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St. Ingbert: Zu viel Geld für die alte Baumwollspinnerei?

Nachdem im Herbst nach Jahren der Planung erste sichtbare Arbeiten am Gebäude begonnen haben, hatten zuletzt die Nebenkosten für den Eigentumserwerb für Ärger gesorgt. Sie waren in den Kostenaufstellungen für das Projekt nicht enthalten. Der Rat fühlte sich von der Verwaltung hinters Licht geführt. In der jüngsten Ratssitzung ging es wieder um die Frage, wie die zuvor nicht berücksichtigten knapp 420 000 Euro im Haushalt zu behandeln seien. Die Verwaltung machte den Vorschlag, ein zusätzliches Darlehen für die Finanzierung aufzunehmen.

Markus Hauck, CDU, plädierte dafür, vorhandene Haushaltsreste aufzubrauchen. Es sei falsch, die Schuldenlast der Stadt weiter aufzublähen. Ein Gedanke, den auch die Sozialdemokraten schon ins Feld geführt hatten. SPD-Fraktionschef Thomas Berrang zeigte einiges Unbehagen gegenüber „versteckten Sparschweinen“ der Verwaltung. Heinz Dabrock, Familien-Partei, sah hingegen in einem Nachtragshaushalt die Chance, weitere Zuschüsse von dritter Seite zu erhalten. Sven Meier, Stadtverbands- SPD, mahnte an, das Projekt voranzubringen. Eine Mehrheit sprach sich für die Finanzierung der Kauf-Nebenkosten über einen Kredit aus.

Unterdessen gehen die Arbeiten an der Baumwollspinnerei weiter. Miteigentümer und Projektentwickler Werner Deller erläutert, die neuen Leitungen für die verschiedenen Parzellen des Geländes seien verlegt, das Gelände gerodet und die Rohplanung für das künftige Niveau des Areals gemacht. Am Gebäude sind ein ehemaliger Toiletten- und ein Kantinenanbau abgerissen. Deller: „Die ehemalige Maschinenhalle, die künftig Foyer sein wird, ist damit wieder freigelegt.“ Das Gebäudeinnere ist nach seinen Worten entkernt, technische Anlagen aus alten Zeiten sind abgebaut. Auch von den historischen Gusseisenfenstern sind drei ausgebaut worden.

Fachleute haben sie auf verschiedene Arten saniert. Sie sollen im Januar wieder an ihren Platz kommen. Dann geht es an die Abstimmung mit den Denkmalschützern, die bei dem gesamten Projekt eine große Rolle spielen. Von einem „ständigen Konflikt“ spricht Deller in Sachen Brandschutzanforderungen einerseits und Denkmalerhalt andererseits. Aber auch wenn der Weg zum Kulturzentrum steinig scheint: Im Januar stehen weitere Auftragsvergaben an.

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