L365 Weiskirchen Richtung Nonnweiler Sitzerath Gefahr durch defektes Fahrzeug L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (08:29)

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St. Ingbert: Zu viel Geld für die alte Baumwollspinnerei?

St. Ingbert. 419 461,07 Euro, die Zweite. Nachdem die Erwerbsnebenkosten der Stadt beim Ankauf eines Teils der Alten Baumwollspinnerei bereits im Oktober für eine Auseinandersetzung im Stadtrat gesorgt und eine Vertagung erzwungen hatten, war auch beim erneuten – erfolgreichen – Anlauf, das Thema vom Tisch zu bekommen, die Empörung im Rat deutlich zu hören. „Klarheit und Wahrheit“ etwa forderte Markus Gestier, Fraktionschef der Unabhängigen Christdemokraten. Von „Salami-Taktik der Verwaltung“ sprach Andreas Gaa, FDP. Oliver Kleis, Linke, mutmaßte gar, Förster Bodo Marschall müsse wohl „ein paar mehr Bäume“ fällen, wenn die städtischen Finanzen aus dem Ruder liefen. Das Projekt Baumwollspinnerei erregt schnell die kommunalpolitischen Gemüter. Es gibt engagierte Verfechter des Leuchtturm-Projektes, denen genauso eifrige Mahner eines erwarteten Finanzdesasters gegenüberstehen. Die Stadt hat sich bekanntlich beim vorherigen Alleinbesitzer des denkmalgeschützten Gebäudes Werner Deller zu über 50 Prozent eingekauft. Zwischen Wollbach- und Alter Bahnhofstraße soll ein Kulturzentrum entstehen, das viele Nutzungen vereinigt vom Museum bis hin zur Kinowerkstatt.

Nachdem im Herbst nach Jahren der Planung erste sichtbare Arbeiten am Gebäude begonnen haben, hatten zuletzt die Nebenkosten für den Eigentumserwerb für Ärger gesorgt. Sie waren in den Kostenaufstellungen für das Projekt nicht enthalten. Der Rat fühlte sich von der Verwaltung hinters Licht geführt. In der jüngsten Ratssitzung ging es wieder um die Frage, wie die zuvor nicht berücksichtigten knapp 420 000 Euro im Haushalt zu behandeln seien. Die Verwaltung machte den Vorschlag, ein zusätzliches Darlehen für die Finanzierung aufzunehmen.

Markus Hauck, CDU, plädierte dafür, vorhandene Haushaltsreste aufzubrauchen. Es sei falsch, die Schuldenlast der Stadt weiter aufzublähen. Ein Gedanke, den auch die Sozialdemokraten schon ins Feld geführt hatten. SPD-Fraktionschef Thomas Berrang zeigte einiges Unbehagen gegenüber „versteckten Sparschweinen“ der Verwaltung. Heinz Dabrock, Familien-Partei, sah hingegen in einem Nachtragshaushalt die Chance, weitere Zuschüsse von dritter Seite zu erhalten. Sven Meier, Stadtverbands- SPD, mahnte an, das Projekt voranzubringen. Eine Mehrheit sprach sich für die Finanzierung der Kauf-Nebenkosten über einen Kredit aus.

Unterdessen gehen die Arbeiten an der Baumwollspinnerei weiter. Miteigentümer und Projektentwickler Werner Deller erläutert, die neuen Leitungen für die verschiedenen Parzellen des Geländes seien verlegt, das Gelände gerodet und die Rohplanung für das künftige Niveau des Areals gemacht. Am Gebäude sind ein ehemaliger Toiletten- und ein Kantinenanbau abgerissen. Deller: „Die ehemalige Maschinenhalle, die künftig Foyer sein wird, ist damit wieder freigelegt.“ Das Gebäudeinnere ist nach seinen Worten entkernt, technische Anlagen aus alten Zeiten sind abgebaut. Auch von den historischen Gusseisenfenstern sind drei ausgebaut worden.

Fachleute haben sie auf verschiedene Arten saniert. Sie sollen im Januar wieder an ihren Platz kommen. Dann geht es an die Abstimmung mit den Denkmalschützern, die bei dem gesamten Projekt eine große Rolle spielen. Von einem „ständigen Konflikt“ spricht Deller in Sachen Brandschutzanforderungen einerseits und Denkmalerhalt andererseits. Aber auch wenn der Weg zum Kulturzentrum steinig scheint: Im Januar stehen weitere Auftragsvergaben an.

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