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Spektakuläre Wende im Fall des "Phantoms"

Die Hoffnung der Ermittler, die als „Phantom“ bekannt gewordene Mörderin endlich zu schnappen, wurde immer wieder zerstört. Wenn die neueste Vermutung stimmt, dann gab es das „Phantom“ gar nicht.

Von Michael Jungmann und Gerhard Franz (SZ)

Saarbrücken.
Das Rätsel um die Polizistinnenmörderin von Heilbronn, von der man immer nur DNA-Spuren kannte, steht offenbar vor der Auflösung. Im Hamburger Magazin „Stern“ wird nun die Vermutung ausgesprochen, dass es das „Phantom“, hinter dem man eine Frau vermutete, die an über 40 Verbrechen vor allem im südwestdeutschen Raum beteiligt war, nie gegeben hat.
Seit längerer Zeit war es schon rätselhaft, wie ein einzelner Mensch an so vielen kriminellen Taten, zum Teil an Schwerverbrechen, beteiligt sein konnte, ohne dass von ihm eine konkrete Spur zu finden sei außer einem genetischen Fingerabdruck. Deshalb war vor einiger Zeit bereits die Hypothese gebildet worden, bei der Sicherung von DNA-Material an alten Beweisstücken sei durch Verunreinigung bei den Analysen nicht etwa das genetische Material eines Täters, sondern der für die Analyse zuständigen Laborantin entdeckt worden.

Der „Stern“ liefert nun eine andere Version: Das DNA-Material stamme von einer Verpackerin in einem Unternehmen für Medizinalbedarf. Und diese Frau, die dort Wattestäbchen verpackte, soll sich auf sämtlichen Stäbchen mit ihrem genetischen Fingerabrduck verewigt haben. Als die bewussten Stäbchen bei der Sicherstellung von DNA-Material benutzt wurden, habe man immer wieder die Spuren einer weiblichen Person festgestellt – aber nicht einer Verbrecherin, sondern dieser Verpackerin eben.

Die erste DNA-Spur des Phantoms am Dienstfahrzeug der Polizistin in Heilbronn hatte im April 2007 sehr schnell Verbindungen zu zwei Dutzend Verbrechen in ganz Europa hergestellt. Darunter ein Mord in Idar-Oberstein 1993 und einer in Freiburg im Jahr 2001. Beides waren Tatorte, an denen das Erbmaterial einer unbekannten weiblichen Person gefunden wurde. Im Januar 2008 hatte auch ein Mord an drei Georgiern in der Nähe von Mannheim denselben genetischen Fingerabdruck zu Tage gebracht. Dort fanden sich ausgerechnet im Auto eines V-Mannes des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA), der in Untersuchungshaft saß, winzige genetische Spuren der unbekannten Frau.

Zwischenzeitlich hoffte die saarländische Polizei, dass sie der Lösung dieses „kriminalistischen Jahrhundertfalls“ ganz nah sei. Denn im Saarland gab es plötzlich Hinweise zuhauf: An der unteren Saar, wo das Phantom an dem Überfall auf ein Anglerheim in Saarhölzbach beteiligt gewesen sein soll. Bei Autodiebstählen, die im vergangenen Frühjahr an vier Tatorten im Saarland begangen wurden. In Burbach an einem Stein, mit dem das Fenster eines Wohn- und Geschäftshauses eingeschlagen worden war.

Zuletzt tauchte die DNA-Spur des Phantoms im Zusammenhang mit einem Einbruch in die Saarbrücker Realschule Bruchwiese auf, der von Minderjährigen begangen worden war. Hier fand sich der genetische Fingerabdruck auf einer Getränkedose. Allerding sagten die neun Kinder und Jungendlichen, die an dem Einruch beteiligt waren, sehr überzeugend aus, dass sie bei der Tat alleine gewesen seien. Von einer Frau hätten sie nichts gesehen. Damit standen die Ermittler, die zuvor im Zusammenhang mit Autodiebstählen auf Hinweise zur Person des Phantoms gehofft hatten, vor einem weiteren Problem. Was sollte die meist gesuchte Verbrecherin Deutschlands in der Realschule gesucht haben?

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