L365 Weiskirchen Richtung Nonnweiler Sitzerath Gefahr durch defektes Fahrzeug L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (08:29)

Priorität: Sehr dringend

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St. Ingbert: 1,8 Mio. für neues Verkehrskonzept nötig

St. Ingbert. Es tut sich was auf St. Ingberts Straßen, zumindest schon mal auf dem Papier. Will heißen: Die Stadtoberen der Mittelstadt haben endlich das langersehnte Verkehrsgutachten bei einer Sondersitzung des Bauausschusses (wir berichteten) vorgestellt. Brisant ist: Die Studie offenbart einige für Fahrer und Fußgänger riskante Knotenpunkte im Wegenetz. „St. Ingbert muss sein Verkehrskonzept dringend überarbeiten“, warnte deshalb Markus Hofmann vom beauftragten Planungsbüro Habermehl und Follmann die Stadtund Ortsräte.

Der Kreisel an der L 111 (Ost-, Süd- und Kleberstraße) und der Verkehrsbereich Höhe Spieser Landstraße und Am Mühlwald seien beispielsweise solche riskanten Verkehrsknotenpunkte in der Mittelstadt. „Dort kommt es jährlich zu den meisten Unfällen.“ Kein Wunder: Sie zählen auch zu den viel frequentierten Straßen. Allein 14 000 der insgesamt 83 000 Einzelfahrten pro Tag in St. Ingbert führten über die Oststraße. Ganz vorne ist übrigens die Kaiserstraße mit 20 000 Fahrten. Auch hier sind zäher Start-Stopp-Verkehr die Regel.

Und Unfälle. „Wer lange steht, ist nun mal eher bereit zu riskanten Fahrmanövern“, erklärt Diplom-Ingenieur Hofmann. Und damit spricht er ein generelles Problem St. Ingberts an: die Ampeln im Innenstadtring. „Sie sind alle veraltet und müssen dringend ausgetauscht werden“, so Hofmann weiter. Die bisherigen Signalgeber schalten nach einer festen Taktung. Moderne Geräte orientieren sich dagegen am tatsächlichen Verkehrsaufkommen.

Und sie sind dank LED-Leuchten besser sichtbar. All das sorge für mehr Sicherheit. Die Frage ist aber: Warum hat es so lange gedauert, bis das Prüfbüro Habermehl und Follmann das Gutachten im Stadtrat vorstellen konnte? Hatten es die Ingenieure doch bereits 2010 fertig. Und zwei Jahre zuvor hatten sie die Straßen St. Ingberts unter die Lupe genommen. Seit 2011 ist es aber vollends still ums Gutachten geworden. „Mehrere Vorstellungstermine platzten wegen Georg Jung. Es passte dem Alt- OB wohl nicht ins Wahlkampf- Konzept“, meint der für Verkehr zuständige Beigeordnete Adam Schmitt (Grüne).

Dass die Daten deshalb überholt seien, dagegen wehrt sich auch Michael Hoppstädter, Chef des saarländischen Landesamts für Straßenbau (LfS). „Es hat sich gezeigt, dass der Höhepunkt an angemeldeten Fahrzeugen im ganzen Saarland erreicht ist. Bis 2025 gehen wir davon aus, dass es stagnieren wird.“ Für St. Ingbert scheint es zu stimmen. Hier gab es zwischen 2007 bis 2012 nur noch einen leichten Anstieg von 28 915 auf 29 159. Am Ende geht’s auch beim Verkehrskonzept ums Geld: Schließlich kosten auch Eingriffe ins St. Ingberter Straßennetz etwas: Genau 1,8 Millionen Euro wären fällig, um das Verkehrsgutachten der Stadtplaner umzusetzen. Dabei kämen 1,3 Millionen Euro vom LfS.

500 000 Euro müsste die Stadt beisteuern. „Bei den angespannten Kassenlagen von Stadt und Land sind die Dinge aber nicht auf einmal umzusetzen“, meint Hoppstädter. Da der LfS aber zu 85 Prozent aus Bundesgeldern gespeist würde, wirkt er dennoch optimistisch. „Von uns aus könnten wir bereits Anfang 2013 erste Maßnahmen beschließen.“ Jetzt ist also die Stadt am Zug. Die Räte wollen über ein grundlegendes Verkehrskonzept diskutieren.

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