A6 Metz/Saarbrücken Richtung Kaiserslautern AS Rohrbach Bauarbeiten, Ausfahrt gesperrt, Einfahrt gesperrt bis 16.10.2017 06:00 Uhr (18.09.2017, 06:59)

A6

Priorität: Dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Solar-Anlagen bergen für Feuerwehren besondere Risiken

Saarbrücken. Seit dem beschlossenen Atomausstieg wird die Frage nach alternativer Energieversorgung dringlicher denn je. Beliebt auch bei Privathaushalten sind Solaranlagen auf dem Hausdach. Die Saubermänner unter den Energiequellen bergen bei Bränden für die Feuerwehren jedoch besondere Gefahren: Solange Licht auf das Paneel fällt, wird Strom erzeugt. Dafür muss nicht extra die Sonne scheinen: Helligkeit, eine Straßenlaterne oder die Einsatzscheinwerfer der Feuerwehr reichen aus, die Produktion in Gang zu setzen. Trifft der Löschstrahl auf die so genannte Photovoltaik-Anlage, besteht die Gefahr, dass das Wasser den Strom leitet und die Einsatzkräfte eine Spannung von bis zu 1500 Volt trifft.

„Damit das nicht passiert, müssen wir je nach Stärke der Spannung und Art des eingesetzten Löschstrahls ein Mindestabstand zwischen einem und fünf Metern einhalten“, sagt Landesbrandinspektor Bernd Becker. Doch die saarländischen Einsatzkräfte seien für solche Fälle geschult: „Das ist mittlerweile Teil der Grundausbildung.“  Landläufigen Gerüchten, die PV-Anlagen seien weder mit Wasser noch mit Löschschaum zu löschen, sondern müssten kontrolliert abgebrannt gelassen werden, erteilt er eine klare Absage.

„Die einzelnen Module erzeugen Gleichstrom, der gebündelt in einem Kabel zum Generatorenanschlusskasten geleitet wird“, erklärt Becker. Seit 2006 besteht in Deutschland die Pflicht, hier und im Wechselrichter, der die Gleichspannung in Wechselspannung umwandelt, einen Lasttrennschalter einzubauen. „Doch die einzelnen Solarmodule stehen auch dann noch weiter unter Spannung.“ Daher befürwortet der Landesbrandinspektor die möglichst rasche Einführung des Solarmodul-Abschaltsystems, bei der die PV-Anlage im Brandfall manuell und vollautomatisch abschaltet.  Dass ein solcher Schalter kein Standard ist, liege sowohl an der noch nicht ausgereiften Technik als auch am Preis, heißt es von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) in Nürnberg. „Noch gibt es kein zertifiziertes Abschaltsystem, das marktreif ist und für die Laufzeit einer PV-Anlage von mindestens 20 Jahren Bestand hat“, sagt DGS-Projektingenieur Björn Hemmann. Eine weitere Voraussetzung sei, dass jederzeit von außen mittels Testschalter geprüft werden kann, ob die Schutzeinrichtung funktioniere. Auch hier werde noch an der technischen Umsetzung gearbeitet. Eine solche Vereinbarung müsste im Service- und Wartungsvertrag festgeschrieben werden. Doch es gebe auch Alternativen zum Abschaltsystem, meint der Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin. „In den allermeisten Fällen bieten sich bauliche Maßnahmen an. Zum Beispiel die feuersichere Verlegung unter Putz, durch einen Installationsschacht oder außerhalb des Gebäudes“, sagt Verbandssprecher David Wedepohl. „Es gibt mehr als eine Million Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. Uns ist kein Fall bekannt, in dem ein Feuerwehrmann durch eine Solarstromanlage verletzt wurde.“
Wichtig für Solaranlagen-Besitzer sei es, entsprechende Hinweisschilder im Haus zu haben und über die Technik informiert zu sein, damit sie im Ernstfall den Einsatzkräften schnell die Leitungsführung der PV-Anlage erklären könnten, findet der Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes, Werner Ehl: „Bei einem Brand können Temperaturen von über 1000 Grad entstehen, so dass die Aluminium-Rahmen der PV-Anlage schmelzen und die Module vom Dach runterrutschen. Das ist dann für die Feuerwehr die gleiche Gefahr wie bei herunterfallenden Dachziegeln.“
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein