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St. Ingberter Baumwoll-Spinnerei wird langsam zur Kulturfabrik

Im Innern der Baumwollspinnerei zeichnen sich mittlerweile künftige Räumlichkeiten ab

Im Innern der Baumwollspinnerei zeichnen sich mittlerweile künftige Räumlichkeiten ab

Der Boden ist staubig, auf Paletten stehen noch ein paar Reihen Steine. Das Erdgeschoss der Baumwollspinnerei, früher so wie die anderen Etagen eine einzige gut fünf Meter hohe Halle, hat durch die frisch eingezogenen Wände eine ganz neue Anmutung erhalten, aber zugleich nichts von seiner Großzügigkeit verloren. Noch muss man sich die künftigen Räume vorstellen, da die Wände zum Mittelgang fehlen. Lichtdurchflutet werden sie wohl sein von den großen Fensterflächen des über 100 Jahre alten Industriebaus. Bauherr Werner Deller zeigt beim Rundgang mit der ausgestreckten Hand: „Hier vorne kommt die Tanzschule hin. Daneben hat sie ihr WC und ein Büro.“ Eins weiter soll die Kinowerkstatt ein Zuhause finden, mit etwa 260 Quadratmetern hat sie einen Tick mehr Platz als die Tanzschule. Es folgt ein schmalerer Trakt für die Museumspädagogik. Daran schließt sich ein Raum für die VHS an. Auf der Rückseite des denkmalgeschützten Gebäudes und auf der der Innenstadt zugewandten Seite zeichnen sich im Rohbau der Platz für die Musikschule ab. Sie bekommt insgesamt um die 500 Quadratmeter.

Daneben ein großer Multifunktionsraum. Und über alle Etagen an gleicher Stelle findet sich ein Garderobe-, WC- und Technikblock. Das Abwassersystem liege bereits im Boden, berichtet Deller, an vielen Stellen seien neue Betonstürze eingezogen worden, um den Bau für seine künftigen Anforderungen zu ertüchtigen. Es tut sich etwas in der Alten Baumwollspinnerei, die im kommenden Jahr als Kulturfabrik, als Neue Baumwollspinnerei ein pulsierender Ort werden will. Bauherr Deller ist zuversichtlich, trotz aller Unkenrufe das ambitionierte Projekt im Zeitplan voranzutreiben. Im zweiten Quartal 2014 will er der Stadt ihren Part übergeben.

„Der Rohbau ist zu 95 Prozent fertig“, sagt er beim Gang durch die vier 2000-Quadratmeter- Geschosse. Die Wände in massiver Bauweise lassen im EG wie auch im Untergeschoss ein räumliches Gerüst erkennen, das die Transformation von den ehemaligen Produktionshallen zum künftigen Kulturort sichtbar macht. Die Wände zum Flur, der die Geschosse in der Längsachse trennen wird, werden in Trockenbau entstehen. Auf der Seite zur Wollbachstraße zeigt Deller den Schlund, mit Beton neu ummantelt, in dem der Aufzug des Gebäudes installiert werden wird. „Wir sind im Moment in weiteren Vergabegesprächen“, berichtet der Bauherr.

Es geht um Dacharbeiten und Fenster (rund 150), aber auch um den gesamten Innenausbau wie Elektro-, Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Sicherheitstechnik. „Die Arbeiten sollen zeitnah beginnen“, betont Deller. Zuvor wird noch ein Arbeitstrupp durch das Gemäuer ziehen und alle Flächen abstrahlen. Seine eigene Etage, das erste OG, will Deller nur mit Trockenbau-Wänden ausstatten.

Über ihm, in der Museumsetage, wird die Größe der alten Fabrik weitestgehend erlebbar bleiben. Auch für das Problem mit der Deckentraglast (die Stadt hatte eine zu niedrige Belastbarkeit moniert) zeichnet sich nach seinen Worten mittlerweile eine Lösung ab. Die strittige Fläche macht etwa ein Viertel der Gesamtdecke aus. Dort werde vom Boden vier Zentimeter abgetragen. Deller: „Es kommt ein leichterer Bodenaufbau drauf. Dadurch wird die Fläche leichter gemacht.“ Damit soll den statischen Anforderungen, wie sie für einen Neubau gelten, Genüge getan werden.

Trotz der Arbeit, die in dem Umbau steckt, nimmt sich der Hausherr Zeit für Details. Die genieteten Stahlstützen, so schreibt es der Brandschutz vor, müssen in den unteren Etagen eingehaust werden. Oben, im künftigen Museum, wolle er weiter dafür kämpfen, dass sie sichtbar bleiben. Den ursprünglichen Charme des Gebäudes will er dort erhalten.

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