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Sparzwang: Jetzt auch Aus für Dudweiler Freibad?

Bald aus und vorbei? Das Dudweiler Freibad soll geschlossen werden.

Bald aus und vorbei? Das Dudweiler Freibad soll geschlossen werden.

Die Stadtverwaltung will das Freibad Dudweiler schließen und gleichzeitig das Dudobad ganzjährig öffnen. Zudem wird das Außenbecken im Kombibad Altenkessel geschlossen. Das sind die Kernpunkte des Bäderkonzepts, die Bürgermeister Ralf Latz (SPD) und Sportdezernent Harald Schindel (Linke) am Freitag im Rathaus vorstellten. Als Trostpflaster stellte Latz eine Liegewiese am Dudobad in Aussicht.

Die Schließung des Freibades könne noch abgewendet werden, wenn ein Förderverein oder eine Bürgergenossenschaft das Bad betreiben, erklärte Latz. In diesem Fall wäre die Verwaltung bereit, jährlich 50?000 Euro bereitzustellen. Die SZ hatte kürzlich berichtet, dass zum Beispiel ein Verein in Mainz ein Bad erfolgreich führt. Nach Latz’ Berechnungen müssten 170 000 Euro von der Genossenschaft finanziert werden. Wenn 1500 Bürger sich beteiligten, liege der Jahresbeitrag bei 113 Euro pro Bürger. Er könne sich auch vorstellen, dass Firmen aus Dudweiler die Genossenschaft oder den Förderverein unterstützen.

Das Altenkesseler Bad soll zum reinen Sport- und Vereinsbad umfunktioniert werden und nur noch zwei bis drei Tage öffnen. Für Schulen, Vereine und den Behindertensport werde sich nichts ändern, betonte Latz. Das gelte auch fürs Dudobad und die Vereine, die im Erlebnisbad Calypso trainieren. Der Bürgermeister wertete es als Erfolg, dass es weiter in jedem Bezirk ein Schwimmbad gebe: neben Altenkessel und Dudweiler das Totobad im Bezirk Mitte und das Kombibad Fechingen. Die Verwaltung sei bereit, über eine Busverbindung im Sommer von Altenkessel zum Totobad zu diskutieren, ergänzte Sportdezernent Harald Schindel.

Dass es Diskussionen in Dudweiler und Altenkessel geben werde, ist beiden klar. Latz machte aber deutlich: „Bei einer Forderung von 800?000 Euro muss es Einschnitte geben.“ Der Stadtrat hatte auf Grundlage des Rödl-Spargutachtens 2012 entschieden, diesen Betrag bei den Bädern zu sparen. Das Gutachten von Rödl&Partner hatte Einsparungen bei den Bädern gefordert. Latz wies darauf hin, dass Saarbrücken im Bundesvergleich zu viel Wasserfläche habe und die Bäder nicht ausgelastet seien. Die Verwaltung komme an den Sparmaßnahmen nicht herum, weil sonst die Kommunalaufsicht den Haushalt nicht genehmige.

Auch in der Verwaltung wird sich einiges ändern. Für die Bäder sei künftig allein die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) verantwortlich. Bisher waren auch der städtische Gebäudemanagement-Betrieb und das Sport- und Bäderamt involviert. Ein weiteres Gutachten der Firma GMF aus Neuried hatte hier ein Einsparpotenzial von über 300?000 Euro genannt. Latz erklärte, die BBS könne bei den Personalkosten sparen. Auch die Eintrittspreise würden erhöht. Latz: „Davon müssen wir ausgehen.“

Latz bezeichnete das Konzept als „moderate Lösung“ und hofft, dass der Stadtrat dem am 2. Juli zustimmt. Am Freitag informierte die Verwaltung auch die Fraktionen und Vereine. Vom Genossenschaftsbad hält Wolfgang Backes, der 1. Vorsitzende des Fördervereins Dudweiler Bäder, nichts. „Wir lassen uns nicht den Schwarzen Peter zuschieben für Versäumnisse der Stadt, eine stabile Basis für das Betreiben von Bädern zu schaffen“, meinte er. Die Vorstellungen der Verwaltung seien „in höchstem Maße unsozial und rufen unsereren energischen Protest hervor“.

 

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