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So wollen Saarbrücker Studenten die Konzertlandschaft auffrischen

Wenn man in der Stadt etwas verändern will, packt man es am besten selbst an. Klagen allein bringt nichts: „Do it yourself“ steht als Idee hinter der Konzertveranstaltergruppe „Haifischblut Collective“, die sich aus elf Freunden, fast alle Studenten, zusammensetzt, erklärt Sebastian Lessel (22). Musik ist ihre Leidenschaft, Konzerte zu veranstalten seit diesem Jahr neues Hobby, weil in Saarbrücken „die kleinen, aber feinen Konzerte“ fehlten, so Alex Koch (23): „Uns hat die Monotonie in der saarländischen Konzertlandschaft angeödet.“

Sie selbst werden dabei nicht reich, das Engagement ist ehrenamtliches Hobby: Gerade klafft in ihrer Kasse ein Minus von 150 Euro. „Das wird uns nicht ruinieren, aber es wäre schon gut, wenn wir wenigstens Null auf Null rauskämen“, findet Lehramtsstudent Max Schmidt (21).

Zehn Konzerte haben sie 2013 in verschiedenen Locations wie der Kneipe „Summa cum laude“ im Keller des City Hotels, dem Kitu-Klub und der Co-Working-Agentur „Ligatura“ am Eurobahnhof veranstaltet – und Bands wie die Berliner Pop-Punker „Ecke Schönhauser“, die kanadischen Indie- Rocker „OK Vancouver OK“ und den US-Amerikaner Vex Ruffin mit seinem Electro- Punk in die saarländische Landeshauptstadt gelockt.

Der Do-it-yourself-Gedanke spiegelt sich in der ganzen Planung wider: „Wir buchen die Künstler, kochen für sie zuhause, machen die Flyer und organisieren das ganze Drumherum“, beschreibt Sebastian. Damit sich die Kosten im Rahmen halten, klinken sie sich in die Tourneen der Bands ein. „Das heißt, die Musiker sind eh schon unterwegs, auf Deutschland- oder Europatournee. Wir überzeugen sie dann, auch in Saarbrücken Halt zu machen“, erklärt Alex. Im November spielten die Hamburger Punkrocker „Kazimir“ im ,,Summa cum laude’’. Auf ihrer Facebook- Seite schrieb die Band nach ihrem Auftritt: „Saarbrücken, das hat Spaß gemacht! Danke an die Leute vom Haifischblut Collective, bei denen Gastfreundschaft ganz groß geschrieben wird (Stichwort: Gulasch sin carne + hausgemachter Mexikaner)“ – in Hamburg als „Mexikaner“ bekannt, hört das hochprozentige Gemisch aus Wodka und scharfer Tomate- Chili- Soße in Saarbrücker Kneipen auf den Namen „Haifischblut“. „Daher kommt auch unser Name“, sagt Sebastian, „Haifischblut ist bei uns Programm“.

Denn nicht nur die Musiker bekommen den roten Kurzen serviert, sondern auch jeder Gast als Willkommensdrink. Etwa 100 Besucher zählen sie an einem guten Abend. „Davon müssen wir die Gagen bezahlen, aber auch die Kosten für die Anlage. Vom Getränkeverkauf haben wir nichts, denn meist ist der Deal so, dass die Vermieter den selbst übernehmen“, sagt Sebastian. Das Eintrittsgeld halten sie dennoch möglichst gering: Rund sieben Euro koste der Konzertabend. Bei einem Problem könnte die Stadt, trotz des Mach-esselbst- Mottos, helfen: Im Moment suchen Haifischblut Collective verzweifelt nach einer neuen Location. Veranstaltungsräume sind in Saarbrücken Mangelware, dagegen gibt es massig Leerstände. Ihre Idee: Die Stadt stellt ihnen und anderen für die kulturelle Bereicherung einen Raum zur Verfügung. „Ist doch eine gute Idee, oder?“, sagt Sebastian. Der nächste Termin steht am 25. Januar an und bringt zwei Bands aus San Francisco nach Saarbrücken: Glitz! und Apache werden einen Mix aus Punk, Glam und Garage rocken. Geht’s nach den Jungs von Haifischblut Collective, dann in einer neuen Location.

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