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St. Josef verliert die Geburtsklinik

Dudweiler/Saarbrücken. Am morgigen Donnerstag werden die 400 Mitarbeiter des Dudweiler Krankenhauses St. Josef in einer Versammlung ausführlich informiert. Doch schon gestern wandte sich ein Mitarbeiter an die Saarbrücker Zeitung. Weil ihm und anderen Kollegen einiges zu Ohren kam. Cts-Geschäftsführer Hans-Joachim Backes ging daraufhin in die Offensive. Und bestätigte weitgehend die Informationen der Belegschaft.

Das Dudweiler cts-Krankenhaus und die Caritasklinik St. Theresia Saarbrücken, erklärt Backes, werden zum sogenannten Verbundkrankenhaus zusammengeführt. Hierauf hätten sich die Gremien der cts-Schwestern vom Heiligen Geist (SvHG) und der cts verständigt.

Das Wichtigste laut Geschäftsleitung vorab: Es wird keine Entlassungen geben. Einige Bedienstete müssten aber mit einem Arbeitsplatzwechsel zwischen Dudweiler und dem Rastpfuhl rechnen. Von der Zusammenlegung besagter Häuser verspreche man sich „nicht nur eine Bündelung der Kräfte in Pflege und Medizin, sondern auch eine erhöhte Effizienz im Verwaltungsbereich“. Das heißt im Klartext: nur noch ein Direktorium für zwei Häuser. Über die personellen Konsequenzen wollte die cts-Chefetage gestern nicht reden. Hans-Joachim Backes: „Der Hintergrund für diese Entscheidung liegt im zunehmend harten Wettbewerb, dem besonders kleine Krankenhäuser derzeit ausgesetzt sind.“

Was die Krankenhaus-Abteilungen anbelangt, so ist laut Backes konkret ins Auge gefasst, die Frauenheilkunde – Frauenklinik plus Geburtshilfe – nur noch an einem Standort anzubieten, und war in der Caritasklinik auf dem Rastpfuhl – ab Januar kommenden Jahres. Letztlich auch wegen des dort vorhandenen Perinatalzentrums mit seinen Intensivmedizinern für Neugeborene, sagt die cts-Geschäftsleitung. Im Übrigen arbeite man dort zusammen mit Fachärzten der Uniklinik Homburg.

Im Gegenzug werde die seit 2010 nicht mehr in der Caritasklinik, sondern in St. Josef befindliche Psychosomatik-Abteilung (im Seniorenhaus St. Irmina) weiter ausgebaut werden. In der Frauenklinik sind 25 Beschäftigte von der jüngsten Entscheidung direkt betroffen.

Was die Kostenentwicklung angeht, so verweist die cts auf „außerordentlich hohe Tarifabschlüsse“ von vor zwei Jahren. Und das sei noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Das bereits bestehende Defizit werde „noch einmal deutlich ausgeweitet“, ohne dass man wirksam gegensteuern könne.

Im Klartext: Die Mitarbeiter müssen wohl finanzielle Opfer bringen. Denn: Es ist beabsichtigt, aufgrund der „schwierigen wirtschaftlichen Situation“ die sogenannte „Notöffnungsklausel“ zu beantragen.

Dieses Instrumentarium ermöglicht eine Erhöhung der Arbeitszeit beziehungsweise Lohnkürzungen, um Arbeitsplätze zu sichern, wie es heißt. Nicht ausgeschlossen wird diesbezüglich, das Weihnachtsgeld zu kürzen oder zu streichen. Über solche und ähnliche Maßnahmen entscheidet demnächst eine paritätisch besetzte Kommission von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite.

Die cts-Chefetage weist auch darauf hin, dass der bundesweit feststellbare Mangel an Ärzten kleine Krankenhäuser – und damit auch St. Josef in Dudweiler – stärker treffe als andere, „vielleicht, weil sich die betreffenden Ärzte bessere Rahmenbedingungen für ihren Arbeitseinsatz eher an großen Krankenhäusern versprechen“.

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