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Sprayer gestalten Wand am Staden neu

Das Einhorn, das aus dem Sprühnebel kam: Loomit, alias Mathias Köhler, war der erste, der zum Urban Art Meeting anreiste und an der Saarbrücker Graffiti-Wand arbeitete.

Das Einhorn, das aus dem Sprühnebel kam: Loomit, alias Mathias Köhler, war der erste, der zum Urban Art Meeting anreiste und an der Saarbrücker Graffiti-Wand arbeitete.



‚Saarbrücken. Freitagnachmittag an der Graffiti-Wand gegenüber dem Saarbrücker Staden. Es riecht bereits ziemlich nach Sprühlack. Und das, obwohl die meisten der Sprüh-Künstler noch gar nicht mit ihren Arbeiten begonnen haben. Viele von ihnen reisen erst später an, darunter die bekannteren wie beispielsweise „Dome One“ aus Karlsruhe oder Frau Isa aus Österreich, eine der wenigen Frauen in der Sprayer-Szene. „Raks“ ist schon da. „Hauptberuflich“ ist der 24-Jährige Kommunikationsdesign-Student an der Saarbrücker Kunsthochschule. Er sitzt auf dem Grünstreifen vor der Mauer, einen Zeichenblock auf den Knien, Kopfhörer auf den Ohren. „Raks“ entwirft auf Papier das, was später von ihm an der Wand zu sehen sein wird.

Mit fünf Kollegen hat er sich zum Kollektiv „Faulty Inc.“ zusammengetan. „Wir kennen uns schon lange und sind zusammengewachsen“, sagt er. Daher funktioniere die künstlerische Zusammenarbeit reibungslos. Jeder der fünf weiß genau, was was er zu sprühen hat. Das geht auch nicht anders, denn die Gruppe arbeitet hier an einem über 20 Meter breiten Wandstück. Vage sind erste Zirkusmotive zu erkennen. In der die Sprüh-Aktion begleitenden Ausstellung „4560 Urban Art“ in der Saarbrücker Stadtgalerie sind nur wenige klassische Graffiti zu sehen (wir berichteten). An der Autobahn hingegen findet man sie, die „Styles“ und „Signatures“. Gespannt darf man darauf sein, was sich die Künstler, die Arbeiten in der Ausstellung zeigen, für die Mauer ausgedacht haben. Vorbei die Zeit, als man Graffiti als Schmierereien abtat.

In den beiden Tunnels zur Saar kann man – wenn auch nur im Halbdunkel – sehen, wo die Sprayer üben. Dass auch dort respektable Arbeiten dabei sind, zeigt die Tatsache, dass der gepixelte „Super-Mario“, den der Saarbrücker Sprayer „Dave“ mit einem Kollegen vor gut zwei Jahren am Ausgang eines der Tunnel sprühte, von der Überpinselung verschont blieb, nachdem sich einige Fans für dessen Verbleib stark gemacht hatten, wie Dirk Sold, einer der Organisatoren des Meetings, erzählt. Im Laufe dieses Wochenendes wird Dave seinen Super-Mario überarbeiten. Dirk Sold arbeitet in der Abteilung Jugendarbeit im Regionalverband Saarbrücken. Er kennt die Sprayer-Szene gut. Sie lebe vom Netzwerken.

„Von den 65 Künstlern, die anreisen, sind nur eine Handvoll im Hotel untergebracht, alle anderen schlafen bei Freunden“, freut er sich. Gemeinsam sprühen, gemeinsam feiern. . . auch daran haben die Organisatoren gedacht: An diesem Samstagabend findet die zweite offizielle Aftershow-Party des „Urban Art Meeting“ am Saarbrücker Römerkastell statt (ab 22 Uhr). Das im Industriegebiet gelegene, leicht versteckte Areal ist ein Geheimtipp für urbanes Nachtleben – und insofern der passende Ort für die eher scheuen Sprayer, die nicht allzu gerne über ihre Kunst reden. Den besten Blick auf die Graffiti hat man übrigens vom Staden- Ufer gegenüber. Wer den Sprayern bei der Arbeit über die Schulter schauen will, kann das bis Sonntag tun. Hin kommt man aber nur zu Fuß, der Leinpfad ist bis Sonntag für Fahrradfahrer gesperrt.  Die „Urban Art Show“ in der Stadtgalerie läuft bis 7.9.


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