L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Sonder-Projekt hilft Langzeit-Arbeitslosen

 Regionalverband. Wer lange arbeitslos ist und Hartz IV bekommt, ist im Alltag oftmals vielen Vorurteilen ausgesetzt. Die Arge im Regionalverband Saarbrücken hat, um zu untersuchen, wie es mit Motivation und Vermittlungschancen aussieht, eine ,,Aktivierungsmaßnahme“ gestartet. ,,Auch das Diakonische Werk an der Saar (DWS) beteiligt sich neben anderen Trägern, wie die Neue Arbeit Saar oder das AZB Saarbrücken, an der Durchführung des Programms mit zwei Maßnahmen für 100 Betroffene“, sagt Helmut Paulus vom DWS. Christina Rehse, sozialpädagogische Mitarbeiterin des DWS: „Rund 75 Prozent der uns für drei Monate zugewiesenen Arbeitslosengeld-II-Empfänger kamen regelmäßig.“ Zum Wiedereinstieg mussten drei Stunden pro Tag bewältigt werden, dafür gab es einen Euro zusätzlich und das Fahrgeld. ,,So mancher fühlte sich hier nach vielen Enttäuschungen zum ersten Mal wieder ernst genommen,“ erläutert die Sozialarbeiterin.„Wir versuchen individuell auf jeden einzugehen, um herauszufinden, wie es nach der Maßnahme weitergehen kann“, erläutert Projektmitarbeiter Sascha Kneifel.
 
Vier Personen waren bereit, über sich zu berichten. Günther D. (44) ist seit 2003 arbeitslos. Eigentlich hat er Einzelhandelskaufmann in der Teppich-Branche gelernt, war jedoch dann nach dem Wirtschaftsabitur in den EDV-Bereich gewechselt. Dann wurde er entlassen und landete in der Arbeitslosigkeit. „Ich konnte hier neue Kontakte knüpfen und habe gute Erfahrungen gemacht“, ist er optimistisch, irgendwann auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.
 
Doris A. (54) hat in Kindergärten gearbeitet. Nach der Familienpause übernahm sie die Leitung eines Tennis-Clubheimes. Doch dann musste der Vater gepflegt werden; dann ein Schicksalsschlag: ein Loch in der Netzhaut. Ihr wurde eine 30-prozentige Behinderung attestiert. Eine leichte Arbeit sei noch möglich, drei Stunden täglich, habe der Amtsarzt festgestellt. „Finden Sie da mal eine Beschäftigung“, sagt sie ohne große Hoffnung.

Gudrun B. (51) hat im Textilbereich Einzelhandelskauffrau gelernt. Nach der Familienpause arbeitete sie sechs Jahre lang als Reinigungskraft in einer Jugendherberge, später machte sie sich als Gastronomin selbstständig. Doch dann 2004: ein Motorradunfall. Die Ärzte mussten ganze Arbeit leisten: B. hat Metallplatten im linken Arm und Bein, neue Kniegelenke waren nötig. Trotz 40-prozentiger Behinderung wurde eine Erwerbsminderungsrente von der Rentenversicherung abgelehnt, da sie nicht lange genug in ihrem erlernten Beruf tätig war. Die Beschäftigung in der DWS-Kreativ-Gruppe ist für die viermalige Mutter eine willkommene Abwechslung im eintönigen Alltag.

Peter K. (41) leidet unter seinen Sprachschwierigkeiten. Dank logopädischer Behandlung hört man es heute kaum noch. Trotzdem: Einen Platz auf dem 1. Arbeitsmarkt hat er nie bekommen. Nach einer überbetrieblichen Ausbildung zum Kaufmann folgten verschiedene AB-Maßnahmen, etwa in der Uni-Bibliothek. Trotz weiterer Fortbildung: Eine Bewerbung war nie erfolgreich. Wie sagte aber doch die DWS-Mitarbeiterin und Sozialpädagogin Christina Rehse: ,,Es gibt keinen hoffnungslosen Fall.“ Jürgen K. Neumann 
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