A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Parkplatz Sötern Parkplatz geschlossen, gesperrt für LKW bis 24.08.2017 07:00 Uhr ab 22.08.2017, 17:00 Uhr (22.08.2017, 14:28)

A62

Priorität: Dringend

17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Soll diese teure Skulptur an der Saar-Uni stehen?

Saarbrücken. Ein 15 Meter hohes Peace-Zeichen, montiert aus Ölfässern, jedes davon versehen mit einem Solar-Modul. Das will der Fotokünstler Fred George – vorzugsweise – in Saarbrücken bauen (wir berichteten mehrfach). „A magical project“, nennt der New Yorker, der seit vier Jahren in Saarbrücken lebt und künstlerisch arbeitet, seine „Solar Peace Sculpture“ (SPS), für die er seit 2007 mit bemerkenswertem Enthusiasmus und einer guten Portion amerikanischer Forschheit die Werbetrommel rührt. Wo immer er die Skulptur vorstelle, seien die Leute begeistert, erzählt George in seinem Atelier im Kulturbahnhof in Saarbrücken. Liegt das vielleicht an der simplen, plakativ umgesetzten Botschaft der gut gemeinten Kreation? – Die Abhängigkeit vom Öl bringt Konflikte, erneuerbare Energien helfen dem Frieden. „Das versteht jeder“, findet denn auch Fred George.

Mit viel Chuzpe und unbändiger Zielstrebigkeit kämpfte sich George im August in Bonn bei der vorbereitenden UN-Tagung der Nichtregierungsorganisationen zum Kopenhagener Weltklimagipfel mit seinem Solar Peace Sculpture-Modell bis in den Tagungssaal vor. Die Stadt Kopenhagen lud ihn daraufhin ein, ein zwei-Meter-Modell der Stahlskulptur während des Gipfels auf einem öffentlichen Platz aufzustellen. George entschied sich aber für die Präsentation in einem Hotel, wo während des Gipfels täglich Al Gores Klimakatastrophen-Film „Eine unbequeme Wahrheit“ gezeigt werden soll.

Jetzt also erst mal Kopenhagen. Es ist ein Etappensieg, denn George hat Großes vor. Fünf, sechs dieser riesigen Ölfässer-Friedenszeichen sollen weltweit entstehen. Als der Fotograf/Künstler in Saarbrücken einen ersten Vorstoß machte, hielt sich die Begeisterung für die solare Ölfässer-Kunst allerdings in Grenzen. Auch wenn zum „Steering Committee“ (Lenkungsausschuss) laut seiner professionell gestalteten Projekt-Werbe-Broschüre angeblich so prominente Unterstützer wie Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, Ministerpräsident Peter Müller oder Saar-Universitätspräsident Volker Linneweber gehören (siehe Text unten). Die Uni hat tatsächlich einen Platz zugesagt, auf dem die Skulptur für begrenzte Zeit stehen soll. Denn mit seinem Bemühen um Standorte in der Saarbrücker City war George trotz eines Empfehlungsschreibens von Ministerpräsident Peter Müller zuvor gescheitert. Den Platz vor dem Eurobahnhof lehnte die Deutsche Bahn als Eigentümerin ab, den Platz direkt dahinter wiederum die Stadt.

Kritiker halten das Monument schlichtweg nicht für Kunst. „Das ist mir egal“, sagt Fred George – und fühlt sich bestätigt durch die vielen positiven Reaktionen, die er erfahre. Viel eigenes Geld hat er bereits in das Vorhaben, seinen Traum, investiert. Nun müsse man unbedingt Mittel akquirieren, Sponsoren finden. Sein Auftritt in Kopenhagen wirke da wie ein Türöffner, meint George. Rund eine Million Euro wird die Skulptur verschlingen, doch sie soll auch Geld generieren. Und zwar durch die Einspeisung der solar erzeugten Energie ins Stromnetz. Die Vergütung dafür solle dann gemeinnützig verwendet werden, so Georges Vision. Um Geld zu sammeln, bietet er derzeit 30 (limitierte) Modelle seiner Skulptur zu 8000 Euro das Stück an. Gerade hat die Saarbrücker Patton-Pluscyk-Stiftung ein Modell erworben.

Werben und Netzwerken

Zwar hat sich Fred George als Architektur-Fotograf vor allem in New York einen Namen gemacht, doch als Künstler hat er gewissermaßen erst angefangen. SPS ist sein drittes großes Projekt. Frei nach dem Motto „Think big“ geht der 57-Jährige bei dessen Vermarktung vor – man staunt über den Erfolg. Immerhin gab es konkrete Planungen, die Skulptur in New York aufzustellen. Mehrere Solar-Firmen zeigten Interesse, das Monument zu bauen oder zu sponsern. Wenn man ihm so zuhört, wie er von seinem „Art Producer“, seinen „assistants“ und „managers“ erzählt, könnte man man einen riesigen Apparat hinter seiner Arbeit vermuten. In der Tat beherrscht George das Netzwerken, ist bekannt mit vielen aus der Kunst- und Politszene – hier und in den USA. Man findet unzählige Schnappschüsse mit lokalen Promis auf seiner Homepage. In Günter Schmidt-Gönner, Professor für Baustatik an der HTW, hat er zudem einen engagierten Mitstreiter gefunden. Neuerdings ist Kulturmarketing-Fachmann Elliot Grant mit an Bord, ebenfalls New Yorker mit Zweitwohnsitz in Saarbrücken. Den habe er zufällig kennengelernt, erzählt George. Und ihn flugs davon überzeugt, sich ums „business“ beim Solar Peace-Projekt zu kümmern.

Fred George ist jetzt auf dem Weg nach Kopenhagen. Dort hofft er, Al Gore zu treffen. Der soll niemand geringeres als Präsident Obama für die Solar Peace Sculpture begeistern. Ein Schnappschuss mit Gore und dem SPS-Modell – das wäre fantastische Werbung für das Projekt. Wie gesagt, Fred George hat Großes vor. . .

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein