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St. Ingbert: Weiter Zoff um Ingobertus-Statue

Die Ingobertus-Statue auf dem Kreisverkehr in der Ensheimer Straße bewegt weiter die St. Ingberter Bevölkerung.

Die Ingobertus-Statue auf dem Kreisverkehr in der Ensheimer Straße bewegt weiter die St. Ingberter Bevölkerung.

St. Ingbert. Rupert Fieger steht zu „seinem“ Ingobertus. Die Statue im Kreisel Ensheimer Straße habe die Diskussion, die um sie geführt werde, nicht verdient, sagt der Kunstbildhauer aus dem bayrischen Eichstätt zu Besuch in der Mittelstadt. Während die jüngst von ihm aufgestellte Sandsteinfigur am Portal der Josefskirche einen älteren und eher hageren Einsiedler darstellt, kommt sein Gegenstück im Kreisverkehr jung, wohlbeleibt und mit recht femininen Zügen daher.

Fieger sagt dazu: „Ein Heiliger ist ja auch nicht statisch. Der heilige Ingobertus war sicher auch einmal jung und tatkräftig.“ Das wollte er bei der Drei-Meter-Statue darstellen. Die politischen Modalitäten in der Stadt habe er nicht gekannt. Nachdem er „um Pfingsten“ den Auftrag erhalten hatte, sei er mit bestem Wissen und Gewissen an die Gestaltung gegangen, um einen Acht-Tonnen-Block in der vorgegebenen Zeit zu bearbeiten. Eine „enge Geschichte“ sei es gewesen, manch andere Arbeit habe er dafür zurückgestellt. Von einer nicht alltäglichen Aufgabe spricht Fieger, die ihn geehrt habe. Ein gewisses Bedauern ob der kontroversen Diskussion schwingt in seinen Worten mit.

Die heftige Debatte, die der Kreisel-Ingobertus in St. Ingbert ausgelöst hat, ist dem Bildhauer mithin nicht verborgen geblieben. Neben wohlmeinenden Kommentaren zu dem Objekt, das der ehemalige Oberbürgermeister Georg Jung zum Ärger mancher Kommunalpolitiker auf den letzten Metern seiner Amtszeit hatte aufstellen lassen, gab es eine ganze Reihe durchaus böser Äußerungen. Davon abgesehen, dass der Alleingang des Ex-Verwaltungschefs Reaktionen hervorrief, waren Bürger weder mit dem ästhetischen Auftritt des Ingobertus noch mit seinem Standort im Verkehrsrund einverstanden.

In einer frühen Planungsskizze war der Namenspatron gesichtslos dargestellt. Das, erläutert Fieger, habe er nicht grundlos verworfen. Aus dem rohen, ungeordneten Stein zu seinen Füßen erhebe sich die Figur. Dem abstrakten Part wollte er etwas konkretes entgegensetzen. Das Aussehen des Gesichts sei „ein bisschen künstlerische Freiheit“. Im Übrigen sei mit der Verwaltung abgesprochen gewesen, dass die mit weiteren unbearbeiteten Sandsteinen den Gedanken der aus rohem Stein erwachsenden Stadt zu Füßen des Patrons weiterführe. Den Standort im Kreisverkehr hält Fieger für durchaus gerechtfertigt. Er sei prominent und ein „starkes Zeichen am Ortseingang“. Die St. Ingberter könnten auch stolz auf ihren Ingobertus sein.

Unterdessen hat Jungs Amtsnachfolger Hans Wagner die Bürger der Stadt via Internet in die Diskussion einbezogen. Die Stadt schreibt nun auf ihrer Internet-Seite: „Es wurden 95 Vorschläge abgegeben, von denen 62 ausdrücklich gegen den Verbleib der Ingobertus-Statue im Verkehrskreisel waren.“ 23 sähen in der Ensheimer Straße lieber eine Darstellung des Naturdenkmals Stiefel. Weiter hätten die Bürger vorgeschlagen, den Ingobertus an anderer Stelle zu positionieren. Pressesprecher Peter Gaschott bemerkt in diesem Zusammenhang, im Rathaus seien gar über 100 Zuschriften eingegangen, man habe aber nur ausgewertet, was in konkreten Vorschlägen mündete. Der neue OB will die städtischen Gremien mit der Frage befassen. Die Diskussion um eine feste Bleibe der Statue soll zunächst in den Ortsrat St. Ingbert-Mitte, dann in den Bauausschuss und schließlich in den Stadtrat.

Mit allen Kosten, schreibt die Stadt zudem, habe der Bürger für seinen Heiligen vor den Toren der Stadt nicht wie bislang bekannt knapp 20?000 Euro, sondern alles in allem wohl 30?000 Euro gekostet.

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