A623 Saarbrücken - Friedrichsthal Zwischen Saarbrücken/Einmündung Saarbrücken- Rodenhof und AS Saarbrücken-Herrensohr in beiden Richtungen Gefahr durch Fahrradfahrer auf der Fahrbahn (09:42)

A623

Priorität: Sehr dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Spaßbäder im Saarland - zu teuer?

Saarbrücken. Wer auf einschlägigen Bewertungsportalen im Internet die Nutzer-Kommentare zum Saarbrücker Erlebnisbad Calypso studiert, der wird sich nach der Lektüre vermutlich drei Mal überlegen, ob er das Schwimmbad besucht: „Schönes Spaßbad mit großem Saunabereich, aber leider im Preis für Familien viel zu teuer“, schreibt ein Nutzer – und kaum einer im Forum, der die Kritik an den Eintrittspreisen nicht teilt. Wie alle Spaß- und Freizeitbäder richtet sich auch das Calypso in erster Linie an Familien – und wartet dementsprechend mit allerlei Attraktionen auf: ein Sportbecken, zwei Außenbecken, mehrere Whirlpools, drei große Rutschen, ein Strömungskanal und, und, und. Doch für Familien sind die Eintritts-Preise in der Tat gesalzen: 35 Euro zahlt ein Elternpaar mit zwei Kindern an einem normalen Wochentag für die Familienkarte. Der Betreiber verweist darauf, seit fünf Jahren die Preise nicht mehr erhöht zu haben. Allerdings gibt es seit 2008 auch keine Einteilung in Zeiteinheiten mehr. Das heißt: Zahlte die vierköpfige Familie 2007 noch für anderthalb Stunden 19 Euro, so muss sie heute 35 Euro berappen, kann dafür aber den ganzen Tag bleiben.

Und wie sieht es in den anderen großen Freizeitbädern im Saarland aus? Nimmt man die vierköpfige Familie als Beispiel, stößt man auf große Unterschiede: Im Neunkircher „Die Lakai“ zahlt die Familie für drei Stunden 7,60 Euro, im St. Ingberter „Das Blau“ für vier Stunden 10,80 Euro. Im „Das Bad“ in Merzig werden für Familien je nach Alter der Kinder zwischen 14,80 und 18,30 Euro fällig, wobei dies nur für drei Stunden Aufenthalt im „Freizeitbereich“ des Bades gilt. Eine Ausnahme gibt es hier allerdings für Inhaber des Familienpasses der Stadt Merzig, für sie variiert der Preis je nach Alter der Kinder zwischen 11,10 und 13,72 Euro. Die Betreiber des Schaumbergbades in Tholey schließlich wollen von einer Familie für drei Stunden Badezeit 16 Euro. Während man in Neunkirchen den Eintrittspreis seit der Bad-Eröffnung 2009 gar nicht und in St. Ingbert nach sechs Jahren Stabilität vor wenigen Wochen nur geringfügig erhöht hat, ist „Das Bad“ in Merzig über die vergangenen Jahre hinweg deutlich teurer geworden. Zwischen 75 und 85 Prozent mehr zahlen Familien dort heute im Vergleich zum Eröffnungsjahr 2003. Die Merziger Bäder GmbH begründet dies mit den gestiegenen Betriebskosten. Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Schwimmbäder in Größe, Typ, Qualität, Service, Ausstattung und Angebot. Während etwa „Das Bad“ auf seinen 720 Quadratmetern von der Riesenrutsche über „Blubberliegen“, ein beheiztes Außenbecken mit Strömungskanal bis hin zu einem großen Gastronomiebereich auf Erlebnisvielfalt setzt, kommt etwa „Die Lakai“ in Neunkirchen eher klassisch schlicht daher: Schwimmerbecken mit Sprungturm, Nichtschwimmerbecken, Planschbecken, dazu im Sommer ein Freibadbereich mit Liegewiese. Der Kunde hat also wie fast immer die Wahl: Geringeres Angebot bedeutet einen geringeren Preis, größeres Angebot einen höheren Preis. Doch muss das Badevergnügen für Familien nicht auch in sogenannten Spaßbädern erschwinglich bleiben – zumal die Bäder in der Regel auch klassische Sportbecken beinhalten, für die nicht selten ein kommunales Stadtbad weichen musste? „Ein Schwimm-Angebot gehört zur Grundversorgung, die jedem Bürger in Deutschland möglich sein sollte“, sagt der Vorsitzende der Saarländischen Armutskonferenz, Wolfgang Edlinger.

Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) plädiert für moderate Eintrittspreise der Schwimmbäder. Schwimmen sei insbesondere für Kinder zur Entwicklung motorischer Fähigkeiten wichtig, sagt DLRG-Saar-Sprecher Oliver Zangerle.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein