L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Sparkasse Saarbrücken und Stadtsparkasse Völklingen fusionieren

Die Sparkassen machen sich heftig Konkurrenz in Völklingen: links die Stadtsparkasse – wenige Meter weiter rechts die Filiale der Sparkasse Saarbrücken. Foto: Becker & Bredel

Die Sparkassen machen sich heftig Konkurrenz in Völklingen: links die Stadtsparkasse – wenige Meter weiter rechts die Filiale der Sparkasse Saarbrücken. Foto: Becker & Bredel

Seit vielen Jahren wurde immer wieder spekuliert, wann die kleine Stadtsparkasse Völklingen mit der großen Schwester-Sparkasse in Saarbrücken fusioniert. Zum 1. Januar 2017 soll nun der Zusammenschluss vollzogen sein (wir berichteten). Die Details müssen aber noch verhandelt werden. „Alle notwendigen Gremien haben zugestimmt, das letzte am Mittwochabend, der Stadtrat Völklingen “, sagte Oberbürgermeister Klaus Lorig ( CDU ) am Donnerstag. Träger der neuen Sparkasse soll dann ein Zweckverband sein, dem die Stadt Saarbrücken und der Regionalverband sowie die Stadt Völklingen angehören.

Zuletzt gab es von Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre Zusammenschlüsse saarländischer Sparkassen , teilweise aus der Not heraus – wie in Saarlouis, wo die Kreissparkasse die Stadtsparkasse übernahm. Jetzt in Völklingen „gibt es keinen wirtschaftlichen Zwang zu einer Fusion“, betonte Lorig. Man werde daher „auf Augenhöhe mit der Sparkasse Saarbrücken in die Gespräche eintreten“. Die kleinste Sparkasse des Saarlandes muss aber offenbar fürchten, auf Dauer unter Druck zu geraten. Mit Fusionsgesprächen „wollen wir nicht abwarten, bis es zu irgendeinem Zeitpunkt vielleicht eine schwierigere finanzielle Situation gibt“, sagte Lorig.

Ähnlich formuliert es Helmut Treib, Vorstandschef der Stadtsparkasse. Einerseits verweist er stolz auf die Bilanz für 2015: Das Institut habe nach vorläufigen Zahlen ein Ergebnis vor Bewertung von rund 2,9 Millionen Euro erzielt – 550 000 Euro mehr als im Jahr davor. Andererseits befürwortet er ein zügiges Zusammengehen mit den Saarbrückern, bevor die Stadtsparkasse „vielleicht in sieben oder acht Jahren in die Situation einer Zwangsfusion“ gerät. Hans-Werner Sander, Vorstandschef der Sparkasse Saarbrücken, wollte auch nicht von einer Übernahme reden, verhandelt werde „auf partnerschaftlichem Niveau“ – obwohl die Sparkasse der Landeshauptstadt von der Bilanzsumme her mit 6,9 Milliarden Euro fast 19-mal so groß ist wie die Völklinger Stadtsparkasse.

Dass sich die Ertragslage zu verschlechtern droht, hängt laut Lorig an den allgemeinen Rahmenbedingungen in der Bankbranche: Die Nullzinspolitik sowie die Anforderungen der Bankenregulierung und der Digitalisierung belasten immer mehr. Und diese Entwicklungen „machen einer kleinen Sparkasse mehr zu schaffen als den größeren Instituten“, sagte Lorig. Hier liegen offenbar die Hauptbeweggründe für die Fusion. Und noch etwas kommt hinzu, was es in der Sparkassenwelt sonst eigentlich nicht gibt: Die beiden Institute machen sich seit Jahrzehnten in Völklingen Konkurrenz. Die Marktgebiete sind nicht klar getrennt wie sonst in der Sparkassen-Welt üblich. Die Saarbrücker sind mit knapp 50 Mitarbeitern in fünf Filialen vor Ort, die Völklinger mit rund 90 Beschäftigten in einer Hauptstelle und sechs Filialen . „Wenn wir die Kräfte bündeln, können wir wesentlich stärker in Völklingen auftreten“, sagte Lorig.

Schließlich passt auch der Zeitpunkt, die Fusion anzugehen. Denn die beiden Vorstände der Stadtsparkasse, Helmut Treib (65) und Rainer Hilcher (64), stehen kurz vor dem Ruhestand . Hilcher habe signalisiert, keine Aufgabe mehr in der fusionierten Sparkasse übernehmen zu wollen, sagte Treib. Er selbst wolle aber so lange das Zusammengehen begleiten, bis „die Mitarbeiter gut in die Fusionssparkasse integriert sind“.

Denn die 88 Beschäftigten sollen bleiben können. „Mit betriebsbedingten Kündigungen ist die Fusion nicht verbunden“, versicherte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo ( SPD ) als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sparkasse Saarbrücken. Offen ist, wie es mit den Filialen weitergeht. Wo Geschäftsstellen beider Häuser dicht beieinanderliegen, wird eine wahrscheinlich geschlossen.

Eins will der Oberbürgermeister aber in den anstehenden Gesprächen durchsetzen; dass seine Stadt auch von den Erträgen der neuen Sparkasse profitiert. In den vergangenen Jahren hatte die Stadtsparkasse nach Angaben von Treib jeweils zwischen 70 000 und 90 000 Euro ausgeschüttet.

 

Meinung:
 

Eine gute Entscheidung

Von SZ-RedakteurVolker Meyer zu Tittingdorf

Wann, wenn nicht jetzt. Die Vorstände der Völklinger Stadtsparkasse gehen bald in Ruhestand . Damit war die Gelegenheit da, die unsinnige Konkurrenz der Sparkassen in Völklingen zu beenden. Und diese Gelegenheit wird nun genutzt, was alles andere als selbstverständlich ist. Offenbar war die Einsicht, dass die sich verdüsternde Marktlage die Stadtsparkasse auf Dauer bedroht, größer als der kleinliche Wille zur Eigenständigkeit um jeden Preis. Und das ist gut so. Denn je länger die Europäische Zentralbank ihre Politik des billigen Geldes fortsetzt, desto stärker schwinden die Ertragsaussichten der Kreditinstitute. Hinzu kommen steigende Kosten, etwa durch die Regulierung. All dies macht kleinen Sparkassen und Banken besonders zu schaffen. Zusammenschlüsse sind da ein guter Ausweg.

Im Saarland dürfte trotzdem jetzt keine Fusionswelle einsetzen. Unter den künftig verbleibenden sechs Sparkassen ist keine ganz kleine mehr. Die Fusionsneigung kann in Zukunft aber durchaus wachsen, wenn der Druck auf die Erträge weiter zunimmt.
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