicht freiwillig umwandeln, um das Spiel schauen zu können, erklärte ein Sprecher. ZF macht den Mitarbeitern ein besonderes Angebot: Alle saarländischen Werke würden Leinwände aufstellen, so dass – nach Abstimmung mit dem Vorgesetzten – das Spiel nach Ausstempeln geschaut werden könne. „Viele haben auch Urlaub genommen“, so Karin Markenstein, Sprecherin des Saarbrücker Werkes. Die Zeit vor dem Fernseher gelte als Freizeit. Bei der Karlsberg-Brauerei in Homburg beginnen die Nachtschichten am Sonntag erst um ein Uhr. Den wenigen, die aus Werkschutz-Gründen früher kommen müssen, gestatte man das Fernsehen während der Arbeitszeit, hieß es. Bei der Dillinger Hütte können die Mitarbeiter das Spiel aus Gründen der Sicherheit und der Gewährleistung des Produktionsablaufes nicht anbieten, sagt die Sprecherin Ines Oberhofer. So würden auch keine Leinwände aufgestellt. Die Mitarbeiter könnten sich aber abstimmen und etwa Schichten tauschen.

Wer am Sonntag übrigens auf gutes Wetter fürs Public Viewing hofft, den muss der Deutschen Wetterdienst enttäuschen. Die Meteorologen warnen vor Schauern und Gewittern im ganzen Bundesland. Fans müssten zudem teilweise mit Unwettern rechnen.

Auf einen Blick

Fußballfans können in zahlreichen Städten und Gemeinden des Saarlandes das WM-Finale auf Großleinwänden verfolgen. Das landesweit größte Public Viewing wird es in Saarlouis geben. Das dortige Fandorf auf dem Großen Markt wird auf eine Kapazität von 14 000 Besuchern erweitert, wie die Stadt gestern mitteilte – es dürfte also richtige Stadionatmosphäre herrschen. Bislang lag die Obergrenze bei 8000. Einlass ist ab zwei Stunden vor Beginn des Spiels. red
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