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St. Ingberter Leibniz-Gymnasium: Schulverweis für Smartphones

Die Handys müssen am St. Ingberter Leibniz-Gymnasium im kommenden Schuljahr abgeschaltet in der Tasche bleiben. Das habe die Schulkonferenz vergangene Woche mit großer Mehrheit beschlossen, sagt Beatrix Lafontaine. Die Schulleiterin betont, mit dieser Regelung setze das Gymnasium einen Kompromiss um, an dem in der Schule ein Jahr lang gearbeitet wurde. Die Regelung ist auf das kommende Schuljahr befristet. In der Schulkonferenz sind Eltern, Lehrer und Schülersprecher vertreten. Das Handy darf also weiterhin mit in die Schule. Aber dort muss es schweigen, es sei denn, ein Lehrer setzt seinen Gebrauch im Unterricht ein oder gibt es für einen Notfall frei. Damit reagiert die Schule auf unliebsame Situationen, wie sie im Zeitalter von Smartphone & Co zunehmend vorkommen.

Die Hausordnung habe schon seit Jahren festgehalten, dass Handys nur ausgeschaltet in der Schule gestattet sind, erläutert die Direktorin. Das habe aber nicht genügt, weil die kleinen elektronischen Wegbegleiter dann doch immer mal wieder während des Unterrichts im Betrieb waren. Auch Täuschungsversuche bei Arbeiten oder Mobbingaktionen gegen Mitschüler sind der Schule nicht unbekannt. Wer das Nutzungsverbot missachtet, ist sein Handy für den Rest des Schultages los. Lafontaine: „Der Schüler muss es dann mit dem Lehrer an einen sicheren Ort bringen und kann es von dort am Ende des Schultages wieder mitnehmen.“

Trotz der Einschränkungen wolle man sich nicht rückständig zeigen. Wenn es fachlich geboten sei, könnten Handys mit der Erlaubnis des Lehrers auch im Unterricht zum Einsatz kommen. Strenge Regeln gelten am Albertus- Magnus-Gymnasium schon länger. Schulleiter Hans- Georg Ochs: „Wir haben die bestehende Regelung zum Jahresbeginn verschärft.“ Besonders Mobbing-Fälle hätten zu dieser Entscheidung geführt. Auf dem Schulgelände gilt generelles Handy-Verbot. Mitbringen können die Schüler die Geräte zwar schon, wer aber auf dem Schulareal die Finger nicht davon lassen kann, ist es erstmal los.

Ochs: „Das Handy wird dann einkassiert, ist über Nacht weg und muss dann von den Eltern abgeholt werden.“ Das habe Wirkung gezeigt. Standen in den ersten Wochen regelmäßig Erziehungsberechtigte im Sekretariat, um die Gerätschaften ihres Nachwuchses abzuholen, sei dies mittlerweile nur noch selten der Fall. Von den Eltern gebe es viel positive Resonanz für die harte Linie. Und der Schulleiter betont, neben der Restriktion bemühe sich die Schule auch um Prävention und Aufklärung: „Die Kinder werden mit Handys groß und müssen damit umgehen können.“ Es gab bereits einen Vortrag für Eltern und eine Seminarwoche in den fünften und sechsten Klassen. Langfristig sollen , Schüler der älteren Jahrgänge Ansprechpartner für die Schüler sein.
 

Junge Liberale kritisieren Handyverbot an Schulen

St. Ingbert. Die Jungen Liberalen St. Ingbert kritisieren indes die Entscheidung des Leibniz- Gymnasiums. In einer Pressemitteilung schreibt der Ortsvorsitzende Anton Becker: „Handys gehören zum Alltag der Schüler. Ein pauschales Handyverbot greift zu kurz, wenn es darum geht, Schülern einen maßvollen Umgang mit Handys beizubringen.“ Eine intensive Auseinandersetzung auf der pädagogischen Ebene sei gefragt. Darüberhinaus, monieren die Jungen Liberalen, greife ein Handyverbot massiv in die individuelle Entscheidungsfreiheit der Schüler ein.

Gerade die Pausen und Freistunden dienten den Schülern zur Erholung, aber auch zum Nachbereiten des Lernstoffs. Die Schüler sollten deshalb selbst entscheiden, ob sie die freie Zeit zur Erholung oder etwa zur Recherche der Hausaufgaben nutzten. Zu Letzterem sagt Leibniz- Chefin Lafontaine, im Altbau stünden den Schülern Computer zur Verfügung, um eigenständige Recherchen anzustellen. Natürlich sperre sich niemand gegen die positiven Nutzungsmöglichkeiten, aber die kurzen Pausen zwischen den Stunden wären für eine intensive Nachbereitung eher schlecht geeignet. mbe

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