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St. Ingberter Firma Enrotherm entlässt gesamte Belegschaft - 40 Arbeitslose

Die St. Ingberter Spezialglas-Firma Enrotherm hat alle
Mitarbeiter entlassen.

Die St. Ingberter Spezialglas-Firma Enrotherm hat alle Mitarbeiter entlassen.



St. Ingbert. Die St. Ingberter Firma Enrotherm hat diese Woche der gesamten Belegschaft – rund 40 Mitarbeiter – betriebsbedingt gekündigt. Die offizielle Begründung des Spezialglas-Herstellers: „Ihr Arbeitsplatz fällt weg. Eine Weiterbeschäftigung auf einem anderen Arbeitsplatz ist leider nicht möglich“. So heißt es in dem Kündigungsschreiben, das unserer Zeitung vorliegt. „Wir sind am Aschermittwoch nach den Fastnachtsferien zu Arbeit gekommen und haben die Kündigung erhalten“, erzählt ein Belegschaftsmitglied. Datiert ist das Schreiben auf den 11. Februar, also auf Rosenmontag.

Ein neuer Eigentümer soll die Firma übernehmen, sei ihnen gesagt worden. Dieser würde der Belegschaft am kommenden Donnerstag vorgestellt. Wer dies ist, wurde bislang verschwiegen. Die bisherigen Geschäftsführer und Inhaber von Enrotherm, Rüdiger Thies und Werner Ewen, waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Als neue Geschäftsführerin meldete sich gestern S.M. Kramer. „Verwaltungssitz der neuen Gesellschaft wird in Ostdeutschland sein“, ließ sie mitteilen. Enrotherm sei von den bisherigen Eigentümern notariell verkauft worden. Wer der neue Inhaber ist, ließ sie offen.

Mit allen bisherigen Beschäftigten werde sie fundierte Gespräche führen. Mitarbeiter würden „in einem neuen Unternehmen am Standort St. Ingbert beschäftigt werden“. „Das ist eine rechtlich unmögliche und unhaltbare Vorgehensweise“, sagt der der Saarbrücker Arbeitsrechtler Marwin Roth – „völliger Käse“. Bei einem Betriebsübergang sei alles „ganz genau geregelt“ – festgehalten in Paragraf 613a des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Geht der Betrieb auf einen anderen Inhaber über, „so tritt dieser in die Rechte und Pflichten aus den im Zeitpunkt des Übergangs bestehenden Arbeitsverhältnissen ein“, heißt es dort. Das gelte auch für die Kündigungsfristen, so Roth.

Weiter heißt es: „Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines Arbeitnehmers durch den bisherigen Arbeitgeber oder durch den neuen Inhaber wegen des Übergangs eines Betriebs oder eines Betriebsteils ist unwirksam.“ Außerdem müssen die Mitarbeiter bei einem Betriebsübergang im Vorfeld schriftlich unterrichtet werden. Roth und der Rechtssekretär der zuständigen Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Ulrich Schacht, raten den Betroffenen, sich rechtlich gegen diese Kündigung zu wehren. Fachanwalt Roth sieht in diesem Vorgehen auch den Tatbestand der Massenentlassung.

„Diese muss allerdings vorher angezeigt werden.“ Nach eigenen Angaben ist Enrotherm „ein leistungsstarker Isolierglashersteller und Glasveredler in Deutschland“. Das Isolierglas dient unter anderem dazu, Wärme- oder Schalldämmung sowie Sonnenschutz sicherzustellen. Täglich werden rund 2000 Isolierglas-Scheiben produziert. In der Glasveredelung bietet Enrotherm unter anderem Trennwände, Glasduschen, Ganzglastüren oder Spiegel an. Das Unternehmen wurde 1922 gegründet.
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