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St. Ingberter Autozulieferer fängt neu an

Der bisherige St. Ingberter Autozulieferer Görtz.+.Schiele verlässt als Saarotec GmbH die Insolvenz. Die neuen Eigentümer setzen auf eine breitere Fertigungspalette, um resistenter gegen Krisen zu werden.

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid


St. Ingbert. Der St. Ingberter Automobil-Zulieferer Görtz.+ Schiele ist Geschichte. Das Unternehmen heißt künftig Saarotec (wir berichteten kurz). Eigentümer ist die Tec GmbH, an der Harald Balzer (Foto: Concept), Vorstandsvorsitzender des Stuttgarter Beratungs-Unternehmens Concept AG, die Mehrheit hält. Görtz.+ Schiele musste im November vergangenen Jahres Insolvenzantrag stellen, zum Verwalter wurde der St. Ingberter Anwalt Franz J. Abel bestellt. Von den einstmals 340 Mitarbeitern können noch 125 weiterbeschäftigt werden. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft Saarotec ist Ralf Negatsch, der lange Jahre beim Sportwagen-Bauer Porsche arbeitete und dort unter anderem für die Zulieferer zuständig war. Der zweite Standort von Görtz.+ Schiele im Püttlinger Stadtteil Etzenhofen soll „Ende August geschlossen werden“, sagte Peter Haas, Kollege aus der Anwaltskanzlei Abel. Dort arbeiten noch 20 Leute. Bestehende Aufträge würden noch abgearbeitet.

Mit der verbleibenden Mannschaft wollen Balzer und Negatsch das Unternehmen zukunftsfähig machen. Görtz.+ Schiele „veredelte“ in der Vergangenheit Autoteile, die als Rohware aus den Gießereien angeliefert wurden. Hierbei handelte es sich unter anderem um Motorblöcke, Zylinderköpfe, Nockenwellen, Kupplungs-, Differential- oder Getriebegehäuse sowie Einspritzpumpen. Diese Teile wurden komplett bearbeitet und an die Motorenwerke der Autobauer oder an unabhängige Hersteller von Motoren geliefert. Hauptkunden waren zuletzt die Autokonzerne VW, Daimler und Opel, der Motorenbauer Deutz sowie die Gießereien Halberg Guss und Georg Fischer Automotive.

„Wir wollen nicht mehr reiner Lohnveredler im Auftrag der Autobauer sein, sondern uns zu einem Problemlöser entwickeln“, erläutert Balzer. Schon bei der Entwicklung neuer Motor-Generationen will Saarotec zusammen mit den Gießereien an Lösungen arbeiten und Ingenieur-Leistungen einbringen. Auch bei der Endbearbeitung der Teile soll das Unternehmen künftig Produktionsanteile übernehmen, die bisher in Händen der Autobauer lagen. „Wir wollen ein möglichst fertiges Produkt anliefern, so dass kostenintensive Zwischenschritte in der Motorenproduktion wegfallen“, sagen Balzer und Negatsch. Darüber hinaus sollen neue Kunden gewonnen werden, um die Produktion auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Damit will Balzer auch die Produktionsschwankungen überwinden, die Görtz.+ Schiele immer plagten, weil man sich zu sehr auf wenige Hersteller fokussiert hatte. Saarotec soll auch in ein Netzwerk von Autozulieferern eingebunden werden. Hier kann Harald Balzer über die Concept AG „etliche Kontakte einbringen“. Der frühere Mitarbeiter des Stuttgarter Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren etliche Autozulieferer beraten. Einem Beirat, der für Saarotec gegründet werden soll, „sollen ebenfalls Automobil-Spezialisten angehören“, sagt er. Einem größeren Fachpublikum will Saarotec sich auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im September in Frankfurt präsentieren.

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