Saarland: Neunkirchen-Wellesweiler, Wellesweilerstraße: Vollsperrung auf Grund von Reinigungsarbeiten nach einer Ölspur. (20:04)

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Spätschicht mit Partnern aus Frankreich

Ein Beamter der Polizeiinspektion Brebach kontrollierte hier an der Saarbrücker Straße mit einem Kollegen von der Police Nationale einen Autofahrer. Das Hauptaugenmerk der deutsch-französischen Teams lag darauf, Fahrer mit Alkohol oder Drogen aus dem Verkehr zu ziehen. Foto: Becker&Bredel</p>

Ein Beamter der Polizeiinspektion Brebach kontrollierte hier an der Saarbrücker Straße mit einem Kollegen von der Police Nationale einen Autofahrer. Das Hauptaugenmerk der deutsch-französischen Teams lag darauf, Fahrer mit Alkohol oder Drogen aus dem Verkehr zu ziehen. Foto: Becker&Bredel

Ortseingang Rilchingen-Hanweiler an der B 51. Es ist Freitag, 18 Uhr. Wer jetzt die Straße Richtung Frankreich befährt, sieht eine rot leuchtende Polizeikelle. Sie weist den Weg in die Von-der-Leyen Straße. „Allgemeine Verkehrskontrolle. Bitte machen Sie den Motor aus, und zeigen Sie mir Ihren Führerschein und Fahrzeugschein“, sagt Hauptkommissar Helmut Schliwinsky zu dem Autofahrer.

Mit geübtem Blick kontrollieren er und seine Kolleginnen und Kollegen Papiere und Fahrzeug. Nächste Frage: „Haben Sie Alkohol getrunken oder Drogen eingenommen?“ Der Schwerpunkt dieser Kontrolle liegt auf der Fahrtüchtigkeit. „Wir überprüfen heute besonders, ob Autofahrer Alkohol getrunken haben“, sagt Einsatzleiterin Anna Schieber. „Alkohol und Drogen sind in der Faschingszeit Hauptunfallursachen. Und übers Jahr rangieren sie als Ursachen hinter überhöhter Geschwindigkeit weit vorn“, sagt die Polizeioberkommissarin.

Besonderheit der Kontrolle: Einmal mehr sind fünf französische Kollegen von der Police Nationale dabei. „Seit einiger Zeit machen wir besonders solche Schwerpunktkontrollen zu Fasching oder in der Vorweihnachtszeit zusammen mit unseren französischen Kollegen“, sagt Anna Schieber. „Ebenso gehen wir nach Frankreich, um dort mit unseren Kollegen zusammenzuarbeiten.“

Das System hat sich offenbar bewährt. Viele der kontrollierten Fahrzeuge kommen aus Frankreich. An diesem Abend ist es gut die Hälfte. Die französischen Autofahrer sind oft zunächst verdutzt, wenn Landsleute sie kontrollieren. In ihrer Muttersprache angesprochen zu werden hilft, Kommunikationsprobleme zu überwinden.

Davide Bonsignore sagt: „Was muss, das muss. Ich finde solche Kontrollen wichtig und gut. Auch dass sie gemeinsam mit französischen Polizisten stattfinden“.

„Ich finde die Kontrolle super“, sagt Kerstin Hoffmann. „Ginge es nach mir, dann könnte so etwas viel öfter gemacht werden“, sagt sie. Das meint auch Sylvia Heinen, die die Kontrolle sehr gelassen sieht. „Ich bin jetzt 45 Jahre alt und werde heute zum ersten Mal in meinem Leben kontrolliert“, sagt Heinen mit einem Lachen. „Die Kontrolle sehe ich sehr positiv, sie erhöht die Sicherheit. Auch dass französische Polizisten dabei sind, befürworte ich sehr. In Zeiten von Terror und offenen Grenzen sind solche Aktionen wichtig“, fügt Sylvia Heinen hinzu.

Nach zwei Stunden verlegt Einsatzleiterin Anna Schieber die Kontrolle nach Brebach in die Saarbrücker Straße, wo die Arbeit dann bis in die späten Abendstunden weitergeht.

Die Bilanz: 200 Autos haben die deutschen und französischen Polizisten an diesem Abend an den beiden Einsatzstellen kontrolliert. Ein Rollerfahrer stand unter Drogen und musste zur Blutprobe. Der Roller blieb stehen. Ein Flüchtling aus Syrien hatte noch keinen deutschen Führerschein und war deswegen schon einmal bei einer Kontrolle im Januar aufgefallen. Und seine drei Mitfahrer waren nicht angeschnallt. Ende der Fahrt. Eine Französin erfuhr, dass sie für ihren Klein-Pkw zwar in Frankreich keinen Führerschein benötigt, wohl aber in Deutschland. Sie musste das Wägelchen stehen lassen. Die französischen Polizisten brachten die Frau ins Heimatland. Jetzt muss sie das Mini-Auto von jemandem abholen lassen, der einen Führerschein hat.

Einsatzleiterin Anna Schieber verbucht die Spätschicht im Dienste der Verkehrssicherheit als „durchschnittliche“ Kontrolle. Sie appelliert an alle Fahrer, sich nur nüchtern ans Steuer zu setzen – nicht nur, aber natürlich auch in der närrischen Zeit. Denn das war mit Sicherheit nicht die letzte Verkehrskontrolle in der Fastnachtssaison. Anna Schieber: „Ein Taxi oder ein Freund, der nüchtern fährt, sind immer die beste Wahl.“

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