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Spender gesucht: Blutgruppe 0 negativ wird im Saarland knapp

Zweibrücken/Südwestpfalz. Der Lebenssaft wird knapp. Vor allem die Blutgruppe „0 negativ“ ist derzeit rar. Das schildert Volker Moser, Öffentlichkeitsreferent beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), auf Merkur-Anfrage.

Er ist unter anderem zuständig für den DRK-Kreisverband Südwestpfalz. Die besondere Brisanz bei „0 negativ“: „Sie wird im Verhältnis mehr gebraucht als andere Blutgruppen, weil sie keine Antikörper beinhaltet. Und es gibt nicht so viele Menschen mit der Blutgruppe“, schildert Heinz-Walter Hohl, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West in Bad Kreuznach. Gerade bei Unfällen, wenn die Helfer blitzschnell handeln müssen, sei es begehrter und könne direkt eingesetzt werden. Vielleicht also lebensrettend sein. Üblicherweise sei bei anderen Blutgruppen erst eine sogenannte Kreuzprobe nötig, um herauszufinden, ob der Spender das Ersatzblut verträgt. Im Krankenhaus könne man diese Zeit durch Infusionen überbrücken, so Hohl.

Stichwort Krankenhäuser: Sowohl das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken als auch das Nardini-Klinikum St. Elisabeth und die Homburger Uniklinik werden vom DRK mit Blut versorgt. „Wir können derzeit den Bestellungen der Krankenhäuser nachkommen“, will Hohl keine Panik schüren. Sein Kollege Moser macht aber deutlich, dass der Spielraum nicht groß ist: Eine Grippewelle in der kalten Jahreszeit, die viele regelmäßige Blutspender trifft – bald gingen gerade die „0 negativ“- Reserven aus. „Wir haben gerade ein Doppelmailing gemacht, um unsere ‚0 negativ’-Spender zu mobilisieren. Viele kennen ihre Blutgruppe auch gar nicht.

Wer zum Spenden kommt, dem können wir seine Blutgruppe bestimmen“, sagt Öffentlichkeitsreferent Volker Moser, der auch für die Koordinierung der Blutspendetermine in der Region zuständig ist. Jeden Tag brauche man 1000 Blutspender, um den gesamten Bereich Rheinland-Pfalz/Saar zu versorgen. Ältere Spender schieden immer öfter aus, weil sie Medikamente schluckten, krank seien oder sterben. „Für einen ausgeschiedenen Blutspender brauchen wir derzeit zweieinhalb neue. Denn der Ausgeschiedene hat im Schnitt dreimal im Jahr gespendet, Neuspender seltener.“ Der Aufwand, vor allem jüngere Spender zu gewinnen, werde immer größer, zahlte sich aber zuletzt auch aus (siehe Hintergrund).

Die Werbung vor Ort und die Pressearbeit gewinnen an Bedeutung. Eine Herausforderung für die DRK-Ortsvereine und -Kreisverbände, die genau das schultern müssen. 13 Entnahmeteams seien täglich im Land unterwegs, um in den Orten Lebenssaft abzuzapfen. 24 Stunden dauere es dann, bis das Blut einem Bedürftigen zugeführt werden kann. Auch in Engpasszeiten gebe man aber keine Probe ungeprüft heraus, immer gehe sie ins Zentrallabor nach Hagen, werde auf Krankheiten untersucht und in ihre einzelnen Bestandteile aufgetrennt.

„Wir arrangieren besondere Blutspendetermine auch an Sonntagen, weil viele Spender unter der Woche keine Zeit haben“; schildert Moser weitere Maßnahmen. Auch einen Blutspendebus setze man erfolgreich ein „Da können wir Leute ansprechen, die noch nie etwas mit der Blutspenderei am Hut hatten. Sie treffen eine Ad-hoc- Entscheidung: Jetzt spende ich!“

HINTERGRUND

Der DRK-Blutspendedienst Rheinland-Pfalz und Saarland organisiert seine Blutspenden über verschiedene Termine in Ortsvereinen. Der nächste in Zweibrücken-Mittelbach ist am 10. Dezember, von 17 bis 20 Uhr im Entnahmemobil vor dem Bürgerhaus Mittelbach, Altheimer Straße 62.

Spenden können beim DRK gesunde Menschen ab 18 Jahren, Erstspender sollten hier unter 68 Jahre alt sein. Es gilt: Männer dürfen pro Jahr bis zu sechs Vollblutspenden leisten, bei Frauen sind es vier. 2011 wurden im Kreisverband Südwestpfalz beim DRK 8625 Vollblutspender (2010: 7973, 2009: 5793) gezählt. Die Zahl der Erstspender stieg zuletzt auch an: von 435 im Jahr 2010 auf 588 im Jahr danach. Weitere Infos gibt es unter Tel. (0800) 1 19 49 11. ek

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