A8 Neunkirchen Richtung Karlsruhe Zwischen Kreuz Neunkirchen und AS Limbach Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn, fahren Sie bitte besonders vorsichtig (21:22)

A8

Priorität: Sehr dringend

7°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
7°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Sohn sticht Vater nieder - Freispruch

Mit einem Metzgermesser soll ein 22-jähriger Saarbrücker aus Notwehr seinen Vater niedergestochen haben. (Symbolfoto)

Mit einem Metzgermesser soll ein 22-jähriger Saarbrücker aus Notwehr seinen Vater niedergestochen haben. (Symbolfoto)

Saarbrücken. Die Jugendkammer des Landgerichts hat gestern einen 22-jährigen Lagerarbeiter aus dem Regionalverband Saarbrücken freigesprochen. Er stand vor Gericht, weil er am 28. September 2008 seinen Vater mit zwei Messerstichen schwer verletzt haben soll. Nach der Tat alarmierte der Sohn den Notdienst: „Ich habe meinem Vater ein Messer in den Bauch gerammt“. Nach einem zweimonatigem Klinikaufenthalt starb der Mann an einer Embolie. Er hatte sich selbst aus dem Krankenhaus entlassen und damit die Thromboseprophylaxe abgebrochen.

Tod seines Opfers billigend in Kauf genommen

Die Staatsanwaltschaft ging zunächst von gefährlicher Körperverletzung aus. Doch im Laufe der Beweisaufnahme stellte sich der Verdacht auf versuchten Totschlag heraus. Wer mit einem Messer mit 30 Zentimeter langer Klinge zusticht, nimmt den Tod seines Opfers zumindest billigend in Kauf, argumentierte der Oberstaatsanwalt. Trotz des Todes nach den Stichen sei es kein vollendeter Totschlag. Die Kausalkette sei durch das eigenmächtige Verlassen der Klinik unterbrochen. Dennoch beantragte der Oberstaatsanwalt eine Jugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

Jähzorniger, aggressiver Vater

Für den Verteidiger geschah die Tat in Notwehr. Der jähzornige aggressive Vater sei mit einer Fleischgabel auf den Sohn losgegangen, weil dieser sich ein Glas Milch aus dem Kühlschrank genommen habe. In seiner Not griff der Sohn ein Metzgermesser von der Anrichte und stach zu. Auch der zweite Stich in den Rücken sei durch Notwehr gedeckt. Der Angeklagte sei freizusprechen.

So sahen es auch die Richter: „Es ist nicht alltäglich – wir wissen am Ende nicht, was passiert ist“. Ob es wirklich der Angeklagte war, der dem Mann in den Rücken stach, blieb unklar. Die Beweissicherung der Kripo am Tatort erfolgte zu spät und ungenügend. Das Ergebnis der Ermittlungen reiche nicht aus, um den jungen Mann zu verurteilen. jht

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein