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Spektakulärer Polizeieinsatz im Saarbrücker Totobad

Bedroht fühlten sich Besucher des Schwarzenbergbades (auch Totobad) am Mittwoch, 19. Juni, gegen 18 Uhr von einer Kette von Vorfällen, in die – laut Angaben von Polizei und Bäderbetriebsgesellschaft – zwischen 30 und 100 Badegäste, ein Teil des Freibad-Personals, der Sicherheitsdienst des Bades (Security) und vier Streifenwagen der Polizei verwickelt waren.

Erste Informationen über diese Vorfälle bekam die SZ am Donnerstag per E-Mail aus der Bevölkerung. Unter anderem war die Rede von Handgreiflichkeiten zwischen einem jungen Mann und einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vor den Kassenhäuschen. Die SZ fragte bei der Polizei und der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) nach – und erfuhr Folgendes.

Am Mittwoch – so berichtete die BBS – waren 14 086 Gäste im Schwarzenbergbad. Am Nachmittag meldeten sich immer mehr Diebstahl-Opfer. Dann machten mehrere Gäste das Bad-Personal auf eine Gruppe von etwa 15 Personen aufmerksam, die ballspielend und handtücherwerfend über die Wiesen zog und sich dabei – laut BBS – „über fremde Liegeplätze hermachte“.

Zur selben Zeit versuchte eine Person, die ebenfalls zu dieser Gruppe gehörte, ein Wertfach zu öffnen – und zwar mit einem Schlüssel, der kurz zuvor als gestohlen gemeldet worden war. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes beobachtete das und informierte das Bad-Personal. Mehrere Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes stellten nun die Ballspieler zur Rede, und die beschimpften den Sicherheitsdienst. Ein französischer Polizist, der zufällig im Bad war, empfahl dem Bad-Personal, die Polizei zu rufen. Laut BBS rotteten sich inzwischen weitere Gruppen – „circa 100 Personen“ – zusammen, und der Sicherheitsdienst zog sich zurück, um eine Eskalation zu vermeiden. Dann verließen drei der Ballspieler das Bad durch den Hauptausgang. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes folgten. Ein Ballspieler schlug einen Sicherheitsmann. Trotzdem gelang es den Sicherheitsleuten, die drei Ballspieler zum Eingang zurückzubringen. Dann kamen vier Einsatzwagen der Polizei. Aber die Ballspieler, die im Bad geblieben waren – während die drei anderen zum Ausgang strebten –, waren inzwischen verschwunden. Laut BBS führte die Polizei die drei Personen, die der Sicherheitsdienst erwischt hatte, in Handschellen ab. „Bei dieser Gelegenheit“, so berichtete BBS-Geschäftsführerin Gabriele Scharenberg-Fischer, „wurden verschiedene Diebstähle polizeilich angezeigt, und es konnte eine weitere Person festgenommen werden.“

Die Polizei erklärte am Freitag auf SZ-Anfrage, an den Ereignissen im Bad sei eine Gruppe von etwa dreißig Personen beteiligt gewesen. Aktenkundig war am Freitag außerdem, dass ein Zeuge mit seinem Handy einen Mann fotografiert hatte, der auf einer Decke saß, die ihm nicht gehörte, die Tasche der Deckenbesitzerin durchwühlte und deren Handy stahl. Mithilfe des Handy-Fotos sei der Dieb aus der 30-Personen-Gruppe identifiziert worden – worauf er versuchte, das Handy wegzuwerfen. Nur wenig später erkannte eine Frau, die einen Diebstahl meldete, das Handy als ihres.
 

HINTERGRUND

Die BBS, die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken, arbeitet seit rund zehn Jahren mit einem Sicherheitsdienst zusammen, um die Besucher ihrer Bäder vor Dieben und Gewalttätern zu schützen. Das Bad-Personal ist im Normalfall dafür zuständig, die Gäste zu betreuen, also „Wasseraufsicht“ zu führen, Erste Hilfe zu leisten und kleinere Streitigkeiten zu schlichten. Bei größeren Auseinandersetzungen – so erläutert BBS-Geschäftsführerin Gabriele Scharenberg- Fischer – werde das Personal vom Sicherheitsdienst unterstützt: „Darüber hinaus sollen die Sicherheitskräfte eine abschreckende Wirkung auf mögliche Täter haben.“ fitz
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