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Speed dank Glasfaser: Perl surft jetzt schneller

Saarbrücken. Die Telekommunikationstochter der VSE, VSE net, schließt in den kommenden Wochen drei Ortsteile der Gemeinde Perl direkt an das Glasfasernetz an. „In Eft, Hellendorf und Büschdorf werden wir erstmals 300 Wohnhäuser direkt mit Glasfaserverbindungen ausstatten“, sagte Berthold Wegmann, Geschäftsführer von VSE net.



Glasfaserkabel bis in die Häuser

Bei den bisherigen Glasfaseranbindungen sei es üblicherweise so, dass die schnelle Glasfaserleitung nur bis zu einem Zentralverteiler oder einem Verteilerkasten der Telekom gelegt wird. „Unser Ziel ist es, letztlich die Glasfaserkabel bis in die Häuser zu legen, denn nur dann ist es möglich, auch die volle Bandbreite zu gewährleisten“, sagt Wegmann.

VSE net hat dabei auch eine neue Technik zum Einsatz gebracht. Statt durch die Erde hat das Unternehmen die Glasfaserleitungen parallel zu den Stromleitungen über das Dach geführt. „Dadurch wird der einzelne Hausanschluss erheblich billiger“, sagt Wegmann. Gerade Dörfer, in denen der Strom noch überirdisch geführt wird, hätten deshalb gute Voraussetzungen, an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen zu werden.

Nächsten Ausbauten bereits projektiert

Die nächsten Ausbauten sind bereits projektiert, innerhalb dieses Jahres sollen unter anderem Winterberg, Theley, Kirrberg, Schwarzenholz und Reisbach an das Glasfasernetz angeschlossen werden.

Zwar geht VSE net dort erst einmal über die Zentralverteiler und damit auch noch über das Kupfernetz der Telekom, mittelfristig sollen aber auch hier die Haushalte die Möglichkeit haben, Direktanschlüsse zu bekommen. „Wegen der hohen Ausbaukosten ist allerdings ein Baukostenzuschuss für den Anschluss nötig“, sagt Wegmann.

VSE net: 100 Millionen Euro im Saarland investieren

Insgesamt 100 Millionen Euro will die VSE net in den Ausbau im Saarland investieren, zehn Prozent davon seinen bisher verbaut, sagt Wegmann. So hat VSE net auch 1200 Wohneinheiten in Saarlouis angeschlossen und 500 Wohneinheiten in Steinbach bei Ottweiler. Weitere 50 000 Wohneinheiten seien vom Energieversorger Energis identifiziert worden, die in den kommenden drei bis vier Jahren mit Glasfaser versorgt werden sollen.

Wegmann sieht das Saarland beim Ausbau im Hintertreffen. Im vergangenen Jahr seinen 0,25 Prozent der Haushalte direkt an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen worden, bundesweit seien es 0,7 Prozent. Auch damit liege Deutschland aber weit hinter Ländern wie Schweden oder Luxemburg. In Schweden beispielsweise haben schon 30 Prozent der Haushalte einen direkten Glasfaseranschluss, in Luxemburg sollen bis 2015 sämtliche Haushalte einen direkten Zugang bekommen. Deutschland plant immerhin, bis 2015 drei Viertel der Haushalte mit einem schnellen Anschluss mit 50 Mbit Geschwindigkeit zu versorgen.

Wegmann sieht dabei auch die Energieversorger und Kommunen in der Pflicht: „Wenn diese irgendwo die Erde aufgraben, müssten sie grundsätzlich ein Leerrohr dazulegen“, sagt er. Oft allerdings werde das unterlassen, weil Leerrohre Kosten ohne sofortige Gewinne bringen.

Leistungsfähige Breitbandnetze

Wegmann hält das für Irrsinn, schließlich seien Leerrohre eine Investition in die Zukunft. Viele Versorger hätten das mittlerweile erkannt, schließlich seien auch sie daran interessiert, die Breitbandnetze auszubauen: „In Zeiten intelligenter Stromzähler und intelligenter Netze reicht es nicht aus, nur noch zu liefern. Die Versorger brauchen auch eine Rückmeldung. Und dafür sind leistungsfähige Breitbandnetze die Voraussetzung“, sagt Wegmann.

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