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Sorgen um junge Flüchtlinge in Saarbrücken

Saarbrücken. Die meisten von ihnen flüchten aus Afghanistan, sind junge Männer im Alter von 16 Jahren. Bis Mitte März kamen bereits 39 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den Regionalverband Saarbrücken. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 42. 2009 lag die Zahl noch bei zehn Jugendlichen.



"Flüchtlingsströme über Griechenland, Italien und Frankreich nehmen zu"

Der Anstieg hat zwei Gründe. Erstens: Die aktuelle politische Situation: „Die Flüchtlingsströme über Griechenland, Italien und Frankreich nehmen zu“, sagt Uschi Biedenkopf, Leiterin des Jugendamtes des Regionalverbandes Saarbrücken. Zweitens: Deutschland hat im vergangenen Jahr Vorbehalte gegen die UN-Kinderrechtskonvention zurückgenommen. Bis dahin galten Flüchtlinge ab 16 Jahren als Erwachsene, wurden im Aufnahmelager des Saarlandes in Lebach untergebracht. „Jetzt ist das Jugendamt verpflichtet, alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bis zum 18. Lebensjahr in Obhut zu nehmen“, erklärt Petra Spoo-Ludwig, vom Jugendamt in Saarbrücken.

2010  insgesamt 170 Minderjährige aufgegriffen

Im Saarland ist nur der Regionalverband Saarbrücken von dem Zuwachs an minderjährigen Flüchtlingen betroffen. „Das ist geografisch bedingt“, sagt Biedenkopf. Denn die Bundespolizei steigt in Forbach an der Grenze in die Fernverkehrszüge aus Frankreich. Bis zum Saarbrücker Bahnhof suchen die Beamten nach jugendlichen Flüchtlingen. „2010 haben wir insgesamt 170 Minderjährige aufgegriffen. Den Großteil davon in Zügen“, sagt Karsten Eberhard,  Pressesprecher der Bundespolizei in Bexbach.

„Unser größtes Problem ist, dass wir nie planen können, wie viele Flüchtlinge kommen“, sagt Biedenkopf. Das Jugendamt des Regionalverbandes stößt bei der Unterbringung der Flüchtlinge an seine Grenzen. Die Jugendamtsleiterin des Regionalverbandes soll nun ein Konzept für eine landesweite Aufnahmestelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge entwerfen. Diese Einrichtung könnte die Kapazitätsprobleme lösen. Die Kosten für die Unterbringung der minderjährigen Flüchtlinge zahlt der Staat, erklärt Biedenkopf, damit die Grenzstädte in Deutschland nicht benachteiligt sind.

Biedenkopf weiß: „Die Probleme im Regionalverband sind im Vergleich zu den Flüchtlingszahlen in Italien und Griechenland klein.“ Die Europäer müssten sich überlegen, wie sie mit den Flüchtlingsströmen in Zukunft umgehen wollen. „Es müssen dringend Lösungen her“, sagt die Jugendamtsleiterin.

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