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St. Ingberter lieben ihr Stadtfest und hielten ihm auch bei tropischen Temperaturen die Treue

. Als das 38. Ingobertusfest am Freitag um 17 Uhr auf dem Maxplatz eröffnet wurde, war auf der Festmeile in Kaiser- und Ludwigstraße noch nicht viel los. Kein Wunder, denn wie in den Mittelmeerländern hatte so mancher Standbetreiber, der am Vormittag noch mit dem Aufbau seiner „Fest-Hütte“ beschäftigt war, aufgrund der steigenden Temperaturen erstmal eine Siesta eingelegt. Die Bergkapelle, die das Fest traditionell musikalisch eröffnete, setzte auf eine luftige Anzugsordnung und auch Oberbürgermeister Hans Wagner war zum Fassanstich leger im T-Shirt gekommen und begrüßte die Besucher zum „gemeinsamen Schwitzen“. Dass sich vor der Bühne mit dem später ausgegebenen Freibier so wenige Gäste versammelt hatten, lag nicht etwa am schwindenden Interesse der St. Ingberter an ihrem Stadtfest, sondern vor allem an fehlenden Schattenspendern, wie von vielen Gästen zu hören war.

Zum Sicherheitskonzept, das mit Sirenenton und Lautsprecherdurchsagen noch vor der offiziellen Eröffnung lautstark getestet wurde, sollte bei drohendem „Hitzealarm“, auch eine Beschattung auf dem Maxplatz gehören. Der Schützenverein St. Ingbert eröffnete die Veranstaltung mit drei Salut-Schüssen und nicht mit Wasserpistolen wie es zum hochsommerlichen Wetter gepasst hätte. Dafür lud Hans Wagner seine rote Wasser-Pump-Gun, mit deren Strahl er Stadtratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter nicht erschrecken konnte, denn Erfrischungen in jedweder Form waren mehr als willkommen. Hüte, Wasser , Klimaanlagen, einfaches, aber kaltes Wasser als neuem Party-Getränk sowie Ventilatoren ließen die Gäste dankbar und wohlig aufstöhnen.

Zum Ingobertusfest waren mit Weinkönigin Rebecca I. und Bürgermeister Torsten Engel auch zwei Vertreter aus der pfälzischen Partnergemeinde Rhodt gekommen. Rebecca übermittelte Grüße vom „Winzerdorf an die Bierstadt“ und der Verwaltungschef hatte zu seiner „Amts-Einführung“ in der Mittelstadt sogar die jüngste Rhodterin mitgebracht, seine zwei Monate alte Tochter Karlotta. Sie verschlief die Hitze, während sich auf der sonnenbeschienenen Bühne auf dem Maxplatz auch die Vertreter aus Radebeul und St. Herblain ein Stelldichein gaben. Der Französin Marie-Hélène, die sich bereits ihre Arbeitsschürze angelegt hatte, um am Partnerstand vor der Stadtbücherei Crepes anzubieten, bekam vom OB noch ein kleines Präsent, denn sie feierte in diesem Jahr nicht nur ihren 70.Geburtstag, sondern kommt seit 30 Jahren zum Ingobertusfest.

Die Gespräche der Gäste am Abend drehten sich oftmals um die tropischen Temperaturen, die die Festbesucher mit Trinken in den Griff bekamen. Diese Empfehlung von Meteorologen und Ärzten tat auch dem Umsatz auf dem Fest gut. „Wenn man nicht aufpasst, ist mein Mineralwasser schneller verdunstet als ich trinken kann“, nahm ein Besucher die über 30 Grad mit Humor.

Sehnsüchtig schauten die Erwachsenen am Samstag den Kindern auf der Aktionsfläche im Bermuda-Dreieck zu. Während die Kleinen unter Wasserfontänen aus der Sprinkleranlage hindurchhüpften, Plastikentchen angelten oder genüsslich in kleinen Wasserbecken planschten, mussten die Eltern draußen bleiben. Am samstagnachmittag nicht zu beneiden waren die Musiker auf der Bühne vor der Alten Kirche. Der Musikverein Rentrisch spielte das, was so mancher dachte: „Mamma mia (…ist das heiß)“. Die applaudierenden Zuhörer saßen im „Toscana“ im Schatten. „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten“, sagte Dirigent Mirko Oswald, als er mit einigen Musikern die Bühne verließ und am Restaurant eine „Extra-Vorstellung“ gab. Die Gäste genossen dies wie das ganze Fest, das trotz aller Wetterprognosen kein Opfer der Hitze wurde.
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